Die Oberschwabenklinik gGmbH hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von 23,192 Millionen Euro abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das Ergebnis leicht um rund 77.000 Euro. Gleichzeitig erreichte die medizinische Leistungsbilanz erneut ein hohes Niveau: Insgesamt versorgte die OSK 174.900 Patienten, 8394 mehr als im Vorjahr.
Stationär behandelte die OSK inklusive der geriatrischen Rehabilitation 37.660 Patientinnen und Patienten, 369 mehr als im Vorjahr. Ambulant wurden 103.956 Menschen versorgt – rund 3.000 mehr als 2024. In den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Ravensburg, Wangen, Bad Waldsee und Isny wurden 33.297 Fälle behandelt – rund 5.000 mehr als im Vorjahr. Seit Anfang 2026 gehören zudem die MVZ in Friedrichshafen und Tettnang zur OSK.
„Die Leistungsbilanz unserer 3.300 Mitarbeitenden ist erneut beeindruckend. Wirtschaftlich kann das Ergebnis dennoch niemanden zufriedenstellen“, sagt OSK-Geschäftsführer Franz Huber. „Die Mitarbeitenden der OSK leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit. Das Finanzierungssystem bildet diese Leistung jedoch nicht ab.“
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in den Zentralen Notaufnahmen. 76.532 medizinische Notfälle hat die OSK im Jahr 2025 versorgt – darunter 10.454 Kinder. Auf das St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg entfielen einschließlich der Kinder 54.284 Notfälle, auf das Westallgäu-Klinikum Wangen 22.248.
„Innerhalb der letzten fünf Jahre ist die Zahl der Notfälle um rund 44 Prozent gestiegen. Unsere Notaufnahmen übernehmen eine immer größere Verantwortung für die medizinische Versorgung der Region. Sie müssen rund um die Uhr hochqualifiziertes Personal, Diagnostik und Behandlungskapazitäten vorhalten – unabhängig davon, wie viele Patientinnen und Patienten gerade behandelt werden. Diese unverzichtbare Vorhaltung wird nicht kostendeckend finanziert“, erklärt Huber.
Veränderungen der Krankenhauslandschaft in der Region, etwa die Schließung der Krankenhäuser in Tettnang und Lindenberg, führen dazu, dass immer mehr Patienten in den Notaufnahmen der Oberschwabenklinik versorgt werden.
Die OSK bewertet die Krankenhausreform des Bundes grundsätzlich positiv. Die Konzentration medizinischer Leistungen und die Einführung von Vorhaltevergütungen seien richtige Schritte, um die Krankenhausversorgung langfristig zukunftsfähig aufzustellen.
Scharfe Kritik übt die Oberschwabenklinik dagegen am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das am 10. Juli 2026 vom Bundestag beschlossen wurde. „Das Gesetz löst kein Finanzierungsproblem, sondern verschiebt in unserem Fall die Lasten von den Krankenkassen auf die Kommunen“, sagt Huber. Nach Berechnungen der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft betrage das Defizit der Krankenhäuser bereits im aktuellen Jahr 880 Millionen Euro. Durch das Gesetz und den Wegfall des Rechnungszuschlags werde dieses Defizit im Jahr 2027 auf 1,65 Milliarden steigen. Für die Oberschwabenklinik ergäben sich Mehrbelastungen von mindestens zehn Millionen Euro jährlich.
„Die zusätzlichen, ungedeckten Millionenbelastungen engen unseren wirtschaftlichen Handlungsspielraum nächstes Jahr weiter drastisch ein“, betont Franz Huber. Gleichzeitig verbindet die OSK mit der Vergabe der Leistungsgruppen Ende des Jahres die Hoffnung auf eine nachhaltige Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft in Baden-Württemberg. „Wenn die Leistungsgruppen konsequent mit Blick auf die gesamte Versorgungsregion zwischen Bodensee und Ulm vergeben werden, kann dies langfristig auch zu einer wirtschaftlichen Entlastung der OSK beitragen“, sagt Huber.
Die OSK bedauert weiterhin, dass der geplante Zusammenschluss mit dem Medizin Campus Bodensee nicht zustande gekommen ist. „Gemeinsam mit dem Landkreis Ravensburg hatten wir eine Lösung vorgeschlagen, die aus unserer Sicht allen Beteiligten gerecht geworden wäre und die Versorgung in der gesamten Region langfristig gesichert hätte.“
Ein wesentlicher Grund dafür, dass sich das Defizit der OSK nicht weiter verschlechtert hat, war der konsequente Abbau von Leiharbeit. Die Ausgaben für Leihkräfte konnten 2025 um 4,7 Millionen Euro reduziert werden.
Maßgeblich dazu beigetragen hat die positive Entwicklung in der Pflege. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die OSK in diesem Bereich 678 Vollzeitkräfte – 69 mehr als im Vorjahr. Viele Teams sind jünger geworden. Gleichzeitig investiert die OSK weiter konsequent in Ausbildung und Personalgewinnung.
310 junge Menschen absolvierten 2025 eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf bei der OSK. Der Anteil internationaler Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler stieg auf 38 Prozent. Noch vor wenigen Jahren lag er bei rund zehn Prozent. „Internationale Fachkräfte sind für die Versorgung in unseren Kliniken längst unverzichtbar“, betont OSK-Geschäftsführer Franz Huber.


