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Towerstars gewinnen in Dresden nach Overtime 

Die Ravensburg Towerstars haben sich für eine vor allem aus kämpferischer Sicht geschlossene Leistung mit zwei Punkten belohnt. Vor allem in der Schlussphase bewies das Team von Coach Rich Chernomaz viel Moral.

Die Towerstars mussten für die Begegnung in Dresden wie erwartet auf Robin Just verzichten, im Tor setzte Coach Rich Chernomaz diesmal auf Marco Wölfl. Dieser bekam nach anfänglichem Abtasten auch richtig viel Arbeit auf sein Tor. Alleine in der 5. Minute musste er dreimal in höchster Not retten, als sich die Eislöwen im Ravensburger Drittel festgesetzt hatten.

Eine probate Möglichkeit sich vom Druck zu befreien, eröffnete sich nach vier Minuten. Diesmal hatten sich die Towerstars in das gegnerische Drittel kombiniert, der Puck kam zurück zu Patrick Seifert an die blaue Linie und der hämmerte die Scheibe zum 0:1 unter die Latte. Die Gastgeber wirkten danach nervös, die Towerstars konnten sich da die meisten Spielanteile auf ihre Seite schreiben lassen. Kurioserweise nahm ihnen das „Powerbreak“ in der 9. Minute allerdings den Schwung und prompt nutze dies Dresden aus. Kevin Lavallée bekam die Scheibe in den Slot zurückgelegt und überwand Marco Wölfl eiskalt zum 1:1 Ausgleich.

Abgesehen von einer Breakchance durch Timo Gams in der 13. Minute waren fortan die Eislöwen wieder die spielbestimmende Mannschaft und das hatte in der 16. Minute prompt Auswirkungen auf den Spielstand. Bei einem Klärungsversuch schlenzte Michael Fomin die Scheibe mit der Rückhand über das Glas, die fällige Strafzeit wegen Spielverzögerung nutzten die Elbstädter konsequent aus. Bei der Direktabnahme von Petr Pohl war Marco Wölf zwar noch mit dem Stock dran, dennoch zischte der Puck zum 2:1 ins Ravensburger Netz.

In der Schlussphase des ersten Abschnitts fehlte zum ausgeglichenen Zwischenstand nicht viel. In der 18. Minute musste ein Eislöwe für zwei Minuten auf die Strafbank, die Towerstars nahmen das gegnerische Tor ordentlich unter Beschuss. In der letzten halben Minute der Überzahl scheiterte Kapitän Vincenz Mayer beispielsweise nur knapp, als er einen Schlagschuss vor dem Torraum abfälschte und der Puck nur ganz knapp am rechten Pfosten vorbei rutschte.

Die Pause nutzte Towerstars Trainer Rich Chernomaz für die eine oder andere taktische Veränderung. Nach dem Anspielbully präsentierten sich die Oberschwaben entsprechend gut sortiert und spielten die Scheibe flott nach ins gegnerische Drittel. Fünfeinhalb Minuten waren gespielt, da drückte Thomas Brandl einen abgefälschten Schlenzer zum sicher nicht unverdienten 2:2 Ausgleich über die Linie. Das verlieh den Towerstars Cracks weitere Souveränität und für ein blitzsaubere Kombination hätte sich die erste Ravensburger Sturmreihe eigentlich einen Treffer verdient. Andreas Driendl scheitere allerdings an Eislöwen Keeper Marco Eisenhut.

Erneut flankierte das Powerbreak eine andere Phase im zweiten Spielabschnitt. Die Towerstars Abwehr wirkte an der eigenen blauen Linie und im Verteidigungsdrittelteils zu passiv, in der 33. Minute war auch Kilian Keller zu spät dran und musste durch ein Beinstellen das Notfoul ziehen. Rund eine Minute wehrten sich die Oberschwaben erfolgreich gegen das Dresdner Powerplay, doch dann kam es zu einem katastrophalen Patzer. Den direkt vor seine Füße gelegten Puck brachte Jordan Knackstedt ohne Mühe zum 3:2 Führungstreffer unter.

Es dauerte ein paar Wechsel, dann hatten die Towerstars den Rückschlag aber wieder verdaut. Drei Minute vor der zweiten Pause vollendete Jakub Svoboda zum 3:3 Ausgleich, er bekam seinen Pass auf links zurückgelegt und mit einem platzierten Schuss ins linke Eck sorgte er für vielversprechende Aussichten für den Schlussabschnitt.

Bereits nach einer gespielten Minute hatten Andreas Driendl und Jakub Svoboda die Führung auf dem Schläger, auch ein Distanzschuss von Sören Sturm zischte nur knapp am Dresdner Tor vorbei. Unter Druck gerieten die Towerstars dann aber wieder in der 45. Spielminute. An der gegnerischen blauen Linie setzte Shawn O´Donnell zu energisch nach und kassierte eine Strafe wegen Beinstellens, die nachfolgenden zwei Minuten gestalteten die Towerstars mit gutem Stellungspiel in Unterzahl allerdings schadlos. Brenzlig wurde es auch in der 48. Minute, als Timo Gams eine Strafe ausgebrummt bekam. Auch diese Unterzahl spielten die Oberschwaben stark über die Zeit, doch kurz danach sortierte sich die Abwehr viel zu spät in der eigenen Zone und Dale Mitchell nutzte den freien Raum und platzierten Schuss ins linke Lattenkreuz.

Was die Towerstars jedoch wie schon am Freitag gegen Bad Nauheim auszeichnete, war das Wegstecken von Rückschlägen. Sie spielten auch nach dem Gegentreffer geradlinig nach vorne und in der 57. Minute eröffnete sich die Riesenchance auf den Ausgleich. Auf dem Weg zur Bank wurde Jakub Svoboda von einem Gegenspieler behindert und Zauner musste auf die Strafbank. Lange Zeit fehlte es an einer effektiven Schussposition, doch dann fälschte Kapitän Vincenz Mayer den Puck entscheidend zum 4:4 ins rechte Eck ab.

Etwas über zwei Minuten waren noch zu spielen, es roch nach einer Punkteteilung. Doch die wurde 74 Sekunden vor der Schlusssirene schon wieder in Frage gestellt. Bei einem verbissenen Zweikampf sahen die Unparteiischen ein Haken von Andreas Driendl, alle Proteste blieben unerhört und der Punkt geriet in allerhöchste Gefahr. Doch wieder rackerten die Towerstars Unterzahlformationen aufopferungsvoll und überstanden die verbleibende reguläre Spielzeit ohne Gegentreffer.

Die Dramatik hatte allerdings noch längst kein Ende gefunden, denn die Überzahl der Gastgeber lief auch in der Overtime weiter. Auch hier kämpften die Oberschwaben energisch um jeden Zentimeter Eis und diese Tugend half letztlich nach überstandener Unterzahl auch beim alles entscheidenden Treffer. Mit schnellem Umschalten erarbeiteten sie sich eine 3:2 Überzahlsituation im gegnerischen Drittel und den Pass an den rechten Pfosten verwertete Thomas Brandl eiskalt zum viel umjubelten 5:4 Siegtreffer.

Kurioserweise verloren die Towerstars trotz des Overtime-Sieges einen Tabellenplatz und sind jetzt Siebter, der Anschluss an die Spitzengruppe wurde aber dennoch gehalten.

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