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Auf den Spuren des Vaters

Vuk_Michael Moravek und Tom Vuk. Bild: Bauernhaus-Muesum

Der Waiblinger Kulturamtsleiter Tom Vuk liest aus seinem Roman „Josip“, musikalisch begleitet von Michael Moravek zur Ausstellung „kommen, schaffen, bleiben. Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter im ländlichen Oberschwaben“ im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben

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Mit seinem Romandebüt „Josip“ hat sich der Waiblinger Kulturamtsleiter Tom Vuk auf Spurensuche nach der eigenen Herkunft begeben. Anfang der 1960er Jahren kam der Vater des Autors als sogenannter Gastarbeiter aus Kroatien nach Deutschland. Erzählt hat er aber nie von seinem Leben dort und seinem Ankommen hier. Um herauszufinden, wie das Leben des Vaters hätte gewesen sein können, erfand der Autor die Geschichte „Josip“. „Josip ist eine Chronik der Entwurzelung. Es ist die Geschichte meines Vaters, die er mir nie erzählt hat.“, sagt Tom Vuk über sein Werk.

Als Josip mit einem der ersten Gastarbeiterzüge in Stuttgart ankommt, bringt er außer Speck und Apfelstrudel auch eine eigene Geschichte mit. Seine Vorfahren erlebten den kroatischen Bauernaufstand, den Kampf an der russischen Front im Ersten Weltkrieg, die Gründung Jugoslawiens und das Leben der Partisanen im Zweiten Weltkrieg. Dabei ist Josip seit seiner Jugend bemüht, sich dem archaischen Leben und den Fehden in seiner Familie zu entziehen. Er verlässt das heimatliche Zagorje; auf seinem Weg liegen eine erste und eine zweite Liebe, eine Wahlfamilie, aber auch Vorbilder, die ihn enttäuschen und dazu zwingen, einen Weg für sich ganz allein zu finden.

„Ein bemerkenswertes Debüt“, „lustvoll erzählt“, „mit wunderbaren Bildern“ urteilt Silke Arnig im SWR2 Lesezeichen. Die Stuttgarter Zeitung schreibt: “In seinem Buch beschreibt Thomas Vuk alles, was Identität und Heimat bedeutet. Es ist farbenfroh und lebendig.”

Michael Moravek stammt ebenfalls aus dem ehemaligen Jugoslawien. Zahlreiche Alben und Tourneen u.a. in den USA, Frankreich und Tschechien sowie Arbeiten am Theater prägen sein künstlerisches Schaffen. Sein gefeiertes Album „Lost“ dreht sich um Entwurzelung und Heimatlosigkeit. Moravek verwebt in seinem Songwriting unterschiedliche literarische Einflüsse mit seiner eigenen Migrationsgeschichte. Er begleitet die Lesung mit Musiktiteln, die sich um Entwurzelung und Heimatlosigkeit drehen.

Am Samstag 8. Juni um 16.30 Uhr führt Dr. Tanja Kreutzer, Museumsleitung durch die Ausstellung „kommen, schaffen, bleiben. Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter im ländlichen Oberschwaben“, passend zum Thema von „Josip“. Um 18 Uhr findet die Lesung mit Tom Vuk und mit Songs von Michael Moravek statt. Anschließend lädt das Museum zum lockeren Austausch. Für das leibliche Wohl bietet der Gasthof am Schlossberg im Museum internationale Häppchen an. Eintritt: 7,- Euro oder gültiges Tagesticket – um Anmeldung wird gebeten unter info@bauernhaus-museum.de

INFOS

Adresse: Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg I Vogter Str. 4 I 88364 Wolfegg I 07527 9550-0 I info@bauernhaus-museum.de

Museumssaison 2024: 19. März – 11. November , Hauptsaison Mai-Sept. tägl. 10-18 Uhr

Eintritt: Erwachsene: 7 € I Senior/innen: 6 € I Kinder 0– 5 Jahre: frei I Kinder – Jugendliche 6–18 Jahre: 3,00 € I Ermäßigt: 3,00 € I Große Familien-Tageskarte: 15 € I Kleine Familien-Tageskarte: 8,50 €

 

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