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Wirtschaft und Business

Gelungene Premiere des WiRtschaftstreffs Landkreis Ravensburg

Impulsgeber und Podiumsteilnehmende, WiRtschaftstreff Landkreis Ravensburg 2026 Bild: WIR

Mehr als 100 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Institutionen folgten der Einladung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Innovationsförderung Landkreis Ravensburg mbH (WiR) zur Premiere des WiRtschaftstreffs ins Bauernhaus-Museum Wolfegg. Im Mittelpunkt stand eines der aktuell drängendsten Themen für Wirtschaft und Verwaltung: Bürokratie – ihre Notwendigkeit, ihre Grenzen und vor allem die Frage, wie ein sinnvoller Bürokratieabbau gelingen kann.

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WiR-Geschäftsführerin Maria Rigal eröffnete die Veranstaltung und stellte dabei insbesondere das neue Veranstaltungsformat in den Mittelpunkt. Ziel des WiRtschaftstreffs sei es, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen, den Dialog zu fördern und aktuelle Zukunftsthemen gemeinsam zu diskutieren.

Den wissenschaftlichen Auftakt machte Prof. Dr. Steffen Hurka von der Zeppelin Universität. Er machte deutlich, dass Bürokratie grundsätzlich Rechtssicherheit und Verlässlichkeit schafft, zugleich aber dort zum Problem wird, wo Regelungen zu komplex werden und sich über Jahre immer weiter verdichten. Bürokratieabbau beginne deshalb nicht erst bei der Abschaffung bestehender Vorschriften, sondern bereits bei einer klugen und praxisnahen Gesetzgebung. Er plädierte für einen evidenzbasierten und differenzierten Umgang mit Regulierung, statt pauschaler Forderungen nach möglichst vielen oder möglichst wenigen Regeln.

Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, richtete den Blick auf die Kommunen. Er zeigte auf, wie stark Städte und Gemeinden durch zunehmende Regulierung, steigende Standards und wachsende Aufgaben belastet werden und warb für mutige Reformen sowie ein gemeinsames Verständnis von moderner Verwaltung. Auch Stefan Schütze, Geschäftsführer Wirtschafts- und Handwerkspolitik bei Handwerk BW, machte deutlich, dass Bürokratieabbau weit mehr sei als Verwaltungsvereinfachung. Für Unternehmen bedeute er vor allem mehr Effizienz, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend sei nun, angekündigte Reformen konsequent umzusetzen.

Einen weiteren Blickwinkel brachte Adrian Probst, Vorsitzender des Normenkontrollrats Baden-Württemberg, ein. Er unterschied klar zwischen notwendiger Bürokratie und überzogenem Bürokratismus und machte deutlich, dass übermäßige Regulierung längst nicht mehr nur Wirtschaft und Verwaltung betrifft, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt. Bürokratieabbau gelinge nur durch einen Kulturwandel, mehr Eigenverantwortung und das Vertrauen in praktikable Lösungen.

Im anschließenden Podium diskutierten Prof. Dr. Steffen Hurka, Dr. Sönke Voss (IHK Bodensee-Oberschwaben), Lisa-Marie Brenner (SüdWestRing Versicherungsmakler GmbH und Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Weingarten), Olivia Kibele (onyva Innovation GmbH) sowie Mike Schilling (Gabur GmbH) über die Auswirkungen bürokratischer Vorgaben auf den Unternehmensalltag. Dabei wurde deutlich, dass die Herausforderungen je nach Branche unterschiedlich sind, viele Erfahrungen jedoch geteilt werden. Besonders bereichernd war die aktive Beteiligung der Gäste, die eigene Erfahrungen und Sichtweisen einbrachten und die Diskussion so um wertvolle Impulse ergänzten.

Zum Abschluss griff Landrat Harald Sievers die wesentlichen Gedanken des Abends auf. Er betonte die Bedeutung einer leistungsfähigen Verwaltung ebenso wie die Notwendigkeit, Verfahren kontinuierlich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Gerade der offene Austausch zwischen Wirtschaft, Kommunen und Politik sei dafür eine wichtige Grundlage.

Beim anschließenden Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Diskussionen in entspannter Atmosphäre fortzuführen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu vertiefen.

Mit dem WiRtschaftstreff hat die WiR ein neues Veranstaltungsformat geschaffen, das aktuelle wirtschaftspolitische Themen aufgreift und den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung stärkt. Die große Resonanz auf die Premiere zeigt: Der Bedarf an diesem Dialog ist groß – und der WiRtschaftstreff hat das Potenzial, sich als feste Plattform für den Wirtschaftsstandort Landkreis Ravensburg zu etablieren.