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Ravensburg

Schüler gehen für Klimaschutz auf die Straße

Archivbild: F.Enderle

Am Freitag ging für die Aktion „Fridays for Future“ auch in Ravensburg eine beachtliche Zahl an jungen Menschen für die Forderung nach mehr Klimaschutz auf die Straße. Viele hatten mahnende Slogans auf Plakate geschrieben und reckten diese im Sekundentakt in die Höhe. „Wir sind hier, wir sind laut – weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandierten die jungen Menschen auf ihrem Zug auf den Ravensburger Marienplatz.

Der Protest richtete sich generell an die Verantwortlichen von Klimaschädigung und Umweltzerstörung, stellvertretend aber die Politik. „Wir sind hier, weil die in Berlin untätig sind“, kritisierte Tizio Pfänder aus Langenargen bei seinem Statement. Die unlängst vom Bahn-Beauftragen der Bundesregiergung, Enak Ferlemann, angeregte Erhöhung der Bahnpreise könne im Zusammenhang mit dem Bestreben nach weniger klimaschädlichen Emissionen wohl „ nur als schlechter Witz“ gemeint gewesen sein. Auch die Entscheidung der Kohlekommission, den vollständigen Ausstieg der Energiegewinnung durch Kohl erst bis zum Jahr 2030 anzustreben, wurde harsch kritisiert. „Es ist eine Frechheit, dass sich die Energieriesen nach Jahrzehnten der Belastung unseres Klimas und satter Gewinne die Entschädigungen für den Ausstieg auch noch aus Steuermitteln zahlen lassen“, schimpfte der 18-jährige Gymnasiast.

Dass es unter Jugendlichen ein durchaus wachsendes Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz gibt, weiß Eva Städele aus Weingarten. „Man kann auch im Alltag etwas tun, wenn man mehr Fahrrad fährt, Fair-Trade Produkte kauft oder weniger Fleisch ist“, sagte die Schülerin.

Nach ersten Schätzungen von Initiatoren und Polizei waren es auf dem Marienplatz rund 1500 Schüler, die an der „Friday for Future“ Aktion teilnahmen. Unumstritten war die Sache übrigens nicht, denn nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin Greta Thunberg blieben die Kinder und Jugendlichen ohne offizielle Erlaubnis dem Unterricht fern. Organisationsleiter Nico Weck berichtete, dass es an den Schulen völlig unterschiedliche Reaktionen gab. „Manche drückten jetzt mal ein Auge zu, andere Schulleiter drohten massiv mit Konsequenzen bis zum Schulausschluss“, sagte der 18-jährige.

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