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Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach am 8. Juli

Bild: Stadt Bad Wurzach

Am Freitag, 8. Juli, findet in Bad Wurzach das traditionelle Heilig-Blut-Fest statt. Bei der seit 1928 stattfindenden Reiterprozession werden in der Riedstadt nach deutlich eingeschränkten Festen wegen Corona in den vergangenen beiden Jahren heuer wieder rund 1.500 Reiter und mehrere tausend Wallfahrer erwartet, die die Heilig-Blut-Reliquie verehren. Die Relique stammt aus dem Privatbesitz von Papst Innocent XII., der diese 1693 einem deutschen Rompilger geschenkt hatte. Das Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach ist die zweitgrößte Reiterprozession in Mitteleuropa.

Die Prozession beginnt um 7 Uhr mit der Abholung der Heilig-Blut-Reliquie in der Stadtpfarrkirche St. Verena. Am Beginn des acht Kilometer langen Prozessionswegs durch die Stadt und die umliegenden Fluren wird dieses Jahr der Erzabt von St. Ottilien, Wolfgang Öxler OSB, die erste Abteilung der Reiter mit der Reliquie segnen. Der Erzabt wird dann später nach der Segnung der zweiten Abteilung auf dem Gottesberg dort auch das anschließende feierliche Pontifikalamt um 10.30 Uhr halten. Das Fest findet seinen Abschluss mit der Bergpredigt an gleicher Stelle ab 14.30 Uhr, die in diesem Jahr Monsignore Pfarrer Peter Schmid aus Ingoldingen halten wird.

Die Heilig-Blut-Reliquie befindet sich seit gut 250 Jahren auf dem Gottesberg. 1764 brachten Paulanerbrüder die Reliquie, die Papst Innocent XII. 1693 dem deutschen Rompilger Martin Denzer aus Albrechts bei Obergünzburg überlassen hatte, nach Bad Wurzach. Die Verehrung der Reliquie nahm bereits damals ihren Ursprung und ließ den Gottesberg in der Folge zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Region werden. Nachdem die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts längere Zeit für eine Unterbrechung der Wallfahrten gesorgt hatte, wurde die Verehrung der Reliquie mit dem Einzug des Salvatorianerordens auf dem Gottesberg wenige Jahre zuvor 1924 wieder aufgenommen und 1928 erstmals als Reiterprozession mit damals rund 350 Reitern wieder gefeiert.

Seither hat sich die Prozession zu einem festen und wichtigen Bestandteil des Jahreskreises in Bad Wurzach und als Beispiel gelebten Glaubens entwickelt. „Die Liebe Jesu und der Blick des Gekreuzigten mögen uns begleiten, uns aus unseren Ängsten befreien und unsere Wunden heilen“, betont Erzabt Wolfgang Öxler unter anderem in seinem Grußwort zur diesjährigen Festschrift.

Als politischen Ehrengast kann die Stadt Bad Wurzach in diesem Jahr den Landtagsabgeordneten (Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen) und früheren Landesminister Guido Wolf begrüßen.

 

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