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Wirtschaft und Business

IHK: Verhaltener Optimismus deutscher Unternehmen im Ausland

Bild: Kim Enderle

Der AHK World Business Outlook der deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) zeigt im Frühjahr 2023 eine gegenüber dem Herbst deutlich verbesserte Zukunftserwartung der international tätigen deutschen Unternehmen. Die Erwartungen bleiben aber insgesamt verhalten. Hauptgrund hierfür sind die zahlreichen Geschäftsrisiken im internationalen Umfeld. Insbesondere spüren die Unternehmen  auch im Ausland mittlerweile einen Fachkräftemangel – 40 Prozent der Unternehmen sind mehr denn je besorgt, dass sie nicht in der Lage sein werden, genügend qualifizierte Arbeitskräfte für ihre Standorte zu finden.

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Als weitere Herausforderungen nennen die Unternehmen unter anderem die geopolitische Unsicherheit und ein schwieriges finanzielles Umfeld. „Turbulenzen an den Finanzmärkten, anhaltend hohe Inflation, Kaufkraftverlust und steigende Zinsen sind Gründe für die hohe Unsicherheit im Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen“, erklärt Christina Palm, Geschäftsbereichsleiterin Recht, Steuern, International bei der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK).

Pessimistische Konjunkturerwartungen in Europa

Bei den weltweiten Konjunkturerwartungen liegen die Anteile der Unternehmen, die für die nächsten zwölf Monate mit Plus (28 Prozent) und mit Minus (27 Prozent) rechnen, in etwa gleichauf. In der Region Greater China, die die Volksrepublik China, Taiwan und Hongkong umfasst, sind die Aussichten zugleich unklar. 40 Prozent der dort tätigen deutschen Unternehmen erwarten in den nächsten zwölf Monaten eine kräftige Erholung, während 19 Prozent mit einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung rechnen. 29 Prozent der Unternehmen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage als gut ein, 22 Prozent als schlecht. Insgesamt ist dies sogar eine noch pessimistischere Einschätzung als im Herbst 2022.

In den USA rechnen die meisten deutschen Unternehmen in diesem Jahr mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Lediglich in Mittel- und Südamerika stellen sich die dort vertretenen deutschen Unternehmen auf eine schlechtere wirtschaftliche Lage ein als im Herbst. Die EU wird noch immer von einer eher verhaltenen Stimmung dominiert. Hier rechnen in der Eurozone nur 28 Prozent der Unternehmen mit einer Verbesserung, 35 Prozent aber mit einer weiteren Verschlechterung der konjunkturellen Entwicklung. In der übrigen EU mit Großbritannien, Norwegen und der Schweiz rechnen sogar 43 Prozent mit einer weiteren Eintrübung des Wirtschaftswachstums, nur 16 Prozent mit einer Aufhellung. Dies steht in starkem Kontrast zur Einschätzung der aktuellen Geschäftslage.

Im Frühjahr 2023 bewerten etwa 50 Prozent der Unternehmen in der EU, Großbritannien, Norwegen und der Schweiz ihre Geschäftslage als gut, gut 40 Prozent als befriedigend und nur 4 (Eurozone), beziehungsweise 7 Prozent (Rest EU mit Großbritannien, Norwegen und der Schweiz) als schlecht. Dies ist unter anderem auf die neue Ausrichtung der unterbrochenen Lieferketten zurückzuführen. Die Unternehmen erweitern und verändern ihr Lieferantennetzwerk, verlagern Standorte und erschließen neue Märkte.


Der AHK World Business Outlook
Der AHK World Business Outlook basiert auf einer regelmäßigen DIHK-Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs). Sie erfasst im Frühjahr 2023 die Rückmeldungen von weltweit mehr als 5.100 deutschen Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften sowie Unternehmen mit engem Deutschlandbezug. Die Umfrage wurde vom 20. März bis zum 6. April 2023 durchgeführt. Die vollständigen Auswertungen des aktuellen AHK World Business Outlook finden Sie auf der Website der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/internationales/wbo-fj-23/deutsche-unternehmen-im-ausland-verhalten-optimistisch–94694.

 

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