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Towerstars ziehen ins Viertelfinale ein

Bild: K.Enderle

Die Ravensburg Towerstars haben mit einem 3:2 Sieg n.P. über den EHC Freiburg das Viertelfinale auf direktem Wege erreicht. Zuvor gab es noch einmal einen dramatischen Eishockeyabend, denn zweimal lagen die Towerstars zurück und im Fernduell hatte Bad Nauheim lange Zeit die Nase vorne.

Die Oberschwaben mussten in diesem Spiel auf die angeschlagenen Kilian Keller und David Zucker verzichten, trotz des erneuten Einsatzes von Förderlizenzspieler Boaz Bassen waren die vier Sturmreihen dadurch nicht komplett. Als fünfter Kontingentspieler blieb Jakub Svoboda draußen, der nach einer Verletzung vorletzter Woche ohnehin noch leicht angeschlagen ist. In der Startphase gingen beide Teams zwar äußerst zielstrebig zu Werke, dennoch waren wirkliche Torszenen Mangelware.

Die ersten hochkarätigen Möglichkeiten verbuchten die Gastgeber durch Andreas Driendl und Tero Koskiranta in der 5. und 6. Spielminute. Nach rund sieben Minuten ließ Jared Gomes die nächste Großchance folgen, er nahm einen Pass am rechten Bullykreis an und rauschte dann mit samt Torhüter und Puck über die Linie. Der Videobeweis bestätigte, dass kein regulärer Treffer erzielt wurde. Bitter war die Szene aber dennoch für Freiburg. Torhüter Ben Meisner verletzte sich, musste ärztlich untersucht werden und machte seinem Backup Leon Meder Platz. Der neu zwischen den Pfosten stehende Torhüter der Gäste bekam alsbald Gelegenheit sich zu beweisen, aber auch Towerstars Keeper Olafr Schmidt wurde verstärkt geprüft, insbesondere während einer numerischen Unterzahl ab der 16. Minute. Letztlich gingen beide Mannschaften trotz attraktivem Spiel und guten Kombinationen torlos in die erste Drittelpause.

Im zweiten Spielabschnitt änderte sich das Spielgeschehen kaum. Die Towerstars zeigten mehr Zug zum Tor und hatten dadurch auch mehr Chancen, Freiburg war aber immer brandgefährlich mit schnellem Umschaltspiel. In der 30. Minute war es auch prompt passiert, die Towerstars mussten den 0:1 Gegentreffer hinnehmen. Cam Spiro zog aus rechter Position ab und der abgefälschte Puck schlug hinter Towerstars Torhüter Olafr Schmidt ein. Dies war freilich ein Schock – sowohl für das Team von Coach Rich Chernomaz, als auch für die Ravensburger Fans. Zu diesem Zeitpunkt war nämlich bekannt, dass Bad Nauheim gegen Kaufbeuren führte. Chancen, noch im zweiten Drittel den Ausgleich zu markieren, gab es durchaus. Doch EHC-Goalie Meder war nicht zu überwinden.

Mit deutlich erhöhtem Druck ging es für die Gastgeber dann in den Schlussabschnitt, der noch mehr Dramatik zu bieten hatte, als zuvor. Nach nur zweieinhalb Minuten zog Pawel Dronia kurz nach der blauen Linie ab und die Hartgummischeibe fand den Weg am sichtlosen Wölfe-Torhüter vorbei zum 1:1 ins Netz.

Die Zuschauer peitschten ihr Team weiter nach vorne, doch der nächste Rückschlag folgte auf dem Fuß. In der 47. Minute werteten die Unparteiischen eine Szene nach einem Bully als Stockhalten von Thomas Brandl, das Powerplay sollten die Breisgauer postwendend nutzen. Der Gegentreffer fiel allerdings höchst unglücklich, denn der von Nikolas Linsenmaier aus spitzem Winkel abgegebene Schuss wurde erst durch einen Block von Daniel Stiefenhofer zum 1:2 ins Tor abgefälscht.

Noch bevor in der CHG Arena Ernüchterung über den möglichen Gang in die Pre-Playoffs aufkommen konnte, erlöste Andreas Driendl die Fans mit dem 2:2 Ausgleich. Wunderschön im Slot angespielt, vernaschte er Wölfe Torhüter Meder mit der Rückhand. Ganze 50 Sekunden waren zwischen den beiden Toren vergangen. Beflügelt von diesem Treffer und der emotionalen Stimmung waren die Towerstars jetzt drückend überlegen und hatten zweimal in Überzahl die Chance auf den dritten Treffer. Auf der Gegenseite schnellten die Pulswerte aber in der 50. Minute schlagartig nach oben. Bei einer entstandenen 2:1 Situation stand plötzlich Chris Billich frei vor dem Ravensburger Tor, Olafr Schmidt blieb mit einem starken Beinschienenreflex aber Sieg des Duells.

Letztlich tickte die Zeit herunter und es war schon im Vorfeld klar, dass den Towerstars ein Punkt für das sichere Erreichen der Playoffs reichen würde. Der Jubel war groß, als die Schlusssirene die reguläre Spielzeit beendete. Doch noch war die Entscheidung über den Zusatzpunkt nicht gefallen, diese verschoben beide Teams nach einer torlosen Overtime in das Penaltyschießen. Während alle drei Freiburger Anläufe von Olafr Schmidt entschärft wurden, reichte auf der Gegenseite der erfolgreiche Versuch von Robin Just zum Sieg.

Da Bad Tölz in Dresden einen Punkt machte, reichte das 5-Punkte Wochenende zwar nicht zum fünften Platz in der Abschlusstabelle, das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Gegner im Viertelfinale ist der EHC Freiburg, am 13. März müssen die Towerstars hier zunächst auswärts ran.