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Weingarten

Tage der Demokratie stehen in den Startlöchern

Grafik: Stadt Weingarten

In wenigen Tagen ist es soweit. Dann setzen die „Weingartener Tage der Demokratie“ im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz im Stadtgebiet. Viele Aktionen und meist kostenfreie Programmpunkte laden vom 8. bis 22. Oktober dazu ein, sich mit den demokratischen Grundwerten intensiver auseinanderzusetzen.

Auftakt bildet die Kick-Off Veranstaltung am 8. Oktober zur neuen digitalen Ehrenamtsplattform, die als Idee aus einer Bürgerwerkstatt im vergangenen Jahr geboren worden ist. Bei der Veranstaltung erfahren nicht zuletzt örtliche Vereine, wie sie sich künftig in das Projekt mit einbringen können.

Die Aula der PH Weingarten wird am 9. Oktober zu einem besonderen Ort: Zum Jahrestag der Anschläge auf die Synagoge in Halle wird das Trio Kleznova jüdische Klezmermusik auf eine eigene und lebendige Weise interpretieren.

Um einen mutigen und furchtlosen Mann, der seine aufrechte Haltung auch im Ang esicht des Terrors und des Todes nicht verlor, geht es in der szenischen Lesung „Der Pastor bleibt Pastor“ zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer am 11. Oktober in der evangelischen Stadtkirche.

Die Wanderausstellung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“ macht im Veranstaltungszeitraum gleich zweimal Station in Weingarten. Vom 5. bis 12. Oktober sind die insgesamt zehn Erläuterungs- und Thementafeln im Hofsaal des evangelischen Gemeindehauses zu sehen. Vom 13. bis 20. Oktober gastiert die Ausstellung im Kulturzentrum Linse.

Die Kombination aus Vortrag und Filmvorführung wird ab dem 13. Oktober im Kulturzentrum Linse gleich dreimal zum Besten gegeben. Ob ein Impuls der Initiative „Reclaim your Streets“ mit Vorführung des Films „Elser“, ein Vortrag von Wolf-Ulrich Strittmatter über das Versagen der deutschen Nachkriegsjustiz mit anschließender Filmvorführung von „Der Staat gegen Fritz Bauer“, eine Podiumsdiskussion mit dem Filmemacher Leo Hiemer, Mike Joerg (Kabarettist) und Uwe Hertrampf (Denkstätten-Kuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben) mit anschließender Filmvorführung „Leni … muss fort“ – der Eintritt von jeweils 5 Euro lohnt sich!

Was wir aus dem NSU-Prozess, Kassel, Hanau und dem Nordkreuz-Komplex lernen können und sollen, ist Schwerpunkt der Podiumsdiskussion mit dem Politiker Benjamin Strasser MdB, die am 19. Oktober im Tagungshaus der Akademie Weingarten stattfindet.

Eine Exkursion der VHS Weingarten in Kooperation mit dem Denkstätten-Kuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben und dem Studentenwerk Weiße Rose führt die Teilnehmenden am 22. Oktober zum KZ-Friedhof in Birnau sowie in den Goldbacher Stollen. Ein Unkostenbeitrag von je 10 Euro pro Person ist zu entrichten.

Auch für Kinder gibt es wieder einen gesonderten Programmpunkt. Die Tüftelei im Garten des Integrationszentrums öffnet ihre Pforten und lädt Kinder ab acht Jahren zu einem kreativen “Gedanken-Steine”-Projekt ein. Die Gestaltung ausgesuchter Steine findet an diesem Nachmittag in zwei Kreativ-Gruppen mit Acrylfarbstiften statt.

Corona-bedingt bedürfen alle Veranstaltungen einer vorherigen Anmeldung. Die Veranstalter haben sich mit den geltenden Richtlinien eingehend auseinandergesetzt und gewährleisten Corona-konforme Bedingungen. Zwei Veranstaltungen (Klezmer-Konzert sowie Podiumsdiskussion mit Benjamin Strasser) finden als sogenannte Hybrid-Veranstaltung statt und können auch digital via Live-Stream mitverfolgt werden.

Flyer liegen ab sofort kostenfrei an den bekannten Auslagestellen sowie bei den teilnehmenden Partnern und Akteuren aus. Die Veranstaltungsinhalte sowie die genauen Anmeldeformalitäten sind auf der städtischen Webseite unter www.weingarten-online.de/tagederdemokratie abrufbar.