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Herber Dämpfer für Towerstars gegen Dresden

Bild: Kim Enderle

Die Dresdner Eislöwen haben den gastgebenden Towerstars die närrische Feierlaune zu Rosenmontag kräftig verdorben. Trotz eines 4:0 Vorsprungs nach knapp sieben Minuten setzte es am Ende eine 4:5 Heimniederlage.

Für beide Teams waren die Punkte in dieser Begegnung äußerst wertvoll. Die Gäste aus Dresden mussten ihren 10. Platz vehement verteidigen, die Towerstars hatten sich im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation dank des Auswärtssieges in Bad Nauheim in eine gute Ausgangssituation gebracht und wollten diese untermauern. Die Ravensburger Cracks waren es auch, die der Partie früh und äußerst konsequent einen prägenden Stempel aufdrückten. Eine numerische Überzahl nutzten sie in der 4. Minute durch Robin Just zum 1:0, vorausgegangen war eine starke Passstafette durch die gegnerische Zone.

Eine Schlüsselszene des Startabschnitts folgte in der 6. Minute. Auf Höhe der Mittellinie checkte Eislöwen Topscorer Jordan Knackstedt aus vollem Lauf David Zucker nieder. Der Ravensburger Stürmer, der abseits des Pucks in der Vorwärtsbewegung war, blieb minutenlang benommen liegen und konnte das Spiel nicht fortsetzen. Gleiches galt für Jordan Knackstedt, der mit einer 5 plus Spieldauerstrafe vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde.

Es dauerte genau 44 Sekunden, da hatten die Towerstars das erneute Powerplay auch schon genutzt. Fast identisch zum ersten Treffer setzte Shawn O´Donnell die Scheibe direkt zum 2:0 in die Maschen. Nur 45 Sekunden später ließ Tero Koskiranta das 3:0 folgen, weitere 21 Sekunden traf Kapitän Vincenz Mayer frei im Slot postiert gar auf 4:0. Vier Tore in dreieinhalb Minuten, eine solch fulminante Startphase hatten die Ravensburger Zuschauer in dieser Saison definitiv noch nicht gesehen.

Die Towerstars hatten das Spiel klar in der Hand, sie ließen die Angriffe weiterhin selbstbewusst in Richtung gegnerisches Tor rollen. Daniel Stiefenhofer (8.), Shawn O`Donnell (11.) sowie Justin Volek hatten dann gute Möglichkeiten, den Vorsprung noch weiter auszubauen. Deutlich war jedoch, dass die Auszeit von Gäste-Trainer Rico Rossi doch allmählich Wirkung zeigte und die Eislöwen aus der sächsischen Elbmetropole deutlich sortierter in allen Spielfeldzonen wirkten.

Im zweiten Spielabschnitt waren gerade einmal 46 Sekunden gespielt, als sich der Trend der Schlussphase aus dem ersten Drittel im Spielstand widerspiegelte. Über den linken Flügel brach Dale Mitchell durch und überwand Towerstars Torhüter Marco Wölfl über der rechten Schulter zum 4:1 Anschlusstreffer. Was auf den Rängen der CHG Arena und erst recht auf dem Eis zunächst noch als Ausrutscher gewertet wurde, hatte allerdings drastische Auswirkungen auf das Spielgeschehen.

Die Eislöwen sahen sich wieder in Reichweite, während die Towerstars zwar weiterhin Großchancen auf den Ausbau der Führung hatten, in der Defensive aber deutlich nervöser wirkten. In der 28. Minute verkürzte Petr Pohl prompt auf 4:2, wieder ermöglichte ein schneller Gegenstoß den Gästen die Chance. Sekunden zuvor hatte Andreas Driendl das 5:2 auf dem Schläger.

Jetzt war bei den Gastgebern völlig der Wurm drin. Schon der Spielaufbau hakte aufgrund der Verunsicherung, Dresden witterte die Chance und nutzte diese konsequent. Innerhalb von drei Minuten egalisierten sie den Spielstand nach fatalen Ravensburger Patzern in der eigenen Zone mit zwei Treffern auf 4:4. Dass Sören Sturm zwei Minuten vor der zweiten Pause die Riesenmöglichkeit für die erneute Führung vergab, war freilich bitter.

Im Schlussabschnitt sahen die Zuschauer in der Ravensburger CHG Arena ein Towerstars Team, das sich in der Pause wieder neu sortiert hatte und versuchte das Spiel wieder an sich zu reißen. Davon zeugten auch die hochkarätigen Möglichkeiten von Daniel Stiefenhofer, Shawn O´Donnell und Thomas Merl zwischen der 43. und 48. Spielminute.  Aber auch die Gäste hatten nach ihrer erfolgreichen Aufholjagd neues Selbstvertrauen getankt und stellten die Towerstars samt Torhüter Marco Wölfl einige Mal vor die Bewährungsprobe.

So ging das Spiel immer weiter in Richtung einer potenziellen Overtime, doch in der Schlussminute kam es noch einmal zu einem Bully in der Ravensburger Verteidigungszone. Das Anspiel ging prompt verloren, der Puck ging zurück an den linken Kreis zu Steve Hanusch und dessen Schlenzer fand den Weg zum 4:5 ins linke Kreuzeck. Die Eislöwen jubelten, für die Towerstars war es ein Schock. Zwar holte Rich Chernomaz nach einer Auszeit seinen Torhüter vom Eis und Shawn O´Donnell hatte 16 Sekunden das vermeintlich offene Tor vor Augen, das Spiel ging aber letztlich verloren.

Die Towerstars rutschten aufgrund des überraschend glatten Auswärtssieges von Bad Tölz in Kassel wieder auf den 7. Platz ab. Sie müssen nun am letzten Wochenende äußerst hart um die Punkte kämpfen und zugleich auf Patzer der Konkurrenz hoffen.