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Regionaler Arbeitsmarkt stagniert

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Bodensee-Oberschwaben ist erstmal seit Beginn der Coronakrise leicht gesunken. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg waren im Juli 16.956 Frauen und Männer ohne Beschäftigung gemeldet, 164 weniger als im Vormonat (minus 1,0 Prozent). Im Vergleich zum  Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit um 5.774 Menschen zugenommen. Dies entspricht einer Steigerung von 51,6 Prozent.

“Im Hotel- und Gaststättengewerbe ist es zu Neu- oder Wiedereinstellungen gekommen, da die Tourismusregion Bodensee für zahlreiche Urlauber ein attraktives Reiseziel ist“, resümiert Jutta Driesch, die  Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg. Von allen Schulabgänger und jungen Erwachsenen wird in diesem Jahr deutlich mehr Eigeninitiative bei der Lehrstellensuche  verlangt,  da keine Berufsmessen und Jobbörsen stattfinden. Die Agenturchefin ermutigt die Schülerinnen und Schüler, den August intensiv zu nutzen: „Informiert euch. Die duale Ausbildung macht auch 2020 keine  Pause. Es ist noch Zeit, sich um eine Ausbildungsstelle zu kümmern und es gibt viele Angebote.“

Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 3,7 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte). Die Quote in Baden-Württemberg betrug unverändert 4,4 Prozent. Der Bodenseekreis hat mit 3,2 Prozent den zweitbesten Wert  im Ländle. Günstiger ist die Lage nur noch im Landkreis Biberach mit 3,0 Prozent.

„Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit ist noch keine Trendwende. Der Arbeitsmarkt stagniert und erholt  sich leicht”

Jutta Driesch, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Kontanz-Ravensburg

Im Agenturbezirk Konstanz-Ravensburg waren im Juli 16.956 Menschen ohne Arbeit, 7.338 Frauen und 9.618 Männer. Gegenüber dem Vormonat waren 164 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Nach Rechtskreisen gegliedert gehörten 10.121 Menschen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) und 6.835 Menschen zum Rechtskreis SGB II (Grundsicherung).

Im Juli sind bei der Agentur für Arbeit 159 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Damit wurde Kurzarbeit für maximal 4.085 Frauen und Männer angemeldet. In der Summe sind somit von März bis Juli insgesamt 9.296 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben eingegangen. Darin wurden für 148.513 Menschen Kurzarbeit angezeigt. Besonders betroffen waren Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, des Einzelhandels sowie des Hotellerie- und Gaststättengewerbes. Die tatsächliche Zahl der Menschen, die sich in Kurzarbeit befinden, steht erst in einigen Monaten fest.

Vom Zeitpunkt der Anzeige der Kurzarbeit haben die Betriebe drei Monate Zeit, um dies tatsächlich umzusetzen. Nach jedem abgelaufenen Monat in dem kurzgearbeitet wurde, haben die Betriebe abermals drei Monate Zeit, um die Abrechnung bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Für das neue Ausbildungsjahr haben Unternehmen und Behörden 5.148 Lehrstellen gemeldet. Davon waren Ende Juli noch 2.182 unbesetzt. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen bewegt sich ungefähr auf dem Vorjahresniveau. „Mit dem Bundesprogramm ‚Ausbildungsplätze sichern‘ ist ein weiterer Anreiz für die Arbeitgeber geschaffen worden“, so Jutta Driesch. „Es wäre wünschenswert, wenn viele Betriebe dies nutzen.“ Demnach erhalten kleine und mittlere Unternehmen eine Prämie von 2.000 Euro, wenn sie dieses Jahr gleich viele Ausbildungsstellen anbieten wie in den Vorjahren. Wird die Zahl der Lehrstellen sogar erhöht, steigt die Prämie auf 3.000 Euro. Arbeitgeber, die Azubis aus insolventen Betrieben übernehmen, damit diese ihre Ausbildung abschließen können, erhalten ebenfalls eine Förderung.

Im abgelaufenen Monat waren noch 1.117 junge Menschen ohne Lehrstelle. Über www.arbeitsagentur.de oder die Smartphone App „AzubiWelt“ erhalten alle Interessierte wichtige und nützliche Informationen rund um die Lehrstellensuche. Über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit haben sie direkten Zugriff auf alle offenen Ausbildungsstellen.

Im Juli waren insgesamt 5.301 Ausländer arbeitslos gemeldet. 500 (minus 26) * davon stammen aus den Balkan-Ländern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und Serbien. 136 (minus 6) * arbeitslose Menschen sind aus der Russischen Föderation und der Ukraine. Die Staaten Afghanistan, Eritrea, Irak, Islamische Republik Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia, Arabische Republik Syrien sind statistisch in einer Gruppe zusammengefasst. Diese Gruppe umfasst 1.663 (minus 156) * arbeitslose Frauen und Männer.
* In Klammern ist die Veränderung der absoluten Zahlen zum Vormonat angegeben.

Unternehmen und Verwaltungen informierten im Juli über 1.588 neue, offene Stellen. Im gesamten Agenturbereich waren insgesamt 5.133 Stellen unbesetzt. Dies waren 3.341 weniger als im Juli 2019.

Die größte Zahl an offenen Stellen nach Berufsfeldern

Produktion, Fertigung, Rohstoffgewinnung: 1.666
Handel, Vertrieb, Tourismus, Kaufm. Dienstleistungen: 787
Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung: 760
Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit: 609
Bau, Architektur, Gebäudetechnik: 519

Nach Landkreisen betrachtet ergibt sich folgendes Bild:

  • Landkreis Ravensburg
    5.677 Arbeitslose (2.396 Frauen, 3.281 Männer), minus 271 zum Vormonat, Arbeitslosenquote im Juli: 3,4 Prozent, davon SGB II: 2.290 Menschen, minus 435 zum Vormonat
  • Bodenseekreis
    3.972 Arbeitslose (1.738 Frauen, 2.234 Männer), plus 18 zum Vormonat, Arbeitslosenquote im Juli: 3,2 Prozent, davon SGB II: 1.403 Menschen, minus 25 zum Vormonat
  • Landkreis Konstanz
    7.307 Arbeitslose (3.204 Frauen, 4.103 Männer), plus 89 zum Vormonat, Arbeitslosenquote im Juli: 4,5 Prozent, davon SGB II: 3.142 Menschen, minus 5 zum Vormonat