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Towerstars zeigten gnadenloses Powerplay und stürmen an die Spitze

Erneut behielten die Towerstars gegen Kaufbeuren die Oberhand. Bild: Sabine Ruetz

Mit einem erneut starken Auftritt haben die Ravensburg Towerstars am Freitagabend gegen Kaufbeuren gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Sie holten sich beim 7:3 wie schon zum Saisonauftakt den Sieg im Oberschwaben-Allgäu Derby, zudem durften sie sich über den Sprung an die Tabellenspitze freuen.

Vor 2386 erwartungsfrohen Zuschauern in der CHG Arena hatten die Ravensburg Towerstars alles andere als einen vielversprechenden Start. Zwar verbuchten die Ravensburger Cracks in der Startminute einen druckvollen Angriff, nach 53 Sekunden kam es an der eigenen blauen Linie allerdings zu einem Puckverlust und den bestrafte John Lammers eiskalt. Der Kaufbeurer Top-Scorer zog über die rechte Seite vor das Ravensburger Tor und überwand Jonas Langmann über der Schulter zum 0:1.

So hatten sich die Oberschwaben die Startphase in dieses Derby freilich nicht vorgestellt und es wurde noch brenzliger. Knapp eineinhalb Minuten waren gespielt, da setzte es gegen Pawel Dronia eine Strafzeit wegen Bandenchecks. Die Oberschwaben zeigten allerdings ein starkes Penaltykilling und brachten die zwei Minuten gut über die Zeit. Knapp eine Zeigerumdrehung, nachdem die Gastgeber wieder komplett auf dem Eis gestanden waren, fuhr Max Oswald den Check gegen Fabian Dietz einen Meter von der Bande entfernt gefährlich zu Ende. Die Unparteiischen zögerten nicht und prüften via Videobeweis eine große Strafzeit. Zwar blieb dem Kaufbeurer Stürmer eine Spieldauerstrafe erspart, dennoch kamen fünf Minuten auf die Uhr – eine gute Gelegenheit also für die Towerstars, die Scharte eines frühen Rückstands wieder auszumerzen.

Schon in den Spielen zuvor konnte das Team von Coach Peter Russel in numerischer Überzahl überzeugen und hatte sich in der Powerplay-Statistik an die DEL2-Spitze geschoben. Auch an diesem Abend zeigten die Ravensburger Cracks eine fast schon erschreckende Effektivität. So konnten sie die fünfminütige Überzahl dank der Treffer von Vincenz Mayer (7.- und 10.) sowie Sam Herr (8.) gleich dreimal nutzen. Das Rezept war in allen drei Fällen vermeintlich einfach: Die Scheibe kam zum Tor, dort wurde entweder abgefälscht oder die Sicht verdeckt.

Das Spiel hatte jetzt einen klaren Ravensburger Stempel aufgedrückt bekommen. Zwar konnten die Gäste durchaus vielversprechende Angriffe auf das Ravensburger Tor bringen, wirklich in Bedrängnis brachte das Towerstars Keeper Jonas Langmann allerdings nicht. Die wirklichen Machtverhältnisse unterstrich dann Georgiy Saakyan dreieinhalb Minuten vor der ersten Pause. Er vernaschte Kaufbeurens Torhüter Stefan Vajs mit einem Schuss fast von der Grundlinie aus zum 4:1.

Es war keine Frage, Kaufbeuren musste im zweiten Spielabschnitt mehr riskieren und druckvoller nach vorne spielen. Die Partie war jetzt deutlich offener, als noch in Abschnitt 1 und beide Teams boten einen offenen Schlagabtausch. In der 31. Minute musste Ex-Towerstars Verteidiger Sören Sturm für zwei Minuten auf die Strafbank, die erneute Überzahlchance nutzten die Towerstars gnadenlos zum 5:1. David Zucker spielte quer zu Josh MacDonald, der hämmerte die Scheibe per Direktabnahme in die Maschen.

Als Yannick Burghardt dreieinhalb Minuten später etwas glücklich den Puck zum 5:2 an Jonas Langmann vorbei bugsierte, war klar: Dieses Spiel war noch nicht durch. Die Annahme wurde verstärkt, als dem ESVK in der 45. Spielminute der 5:3 Anschlusstreffer gelang. Wieder war es John Lammers, der sich als Torschütze eintrug – Diesmal allerdings mit einem Distanzschuss. Enrico Salvarani, der im Schlussabschnitt den leicht angeschlagenen Kollegen Jonas Langmann vertrat, brachte in dieser Situation die lange Ecke nicht rechtzeitig zu.

Die rund 150 mitgereisten Fans der Gäste witterten Lunte, doch schon zweieinhalb Minuten später brachten die Towerstars ihren lautstarken Anhang wieder zum Jubeln. Nach selbstbewusstem Antritt setzte Robbie Czarnik den Puck durch die Schoner des gegnerischen Keepers zum 6:3 ins Tor. Damit war jetzt auch die Moral der Gäste sichtlich angekratzt. Zwar versuchte Gäste-Coach Tray Tuomie zweieinhalb Minuten vor Ende mit der Herausnahme des Torhüters ins Spiel zurückzukommen, doch die Towerstars waren viel zu selbstbewusst, als dass sie sich noch einmal in Bedrängnis hätten bringen lassen. Geduldig und effektiv verteidigten sie ihre Zone und acht Sekunden vor der Schlusssirene gelang sogar noch der Empty-net Treffer zum 7:3. Die Fans skandierten „Oh wie ist das schön“ und aufgrund des Punktverlustes von Frankfurt gegen Freiburg folgte alsbald ein „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“ hinterher.

„Unser Spiel bei 5 gegen 5 war gut, aber unser Powerplay war heute wie Dynamit“, sagte Towerstars Coach Peter Russell prägend. Viel wichtiger als das Erklimmen der Tabellenspitze sei ihm, wie die Mannschaft sich die Entschlossenheit und das Selbstvertrauen erarbeitet habe.“

Am Sonntag wartet auf die Towerstars zum Abschluss des ersten Hauptrundenviertels eine ganz schwere Aufgabe, wenn sie zu den Lausitzer Füchsen reisen. Auch die Ostsachsen bestritten am Freitagabend ein Derby und unterlagen den Dresdner Eislöwen mit 1:4.

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