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Kultur braucht Vernetzung 

Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt – das war das Thema lebhafter Diskussionen am vergangenen Donnerstag in Wolfegg. Landrat Harald Sievers hatte zu einer Begegnung mit Kultur-Staatssekretärin Petra Olschowski in die Zehntscheuer des Bauernhaus-Museums Allgäu-Oberschwaben eingeladen. Das Besondere an diesem Austausch: Erstmals kamen Vertreter verschiedenster Kultur-Sparten aus der Region zusammen – vor allem Künstlerinnen und Künstler, aber auch ehrenamtliche Organisatoren und Hauptamtliche aus den Kommunen und dem Landkreis.

Unter den 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren Musiker, Schauspieler, Regisseure, bildende Künstlerinnen und Künstler, Schriftstellerinnen, Galeristinnen und Kulturverwalterinnen aus dem Landkreis Ravensburg. Ziel war es, sich mit der Kulturarbeit in der Region auseinanderzusetzen und die Herausforderungen, Chancen und Besonderheiten mit Staatssekretärin Olschowski und den beiden Landtagsabgeordneten Petra Krebs und Raimund Haser zu teilen.
In seiner Eröffnung betonte Sievers den besonderen Auftrag von Kultur für das Zusammenleben in unserer Region und deren großen Reichtum im Landkreis Ravensburg. Daraufhin fanden sich die Teilnehmenden mit Leitfragen gewappnet in einem lebhaften World-Café in der Zehntscheuer aus Gessenried zusammen. Diskutiert wurden der Beitrag von Kultur zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Voraussetzungen für das Gelingen von Kulturarbeit und das Vorbildpotential der Kulturarbeit im Allgäu und in Oberschwaben für andere Regionen. Kultur, da waren sich alle einig, ist kein Luxusgut, es ist vielmehr eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Sie braucht gute Infrastruktur, Wertschätzung, finanzielle Förderung und vor allem eines: Vernetzung. Gelobt wurde die hohe Eigeninitiative von Kulturschaffenden im Landkreis Ravensburg. Staatssekretärin Olschowski betonte, dass die Herausforderungen der Kulturarbeit hier in der Region (etwa fehlender Nahverkehr, Bürokratie bei Förderanträgen) mit anderen ländlich geprägten Regionen vergleichbar seien und stellte Förderprogramme aus Stuttgart vor.

Krebs unterstrich die Bedeutung von Zusammenarbeit und gemeinsamer Abstimmung in der Kulturarbeit. Auch die Bereitstellung von Räumen für Kultur sei ihr ein wichtiges Anliegen. Haser wies auf die aktuell hohe Komplexität von Kulturarbeit etwa in Sicherheitsfragen hin und plädierte für Unterstützung. Auch brach er eine Lanze für den „Mut zur Spitze“. Leuchttürme der Kulturarbeit sollten überregional strahlen. Sievers ermunterte die anwesenden Kulturschaffenden, sich im jährlichen (ganz unbürokratischen) Wettbewerb um einen Platz im „OEW-Kultursommer“ zu bewerben. Die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs, Fabian Ruf und Simon Bayer vom U&D Weingarten, waren ebenfalls unter den Teilnehmenden.

Olschowski stellte abschließend heraus, dass die Bedeutung von Kultur für eine Gesellschaft sich gerade in ländlichen Regionen nicht hoch genug bewerten lässt. Mit Blick auf den Nachbar England führte sie den Brexit nicht zuletzt auf die Schwäche der Kulturarbeit auf dem Land zurück. Nach ihrem Aufbruch zu den Wangener Festspielen hatten die Kulturschaffenden noch die Möglichkeit, von zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen durch das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben geführt zu werden. Einstimmig wünschten sich die Teilnehmenden mehr Gelegenheiten zu gemeinsamen Austausch, zur Vernetzung und mehr Sichtbarkeit ihrer Beiträge zur lebendigen Kultur und damit zur funktionierenden Gesellschaft. Landrat Sievers und Kulturbetriebsleiter Dr. Maximilian Eiden stellten eine baldige Fortsetzung des regionalen Kultur-Austauschs in Aussicht.
Kontakt: Kultur!RV Kulturbetrieb Landkreis Ravensburg, Tel.: 0751 / 85 9500, Email: ku@rv.de.

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