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Kultur und Events Weingarten

Zwischen Tafel und Leinwand

Bild: Barbara Müller

WEINGARTEN
Als reizvolle Kunstgalerie präsentierte sich am 5. Februar der Schossbau auf dem Martinsberg: 17 Studierende des Fachs Kunst der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) präsentierten im Rahmen eines Kunstabends auf zwei Etagen Studienarbeiten aus ganz unterschiedlichen Kunstgattungen. Zahlreiche Gäste nutzten die Chance, die gelungenen Malereien und Zeichnungen, Skizzen, Collagen und Skulpturen, Fotoserien, Installationen und Performances anzuschauen und auf sich wirken zu lassen.

Die künstlerische Vielfalt der ausgestellten Arbeiten beeindruckte. Begeistert zeigten sich die Besucherinnen und Besucher beispielsweise von zeichnerisch gelebten Utopien und Dystopien, von Selbstporträts mit ganz unterschiedlichen Verfahrenstechniken oder auch einer „Spurensuche als künstlerischer Strategie“ mit Fotoserien von Türklinken und Fensteransichten. Bewundert wurden kreative Ideen aus dem Bereich „Architektur vermitteln und erleben“ sowie eine themenorientierte Studie mit Bildmaterial aus dem Internet, welche die „Reihung, Ballung und Streuung in bewaffneten Konflikten“ vor Augen führte. Viel Beachtung fanden die Collagen „Prüfungsphase“ und „Farbe“, die ihre Botschaften unter anderem mit kreativ angeordneten leeren Verpackungs- und Dekomaterialien transportierten, aber auch Werke, die als ästhetische Erfahrung ein anderes Sehen vermittelten (beispielsweise durch Spiegel) oder Gegenwelten entstehen ließen – wie etwa italienische Pasta mit einer lila Sauce.

„Zwischen Tafel und Leinwand“ überschrieben die angehenden Kunstpädagoginnen und -pädagogen ihre Ausstellung, für die sie selbst die Auswahl getroffen hatten. Die ausgestellten Arbeiten offenbarten eine Vielfalt an Techniken und Materialien. Sie zeigten individuelle Themenkomplexe, die sich aus dem gesamten Kunststudium speisten und sowohl künstlerische Schwerpunkt-Setzungen als auch Entwicklungsprozesse deutlich machten. Mit textlichen Zusatzinformationen gaben die Studierenden Einblicke in ihre persönlichen Arbeitsprozesse und die daraus gewonnenen Erkenntnisse. Didaktisch aufbereitete Begleittexte ermöglichten der Betrachterin und dem Betrachter zudem einen pädagogischen Blick auf die künstlerischen Prozesse und deren Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler.

Die gezeigten Werke seien Ergebnisse aus Seminaren, in denen die Studierenden verschiedene Sichtweisen von Kunst sowie unterschiedliche Verfahrenstechniken und Zugangsweisen kennengelernt haben, sagte PH-Kunstprofessor Dr. Martin Oswald in seiner Begrüßung. Er dankte allen Gestalterinnen und Gestaltern des Kunstabends sowie den Besucherinnen und Besuchern für das große Interesse. Die angehenden Kunstpädagoginnen und -pädagogen zeigten mit ihrer Ausstellung „Zwischen Tafel und Leinwand“, dass sie selbst einen großen künstlerischen Zugang zu dem haben, was Kunst ausmache, so Oswald weiter. Nicht vergessen werden dürfe aber, dass die PH keine Kunstakademie sei. „Die Ausbildung soll die Studierenden vielmehr dazu befähigen, das Fach Kunst in seiner ganzen Breite zu unterrichten.“ Und noch etwas zeichne den Kunstabend aus: Zum ersten Mal hätten Studierende einige ihrer Werke für eine Versteigerung zur Verfügung gestellt, freute sich der Kunst-Professor und verwies auf die mit einem roten Punkt gekennzeichneten Werke. Der Erlös aus dieser Versteigerung kommt dem Kunst-Camp zugute, das auch in diesem Jahr wieder in den Sommerferien auf Schloss Achberg stattfinden wird und bei dem PH-Kunststudierende Workshops übernehmen.