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25 Jahre Initiative Ravensburg: Zusammenarbeit wichtiger denn je

Bild: F.Enderle

Der Zusammenschluss des Wirtschaftsforums ProRavensburg mit der städtischen Wirtschaftsförderung ist bis heute eine Besonderheit. Zwar gibt es sicherlich in jeder Kommune in Deutschland gemeinsame Projekte zwischen Stadtverwaltung, Handel und Gewerbe, eine eigene Gesellschaft mit abgestimmter Strategie und hauptamtlichem Geschäftsführer ist so aber ohne Vergleich. Der Slogan hierfür ist so prägend wie bewährt: „Der Ravensburger Weg“

„Wir waren und sind sicherlich nicht immer gleicher Meinung. Aber wir diskutieren die Lösungen aus und finden stets einen gemeinsamen Nenner“, sagt Thomas Reischmann, Vorstandsprecher des WiFo. Dabei blickt er zurück, als die damalige Hauptversammlung über die Gründung abstimmte. „Obwohl wir zur Finanzierung unsere Mitgliedsbeiträge erhöht haben, sind den Weg fast alle Unternehmen auch mitgegangen“, sagt Reischmann.

„Der Ravensburger Weg hat sich durch die Zusammenarbeit immer mehr gefestigt“, betont Eugen Müller, Geschäftsführer des WiFo. Viele Projekte der Initiative Ravensburg wurden zum Erfolgsmodell, Müller nannte hier als Beispiel die Ravensburger Geschenkgutscheine, die in vermeintlich „normalen“ Jahren mit etwa 1,3 Millionen Euro in den Handel fließen. „In diesem Jahr wird sich das verdoppeln, da viele Unternehmen auf Weihnachtsfeiern verzichten müssen und ihren Mitarbeitern stattdessen Ravensburger Einkaufsgutscheine schenken“, berichtet Eugen Müller. Der Gutschein soll sich im Übrigen weiterentwickeln und auch in digitaler Form erhältlich sein. Wichtig sind für Müller auch Sonderaktionen wie verkaufsoffene Sonntage. Zwei davon werde es im nächsten Jahr geben, mehr sei von Gewerkschaftsseite nicht möglich.

„Wir müssen uns große Sorgen um unsere lebendige Innenstadt machen. Nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland.”

Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp

Der Schulterschluss zwischen Handel und Stadt ist auch laut Oberbürgermeister Daniel Rapp so wichtig wie nie. „Die Corona-Notlage ist eine enorme Belastung für Handel und Gastronomie”, betont Rapp. Wichtige Zeichen der Unterstützung seien da die Maßnahmen der Stadt gewesen, Gewerbesteuer-Bescheide zu stunden und auf Sondernutzungsgebühren von Außenbestuhlungen zu verzichten. Erste Wirkung zeige im Übrigen das Angebot der städtischen Parkhäuser und – Garagen, die erste Stunde kostenlos zu machen.

Stadt und Handel sieht Daniel Rapp jetzt besonders zur Zusammenarbeit verpflichtet. „Wir müssen uns jetzt selber helfen. Ein Hilfspaket für die Kommunen wird es nächstes Jahr vermutlich nicht geben“, betont der OB. Auch sei nicht nur mit einem massiven Einbruch der Gewerbesteuer, sondern auch bei der landesweiten Verteilung der Einkommenssteuer zu rechnen. „Mit normalen Mitteln einer Haushaltskonsolidierung werden die Herausforderungen nicht mehr zu meistern sein“, so Rapp. Die Innenstadt lebendig und attraktiv zu halten, sei ein wichtiger Standortfaktor. Der müsse hohe Priorität haben, da auch sonst dem Fachkräftemangel kaum zu begegnen sei.