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Towerstars lassen zu viele Chancen aus

Bild: Kim Enderle

Der Re-Start nach der 12-tägigen Länderspielpause gestaltete sich für die Ravensburg Towerstars leider nicht erfolgreich. Das Team von Coach Peter Russell unterlag dem EHC Freiburg vor 1931 Zuschauern in der CHG Arena mit 2:4.

In den ersten Wechseln merkte man beiden Mannschaften die zurückliegende Pause sichtlich an. Beim Spielaufbau und den Pässen fehlte die Genauigkeit und so wirklich hochkarätige Möglichkeiten waren Fehlanzeige. Nach rund viereinhalb Minuten änderte sich das, als David Zucker und Robbie Czarnik vielversprechend vor dem Freiburger Tor auftauchten, Lois Benzig im Wölfe Tor allerdings parierte. Eine gute Möglichkeit, dem Spiel früh den Stempel aufzudrücken, eröffnete sich eine weitere Minute später. Marvin Neher musste wegen Stockschlags auf die Strafbank, das Powerplay verpuffte allerdings gegen die kompakt stehenden Wölfe.

Die Gäste aus Freiburg hatten immer wieder selbstbewusste Phasen, die klareren Chancen aber die Towerstars auf dem Schläger. Pech hatte in der 13. Minute Robbie Czarnik mit einem Lattenknaller, fünf Zeigerumdrehungen danach scheiterte Martin Hlozek bei einem Alleingang. Die ausgelassenen Chancen sollten sich auf der Gegenseite rächen. Als in der 17. Minute die Towerstars in Person von Robbie Czarnik einen Spieler auf der Strafbank sitzen hatten, nutzte Freiburg die Gunst der Stunde. Neuzugang Tyson McLellan stand am langen Pfosten völlig frei und netzte zum 0:1 ein.

Im zweiten Abschnitt waren beide Teams deutlich besser im Rhythmus und es entwickelte sich ein flottes Spiel. Die spielerischen Vorteile konnten erneut den Towerstars zugeschrieben werden, das Grundproblem der ausgelassenen Möglichkeiten blieb allerdings. Beispielsweise setzte Charlie Sarault den Puck in der 23. Minute an den Pfosten, eine halbe Minute später fand dieser zusammen mit Sam Herr keinen Weg am Wölfe Torhüter vorbei. Stark parierte auf der Gegenseite Towerstars Torhüter Jonas Langmann, als Christoph Kiefersauer in Unterzahl in einen schlampigen Querpass ging und alleine auf das Ravensburger Tor ziehen konnte. Eine regelrechte Erlösung aus Ravensburger Sicht war die 33. Minute. In einer starken Druckphase setzten sich die Oberschwaben im Freiburger Drittel fest und der Schuss von Pawel Dronia schlug zum 1:1 Ausgleich ein. Bis zur zweiten Pause eröffneten sich weitere Möglichkeiten auf die Führung, aber auch Freiburg war dem nächsten Treffer teils gefährlich nahe.

Der Schlussabschnitt sollte dann ein Wechselbad der Gefühle bieten. Viel sprach dafür, dass die Towerstars mit druckvollen Angriffen das Spiel nachhaltig an sich reißen, doch Freiburg stand kompakt vor dem eigenen Tor und überstand auch zwei Ravensburger Powerplays in der 42. sowie 45. Spielminute. Effektiver in Überzahl präsentierten sich die Gäste in der 50. Minute. Gegen Josh MacDonald gab es eine Strafe wegen Stockschlags, fünf Sekunden vor Ablauf der zwei Minuten Unterzahl nutzte Scott Allen die entscheiden Lücke und traf zum 1:2 für Freiburg.

Allerdings hatten die Towerstars die passende Antwort parat. Rekordverdächtige 13 Sekunden nach dem Anspielbully setzte Martin Hlozek das Spielgerät frei im Slot zum viel umjubelten 2:2 Ausgleich in die Maschen. Die Hoffnung auf die vollständige Wende sollte sich leider nicht erfüllen. Freiburg wirkte nach dem Ausgleich frischer und zielstrebiger. Als die Towerstars in arger Bedrängnis fast eine Minute lang den Puck nicht aus der eigenen Zone bekommen hatten, traf Christian Billich rund fünf Minuten vor Schluss zur erneuten Freiburger Führung.

Eine Strafzeit gegen Scott Allen zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sollte den Hausherren eine optimale Gelegenheit für den erneuten Ausgleich bieten, doch die Zeit wurde knapp. Towerstars Coach Peter Russell ging eine Minute vor Ende dann auch volles Risiko. Bei gezogenem Goalie und 6 gegen 4 zog sich die Powerplay Schlinge auch immer enger zu. Eine halbe Minute war noch auf der Uhr, als die Scheibe aus halblinker Position aufs Tor kam und sich dann hinter Luis Benzing im Freiburger Tor ins Netz senkte. Hauptschiedsrichter Daniel Kannengießer zeigte aber an, dass er diese Entscheidung mittels Videobeweis überprüfen wolle.

Nach minutenlanger Sichtung fiel die Entscheidung, dass der Treffer keine Anerkennung fand. Nach durchaus strittiger Meinung der Unparteiischen hatte Sam Herr den Puck mit zu hohem Schläger ins Tor gelenkt. Der vorangegangene Jubel auf den Rängen wich der Verärgerung und wenig später der finalen Enttäuschung. Beim vermeintlich allerletzten Angriffsversuch rutschte die Scheibe aus der Angriffszone und Scott Allen schob den Puck dann trocken zum 2:4 in leere Ravensburger Tor.

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