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Über 300 Sternsinger sammeln für Kinder-Hilfsprojekte

In Gruppen zu viert schwärmten die Könige aus. Bild: Christiane Ludwigkeit

Im Stadtgebiet und in den Ortschaften sind in den vergangenen Tagen wieder über 300 Sternsinger unterwegs gewesen. Häuser sowie Wohnungen kennzeichneten sie mit den Buchstaben „C+M+B“ und der Jahreszahl 2020. Die Buchstaben stehen für den lateinischen Segenswunsch „Christus segne dieses Haus“. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sammelten unter dem Motto „Frieden im Libanon und weltweit“ geschätzt etwa 70.000 Euro an Spenden, vor allem für die bundesweite Sternsingeraktion. Schwerpunkt sind heuer Projekte für Flüchtlingskinder im Libanon.

Die Sternsinger kamen verkleidet als „Heilige Drei Könige“. Sie setzten einige Tage ihrer Schulferien oder ihres Urlaubs ein, um den Menschen eine Freude zu bereiten und sich für notleidende Kinder zu engagieren. Sie gestalteten auch Gottesdienste mit. Fazit: „Es hat allen wieder sehr viel Spaß gemacht.“

Traditionell sind in der Kirchengemeinde St. Johann Baptist in Obereschach mit 24 Gruppen die meisten Sternsinger in Ravensburg unterwegs: Mehr als 100 Kinder und Jugendliche sowie 20 Begleiter halten die christliche Tradition aufrecht und „werden so zum Segen für andere Kinder in der Welt“, wie es im Bericht heißt. Emma Winter leitet seit Jahren die Aktion. Ihrer Meinung nach ist „die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit dieses Jahr besonders groß, weil es viele Kriege und Ungerechtigkeit in der Welt gibt“. Kinder seien davon ganz besonders betroffen.

Am Dreikönigstag wurde im Festgottesdienst die goldene Regel für Frieden betont: „Behandle deinen Nächsten so, wie du auch behandelt werden möchtest.“ Danach zogen die Sternsinger mit ihren prächtigen Kleidern und funkelnden Kronen los, um den Segen in die Häuser zu bringen und Spenden zu sammeln. Insgesamt kamen 18.500 Euro zusammen. Die Summe wird aufgeteilt an das Kindermissionswerk sowie Projekte der Schwestern aus Untermarchtal in Tansania (Gehörlosenschule, Waisenheim, Kindergarten). Am 7. Januar kamen die Sternsinger auch zu den Kindergärten und ins Rathaus in Oberhofen.

In Weißenau waren an zwei Tagen insgesamt 25 Kinder und zehn Begleiter unterwegs. In ihren Büchsen landeten rund 5.700 Euro. Im Vergleich zum letzten Jahr hatten sie dieses Mal gutes Sternsinger-Wetter. Vielleicht sei es sogar etwas zu schön gewesen, da sie teilweise bei einigen Häusern vergeblich klingelten. „Den Segensspruch haben wir aber dennoch immer an die Haustüren geschrieben“, heißt es im Bericht. Die Kinder teilten die geschenkten Süßigkeiten in den Gruppen auf und leiten einen Teil an einen Tafelladen weiter.

Im benachbarten Oberzell waren 36 Teilnehmer in acht Gruppen an zwei Tagen dabei. Insgesamt kamen ca. 5.900 Euro zusammen. Eine Abordnung besuchte auch Weihbischof Kuhnle, der seit kurzem in Tettnang wohnt.

Auch im Ravensburger Westen zogen die Sternsinger-Gruppen von Haus zu Haus. Sie sammelten insgesamt über 12.000 Euro. Elf Kinder waren es in Taldorf. Viele Erwachsene chauffierten die Gruppen in die entlegenen Gebiete der Ortschaft, und viele Helfer unterstützten im Hintergrund. In Schmalegg waren 15 Kinder und Jugendliche am 4.1. unterwegs und 14 am 5.1. Somit konnten die Gruppen alle Häuser und Wohnungen in Schmalegg besuchen. Die größeren Jugendlichen kochten jeweils Mittag- und Abendessen.

Im Gemeindegebiet von  Dreifaltigkeit zogen 16 Sternsinger in jeweils vier Gruppen an drei Nachmittagen durch die Weststadt. Sie besuchten etwa 240 angemeldete Adressen. Die Hälfte der Spende geht an die Sternsingeraktion, die andere an ein Gemeindeprojekt in Bangladesch. Die jungen Könige wurden freundlich empfangen und teilweise sogar verköstigt.

In Bavendorf waren 16 Kinder mit vier Gruppen einen ganzen Tag im Einsatz unterwegs. Die Außenorte wurden mit dem Auto angefahren. Am 7. Januar statteten sie auch dem Rathaus einen Besuch ab.

In der Stadtmitte erklangen vom 3. bis 6. Januar die Lieder und Gedichte der Sternsinger. In Christkönig kamen die 20 Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in drei Gruppen zu etwa 230 Häusern. Sie konnten ihr Sammelergebnis auf über 5.700 Euro steigern. In St. Jodok gab es neben den Kindergruppen eine Erwachsenengruppe, an der sich auch Pfarrer Hermann Riedle beteiligte. An zwei Tagen kamen ca. 4.200 Euro zusammen.

22 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zogen an zwei Tagen in fünf Gruppen durchs Gemeindegebiet von Liebfrauen. Begleitet wurden sie von Jugendlichen der KJG oder Müttern. Auch hier wurden die Sternsinger sehr wohlwollend aufgenommen; an beiden Tagen kamen sie zwar etwas erschöpft, aber mit vollen Spendendosen (ca. 5.000 Euro), einem großen Beutel voll Süßigkeiten und schönen Erlebnissen zurück. Im Gottesdienst gab es Urkunden als Anerkennung.

Die Sternsinger in St. Christina zogen drei Tage lang durch das große Gemeindegebiet und erreichten ein Spendenergebnis von knapp 6.200 Euro. Teilgenommen haben 23 Kinder und Jugendliche sowie 14 erwachsene Begleiter. Am Dreikönigstag haben alle Sternsinger die Gemeindegottesdienste mitgestaltet.