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Treiber für Klimaschutz in der Region

Die Photovoltaik-Freiflächenanlage der TWS in Boms-Haggenmoos Bild: TWS/Christof Böhm

Investitionen sind das Tor zur Zukunft – nach diesem Prinzip hat die Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS) auch im vergangenen Jahr gehandelt. Über 18 Millionen Euro investierte das Unternehmen einschließlich seiner assoziierten Töchter in die eigene Zukunftsfähigkeit und in die der Region. Das Geschäftsergebnis des Jahres 2020 kann sich sehen lassen: Dies hat das Ravensburger Unternehmen in Zahlen und Fakten am 26. April bei einer virtuellen Bilanz-Pressekonferenz belegt.

„Das Jahr hat uns unter den Gegebenheiten der Pandemie viel abverlangt. Dass am Ende ein solches Ergebnis steht, zeigt, wie gut wir aufgestellt sind“

Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer TWS

Mit einem Überschuss von 4,31 Millionen Euro weist die TWS einen Gewinn nahe dem Vorjahreswert aus (2019: 4,82 Mio. Euro). TWS-Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm ist zufrieden auch mit der Klimabilanz: Durch ihr Engagement hat die TWS im Berichtsjahr alleine aus der regenerativen Stromerzeugung 43.414 Tonnen CO2 eingespart. Die Dekarbonisierung hat sich das Unternehmen bereits bei der Gründung vor 20 Jahren zur Aufgabe gemacht und nimmt dafür die Sektoren Stromerzeugung, Wärme und Mobilität ins Visier.

Ausschüttung an Anteilseigner und Kapitalgeber

Vom Jahresüberschuss gehen 3,5 Millionen Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro) an die Anteilseigner der TWS, die Städte Ravensburg und Weingarten sowie die EnBW. Rund 0,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro) gehen in die eigenen Rücklagen. Der Umsatz des TWS-Konzerns lag 2020 mit 154 Millionen Euro rund 1,2 Prozent über dem Vorjahr (2019: 152,2 Millionen Euro). An der TWS sind zudem rund 1.000 Personen und Institutionen über Genussrechte beteiligt, die aktuell rund 33,7 Millionen Euro Kapital zur Verfügung stellen. „Sie haben unser größtes Investitionsprojekt der letzten Jahre ermöglicht: Den Aufbau einer eigenen Stromerzeugungssparte, die jetzt Früchte trägt“, informierte der TWS-Geschäftsführer. Zusätzlich zur festen jährlichen Verzinsung schüttet die TWS eine Gewinnbeteiligung an der Sparte von insgesamt rund 106.000 Euro aus. Denn mit rund 83,7 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugte die TWS 2020 so viel wie noch nie zuvor in eigenen Anlagen. Mit diesem Aspekt punktet das Versorgungsunternehmen auch im Vertrieb: Gut 1.500 neue Kunden entschieden sich für Ökostrom des Unternehmens, sie schätzen das konsequente und transparente Vorgehen der TWS mit Blick auf Klimaschutz und Ökologie. Auch der Verkauf von Gasprodukten und Wärme war erfolgreich, rund 1,4 Gigawattstunden (GWh) Energie hat die TWS 2020 insgesamt verkauft (Vorjahr: 1,37 GWh). Das Dienstleistungsangebot gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung: Unter anderem betreibt die TWS über 100 Heizungen und Nahwärmenetze, die ebenfalls schrittweise eine Dekarbonisierung erfahren.

Klimapartner mit innovativen Facetten und Infrastruktur

Lösungen für Photovoltaik und Speicher kommen an und auch im Bereich Mobilität positioniert sich die TWS als Klimapartner mit Ladelösungen, einem eigenen Elektrorad-Verleihsystem und betrieblichem Mobilitätsmanagement. Als Geschäftsführer der TWS Netz GmbH rückte Helmut Hertle auch die Aspekte der Infrastruktur für eine zukunftsträchtige Energiezukunft in den Blickwinkel: Mit gut 15,6 Millionen Euro investierte die Netzgesellschaft 2020 eine Rekordsumme. „Wir kümmern uns jetzt um die Versorgungssicherheit der nächsten Dekaden. Denn die Energiewende fordert die Netze für Strom und auch für Gas gewaltig“, umriss er die Herausforderungen, denen sich die TWS als Gesamtunternehmen auch mit einem Strategieprozess widmet, der über das Jahr 2030 hinausgeht. Dies schafft einen klaren Fokus auf Investitionsentscheidungen und die Transformation der TWS zu einem „Smart Utility“-Unternehmen. Auf diesem Wandel fußen auch neue Leistungen und Geschäftsmodelle, die zur langfristigen Wirtschaftlichkeit beitragen. „Jeder kann und muss aktiv werden. Klimakonformes Leben ist möglich, das treibt uns als Unternehmen an – und wir nehmen die Menschen in der Region mit“, schloss Andreas Thiel-Böhm.