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Start für LoRaWAN in Ravensburg und Weingarten

Jürgen Kienzle, TWS-Projektleiter kann künftig noch schneller die Heizkostenabrechnungen für seine Kunden erstellen. Dank Sensoren an den Wärme- und Wasserzählern und der Übermittlung per LoRaWAN ist die Erfassung dieser wichtigen Informationen jetzt ganz einfach - eine Ablesung vor Ort ist nicht mehr nötig. Die Technik und die Anbindung an die TWS-Leitstelle hat Ralf Fleischer, Abteilungsleiter der TWS, mit seinem Team umgesetzt. Bild: TWS

Schnell Informationen drahtlos im Stadtgebiet übermitteln – das braucht es, um eine „Smart City“ zu werden. Mit der drahtlosen Netzwerktechnologie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) schaffen nun die Technischen Werke Schussental (TWS) in Ravensburg und Weingarten eine kostengünstige und energiesparende Möglichkeit für die Vernetzung von Versorgungseinrichtungen im Nahbereich von zwei bis fünf Kilometern.

„Schneller Datentransfer wird immer wichtiger, das wissen und schätzen heute auch Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit dieser Art der Kommunikationstechnik eröffnen wir Möglichkeiten für neue intelligente Anwendungen im städtischen Raum“, erläutert Helmut Hertle, Geschäftsführer der TWS Netz. Batteriegespeiste Sensoren spielen dabei eine zentrale Rolle, die Informationen verschlüsselt in individuell festgelegten Zeitabständen an sogenannte Gateways weitergeben. Diese sitzen in kleinen Antennen; acht davon hat das Unternehmen auf Versorgungseinrichtungen am Stadtrand und zusätzlich auf dem Dach des TWS-Verwaltungsgebäudes angebracht. Einrichtungen, die an LoRaWAN angeschlossen sind, senden nur bei Bedarf verschlüsselte Informationen – und das mit einer sehr geringen Sendeleistung. Das macht die Kommunikationstechnik zu einer perfekten Ergänzung kabelgebundener Technologien wie Glasfasernetze sowie der Übertragung per Mobilfunk. Letztere sind unerlässlich für den Transfer großer Datenmengen.

Breites Anwendungsfeld

Mit dieser Kommunikationstechnik erschließt die TWS zum einen neue Wege für die Erfassung von Energie- und Netzinformationen für die Leitstelle. Zum anderen ermöglicht sie komfortable Dienstleistungen, die das Unternehmen schrittweise ausbaut. So wird der Abrechnungsservice für Heizkosten, den die TWS Vermietern bereits anbietet, künftig über diese Übertragungstechnik organisiert. Auch die kontaktlose Ablesung von Wärme- oder Wasserverbrauch sowie die Prüfung von Rauchmeldern auf ihre sichere Funktion sind so ganz einfach möglich. Gerade mit Blick auf das Internet der Dinge gebe es enorme Potentiale, die die Übertragungstechnik nutzbar machen: So könnten beispielsweise, Abfallbehälter im öffentlichen Raum ihren Füllzustand melden, um die Leerung zu optimieren; Umweltdaten, wie Ozon, Feinstaubbelastung und Bodenfeuchtigkeit können erfasst und automatisch schneller verbreitet werden.

Die Straßenbeleuchtung lässt sich beispielsweise bei Bedarf dimmen oder der Sensor meldet den Ausfall eines Leuchtkörpers. „Wir wären dann nicht mehr auf einen telefonischen Hinweis der Bürgerinnen und Bürger vor Ort angewiesen. Wir können die kaputte Lampe zügig austauschen, schnell wieder für nächtliche Beleuchtung und damit für Sicherheit sorgen“, zeigt Helmut Hertle eine der Anwendungsmöglichkeiten auf. Auch Informationen zur Belegung von Parkflächen könnte die TWS zügig über das neue Kommunikationsnetz übermitteln. Dann könnten Bürgerinnen und Bürger künftig auf dem Handy minutengenau nachsehen, wo sie ihr Fahrzeug abstellen können. Ein bedeutender Teil von LoRaWAN wird im TWS-Netzleitsystem zur Erfassung von Daten und Informationen aus Versorgungsnetzen und Energieanlagen, die für die Energiewende notwendig sind, verwendet.