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Ravensburg

Studierende erforschen die Gesundheitskompetenz Jugendlicher

Beteiligt an der Studie waren: Alina Röck, Clara Vogel, Emelie Düll, Emily Meßmer, Fabienne Fiderer, Dimitri Fischer, Jonathan Ruschka, Carolina Kullmann, Oliver Leuter, Nicolas Dreher, Kristina Urena und Mika Ramsbacher (BWL- International Business, Kurs WIB123). Seminarleitung: Prof. Dr. Thomas Dobbelstein. Bild: DHBW

Ein zwölfköpfiges Team von Studierenden aus dem dem Studiengang BWL-International Business an der DHBW Ravensburg hat im Rahmen eines Integrationsseminars unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Dobbelstein eine bundesweite Studie zur Gesundheitskompetenz von Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren durchgeführt.

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 Die Studie fragte unter anderem nach dem Anreiz von Jugendlichen, sich mit dem Thema Gesundheit zu beschäftigen. Hohe Werte ergab dies für die Themen mentale Gesundheit, gesünder aussehen sowie Freunde und Familie schützen. Was sie davon abhält ist besonders die fehlende Zeit dafür sowie die Frage nach der Verständlichkeit und der Verlässlichkeit der Informationen. Rund 64% der Befragten signalisierten aber ein hohes Interesse an einer jugendgerechten digitalen Plattform. Neun von zehn der Jugendlichen würden ein Schulfach Gesundheit befürworten. Bei einer Messung der Gesundheitskompetenz ergab die Kompetenz von Jugendlichen einen deutlich höheren Wert als die von Erwachsenen und von der Gesamtbevölkerung.

Die Idee und fachliche Anregung für die Studie kamen von Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen und Dipl.-Verw. Wiss. Ulrich Kerle von der Deutschen Schlaganfallbegleitung (DSB) gGmbH. Gesponsert wurde die Erhebung vom Förderverein gegen den Schlaganfall e.V.

 Das Thema ist von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen und hängen in vielen Fällen mit beeinflussbaren Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung oder Bluthochdruck zusammen. Entscheidend ist dabei die sogenannte Gesundheitskompetenz: die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und im Alltag anzuwenden.

Für Jugendliche ist diese Kompetenz besonders relevant. Sie wachsen in einer Welt auf, in der Gesundheitsinformationen jederzeit über soziale Medien, Suchmaschinen und unzählige andere Quellen verfügbar sind, seriöse und unseriöse gleichermaßen. Wer Warnzeichen richtig deutet, medizinische Informationen einordnen und verlässliche von fragwürdigen Quellen unterscheiden kann, trifft bessere Entscheidungen für die eigene Gesundheit. Genau in dieser Lebensphase werden zudem viele Gewohnheiten geprägt, die sich später auf das gesamte Erwachsenenleben auswirken. Gesundheitskompetenz im Jugendalter ist damit ein zentraler Baustein für langfristige Prävention. Wer früh lernt, fundierte Entscheidungen zu treffen, kann ein Leben lang davon profitieren.

Bislang gab es jedoch kaum belastbare Daten darüber, wie es um diese Kompetenz bei jungen Menschen in Deutschland tatsächlich bestellt ist. Genau diese Lücke schließt das Projekt.

Über mehrere Monate hinweg konzipierten die Studierenden eine vollständige empirische Untersuchung: von der Stichprobenberechnung über die Auswahl eines professionellen Panel-Anbieters bis zur statistischen Auswertung. Befragt wurden bundesweit Jugendliche der Altersgruppe 16 bis 18; nach gründlicher Datenprüfung umfasste die finale Stichprobe rund 1.465 Personen. Zur Messung kam mit dem international anerkannten HLS19-Q12 ein für Jugendliche angepasstes Instrument des WHO Action Network M-POHL zum Einsatz. Erstmals liegen damit repräsentative Daten für diese Altersgruppe in Deutschland vor.

Für die Studierenden war das Seminar weit mehr als eine akademische Übung: Sie durchliefen den gesamten Forschungsprozess und leiteten aus ihren Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen ab. Dazu zählen eine stärkere emotionale und alltagsnahe Gesundheitsansprache, die Einführung eines Schulfachs „Gesundheit und Krankheit“, idealerweise in den Klassen 7 bis 9 und mit Schwerpunkten wie psychische Gesundheit, Ernährung und Erste Hilfe, gezielte niedrigschwellige Angebote für besonders förderbedürftige Gruppen sowie die Entwicklung einer jugendgerechten digitalen Gesundheitsplattform.