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Regionales

Berufsvorbereitende Einrichtung spendet für Afrika

Schüler Julian Hübsch übergibt das gesammelte Geld an Anke Bah vom Verein Djarama. Bild. Stiftung Liebenau

Schülerinnen und Schüler der Berufsvorbereitenden Einrichtung (BVE) der Stiftung Liebenau verkauften Selbstgemachtes und unterstützen nun damit ein Dorf in Guinea mit 530 Euro. Das Geld fließt dort in einen Brunnenbau, die Renovierung der Schule und in Schulmaterialien.

Gespannte Stille und Erstaunen herrscht bei den Teilnehmenden der BVE in Weißenau, als Anke Bah von dem kleinen Dorf Kassery in Guinea berichtet. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des 2015 gegründeten Vereins Djarama und Mitarbeiterin bei der Stiftung Liebenau. Zwar hat das Corona-Virus inzwischen auch das 500 Einwohner zählende Dorf erreicht, und die Menschen müssen auch dort Masken tragen. Dass es dort jedoch keinen Strom und kein fließendes Wasser gibt, ist für die Lernenden der BVE kaum vorstellbar.

Keine Dusche am Morgen, keine Steckdose, um einfach das Handy aufzuladen – wie ist das Leben dort für die gleichaltrigen Jugendlichen? Anke Bah berichtet sehr anschaulich vom Bau der Brunnen, von selbstgezimmerten Schulbänken und von der seit diesem Jahr in Betrieb gegangenen Photovoltaik-Anlage. Diese ermöglicht es, Taschenlampen aufzuladen, damit man abends etwas Licht hat. „Eure Spende kann so viel bewirken. Ihr macht die Menschen glücklich“, so Bah bei der Scheckübergabe.

Lehrerin Petra Findeisen (rechts) präsentiert mit Schülerin Marisa Griener stolz den Scheck. Bild: Stiftung Liebenau

Nun wissen die Jugendlichen wirklich, was mit ihrem Geld geschieht und sind sehr stolz, dass sie mit ihrer Spende helfen können. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Förderschulen aus dem ganzen Landkreis Ravensburg und haben diese beendet. Die BVE bereitet die Jugendlichen mit einer geistigen oder Lern-Behinderung auf eine Helfertätigkeit auf dem Ersten Arbeitsmarkt vor. Dies geschieht im Wechsel zwischen Praktika bei verschiedenen Firmen und dem Schulunterricht, bei dem unter anderem Grundwerte für eine gute Arbeitshaltung, wie Pünktlichkeit und Höflichkeit, vermittelt werden. Gearbeitet wird viel in unterschiedlichen Projekten. Das Afrika-Projekt ist ein ganz besonders davon.

Gemeinsam überlegen die Schülerinnen und Schüler, wie sie Geld für das Projekt sammeln können. Das geschieht meist, indem sie handwerkliche Produkte wie Taschen, Schlüsselanhänger, Oster- oder Weihnachtsdekoration, Süßigkeiten und vieles mehr, selbst erstellen. Diese werden dann auf Märkten im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) verkauft. Aber auch der Verkauf von selbstgebackenem Kuchen oder Waffeln spült Geld in die Spendenkasse. Diese Aktionen fördern die Kreativität, den Teamgeist, die soziale Einstellung und die Konzentration der Jugendlichen.