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Wirtschaft sorgt sich um verlässliche Stromversorgung

Informationen und Nachrichten zur regionalen Infrastruktur. Symbolbild: F.Enderle

Die hohen Energiepreise belasten die Wirtschaft massiv. Doch der Kostendruck ist nicht das einzige Problem, das die Unternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben umtreibt: Wenn in wenigen Wochen das Kernkraftwerk in Gundremmingen endgültig vom Netz geht, rückt das Thema Versorgungssicherheit und -qualität noch stärker in den Fokus. „Unsere Region ist als starker Industrie- und Produktionsstandort auf eine verlässliche Stromversorgung angewiesen“, sagt Anje Gering, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben, und weiter: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort schreitet zwar voran, doch noch immer viel zu langsam, um den Wegfall dieser grundlastfähigen Kapazitäten zu kompensieren. Voraussetzung dafür seien leistungsfähige Netze. „Allerdings lässt auch der Ausbau der Nord-Süd-Trassen auf sich warten, wie man beim Bauvorhaben SuedLink beobachten kann“, moniert Gering. Die aktuellen Bauvorhaben werden frühestens im Jahr 2026 abgeschlossen sein, viele davon befinden sich derzeit noch im Planungsverfahren.

Schwankungen und Ausfälle könnten Produktion lahmlegen

Angesichts dieser Situation fordert die IHK Bodensee-Oberschwaben gemeinsam mit den drei IHKs Ostwürttemberg, Schwaben und Ulm ein Umdenken beim Ausbau der Versorgungskapazitäten und der Netze. „Die Wirtschaft benötigt einen verlässlichen Fahrplan und die Sicherheit, dass die Stromversorgung auch weiterhin auf hohem Niveau gewährleistet wird“, so Gering. Durch die zunehmende Digitalisierung der Produktion und die Vernetzung von Fertigungsprozessen könnten schon kleine Spannungsschwankungen oder Stromausfälle Produktions- oder Lieferausfälle nach sich ziehen. Drohende Ausfälle solcher Art könnten große Schäden an Sachanlagen verursachen und sind aus Sicht der Wirtschaft daher unbedingt zu vermeiden.

Unnötige Bürokratie verhindert schnelle Umsetzung

Wichtig sei es daher, so schnell wie möglich bürokratische Hürden abzubauen. „Der Netzausbau darf nicht zum Nadelöhr der Energiewende werden und zu einem Bremsklotz für den Ausbau der erneuerbaren Energien“, sagt Anje Gering. Die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren hat aus Sicht der IHKs höchste Priorität. So müssen zum Beispiel Verfahren verkürzt, Doppelprüfungen vermieden und die Beteiligung der Öffentlichkeit vereinfacht werden. Gleiches gilt für die Regeln auf dem Strommarkt. „Die Komplexität verhindert, dass wertvolle Potenziale wie Eigenstromanlagen oder die Nutzung von Stromspeichern nur unzureichend vorangebracht werden“, sagt Gering. Auch hier müssten die Betreiber von unnötigen Pflichten entbunden werden.

Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen steht auf dem Spiel

Weil parallel zum Ausstieg aus der Kern- und Kohleenergie der Strombedarf immer weiter steigt, dürfte sich die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen. „Die Politik muss daher schnell handeln“, betont Gering. Der höhere Strombedarf wird die Preise künftig weiter ansteigen lassen, wenn nicht neue Erzeugungskapazitäten ans Netz gehen. „Besonders für energieintensive Unternehmen, wie wir sie auch in unserer Region haben, wird die Bezahlbarkeit zu einem ernsthaften Problem. Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Betriebe steht somit stark unter Druck“, so Gering abschließend. ​

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