Erleichterung, Stolz und jede Menge Vorfreude auf das, was kommt: Für die diesjährigen PJ-Studierenden der Oberschwabenklinik war es ein Tag, den sie so schnell nicht vergessen werden. Kurz nach dem bestandenen dritten Staatsexamen wurden die angehenden Ärztinnen und Ärzte im Ravensburger St. Elisabethen-Klinikum feierlich verabschiedet – und zugleich als neue Kolleginnen und Kollegen willkommen geheißen.
Zwischen Blumen, Glückwünschen und vielen strahlenden Gesichtern wurde deutlich: Mit dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums endet zwar ein wichtiger Lebensabschnitt, gleichzeitig beginnt nun der Weg in einen Beruf, der Menschen in ihren schwierigsten und sensibelsten Momenten begleitet.
„Ich gratuliere Ihnen von Herzen“, sagte der Ärztliche Direktor der Oberschwabenklinik, Prof. Dr. Oliver Rentzsch. „Ich kann mich selbst noch gut daran erinnern, wie es sich anfühlt, an diesem Punkt zu stehen. Sie haben etwas Hervorragendes geschafft und sich für einen Beruf entschieden, der etwas ganz Besonderes ist.“
Den jungen Absolventinnen und Absolventen gab er eine Botschaft mit auf den Weg, die weit über medizinisches Fachwissen hinausgeht: „Machen Sie sich immer bewusst, dass Sie es mit Menschen zu tun haben, die sich häufig in Ausnahmesituationen befinden. Begegnen Sie ihnen mit Respekt, Empathie und Menschlichkeit.“
Zugleich erinnerte er daran, dass der Arztberuf nicht immer leicht sei: „Es wird schwere Tage geben. Aber Sie haben bewiesen, dass Sie Dinge zu Ende bringen und nicht aufgeben. Darauf können Sie stolz sein.“
Auch die Familien der Absolventinnen und Absolventen wurden in die Feier einbezogen. Mit einem Augenzwinkern wandte sich Rentzsch an die Eltern: „Sie sind sie jetzt endlich los – das dürfen Sie heute feiern.“
Besonders erfreulich für die Oberschwabenklinik: Mehrere Absolventinnen und Absolventen haben sich entschieden, ihre berufliche Laufbahn direkt an der OSK fortzusetzen. So wird etwa Lisa Schmeh künftig die Kinderklinik verstärken, Marius Schmalz startet in der Inneren Medizin und Richard Mentzel in der Anästhesie.
Auch Benedikt Eichele bleibt der OSK erhalten und beginnt seine Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin. Seine Entscheidung fiel ihm leicht: „Die Zeit in der Pädiatrie hat unglaublich viel Spaß gemacht. Es ist ein tolles Team und ein großartiges Haus. Als sich die Möglichkeit ergeben hat, hier anzufangen, habe ich mich sehr gefreut, dass es geklappt hat.“
Für Prof. Dr. Karolin Thiel, PJ-Beauftragte am EK und Chefärztin der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, ist die Feier jedes Jahr ein besonderer Moment. „Von ganzem Herzen gratuliere ich Ihnen. Heute dürfen Sie stolz auf sich sein. Gleichzeitig heiße ich Sie herzlich willkommen als Kolleginnen und Kollegen“, sagte sie.
Ein besonderer Dank galt an diesem Tag auch Sabine Selg, die seit vielen Jahren die PJ-Studierenden begleitet und betreut. Für sie war es ein emotionaler Abschied: Der aktuelle Jahrgang war ihr letzter in ihrer Funktion als Chefarztsekretärin. Künftig wird sie sich im Rahmen einer Nebentätigkeit weiterhin um die Betreuung der Studierenden kümmern. „Ihr wart mein letzter Jahrgang in dieser Rolle“, sagte sie sichtlich bewegt.
Und so standen an diesem Tag weder Prüfungen noch Dienstpläne im Mittelpunkt, sondern ein Moment des Innehaltens. Ein Moment, um auf Jahre intensiven Lernens zurückzublicken – und auf eine Zukunft vorauszuschauen, in der aus Studierenden Ärztinnen und Ärzte werden.


