Die Preise für Fahrscheine im Gebiet des Tarifverbunds „bodo“ steigen zum 1. August 2026 um durchschnittlich 3,9 Prozent. Gleichzeitig wird das digitale Angebot weiter ausgebaut, wodurch sich noch mehr sparen lässt als bisher.
Nach einem Jahr der Preisstabilität erhöhen die Landkreise und Verkehrsunternehmen des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbunds (bodo) zum 1. August die Fahrpreise. Mit durchschnittlich 3,9 Prozent fällt die Erhöhung allerdings deutlich moderater aus als im Vorjahr, als die Preise um 5,2 Prozent stiegen.
„Auslöser sind auch diesmal die allgemeinen Preissteigerungen“, erklärt bodo-Geschäftsführer Bernd Hasenfratz. „Speziell im Transportbereich sind es aber vor allem die sehr hohen Energiepreise, die den Verkehrsunternehmen Sorgen bereiten.“ Insofern führe an einer Anpassung kein Weg vorbei. Die behördliche Genehmigung liege laut bodo bereits seit Mitte Juni vor.
Der Anpassung liegt der sogenannte BW-Index mit dem Stichtag 1. März zugrunde. Die drastischen Erhöhungen bei den Treibstoffpreisen sind darin allerdings noch nicht berücksichtigt. „Der BW-Index und die daraus resultierende Preisanpassung werden rückblickend betrachtet. Deshalb werden sich die hohen Dieselpreise erst bei der nächsten Anpassung zum 1. August 2027 bemerkbar machen“, konkretisiert der bodo-Geschäftsführer.
Was bedeutet die Preiserhöhung konkret? Praktisch alle Tickets des bodo-Tarifs – ausgenommen die bodo-Zusatzoptionen zum Deutschlandticket – werden etwas teurer. So kostet beispielsweise der Einzelfahrschein im Barverkauf für Erwachsene innerhalb einer Tarifzone künftig 3,10 statt bisher 3,00 Euro. Der Preis für eine Gruppentageskarte im bodo-Gesamtnetz steigt von 23,80 auf 24,80 Euro.
„Keine Preiserhöhung ist angenehm“, sagt der Geschäftsführer. „Zur Wahrheit gehört aber auch: An den Tickets aus dem bodo-Sortiment hängt nicht alles. Der überwiegende Teil unserer Fahrgäste nutzt das Deutschlandticket. Es kostet in der Standardversion derzeit 63 Euro im Monat. In vielen Fällen, etwa als Jobticket, ist es sogar deutlich günstiger. Bereits wenige Fahrten im Monat genügen, damit es sich lohnt.“
Zwar habe man als regionaler Verkehrsverbund keinen Einfluss auf den Preis des Deutschlandtickets, sein absehbar langfristiger Fortbestand gebe Fahrgästen und Verkehrsunternehmen jedoch wichtige Planungssicherheit. Für Fahrgäste, die sich nicht auf ein Deutschlandticket-Abonnement festlegen möchten, schafft der Verkehrsverbund nun ein ähnlich günstiges regionales Angebot: „Bei der bodo-eCard führen wir zum 1. August einen Preisdeckel ein“, erklärt Bernd Hasenfratz. „Das bedeutet: Egal, wie viel man innerhalb des bodo-Gebiets fährt – teurer als 72 Euro pro Monat und eCard wird es nicht.“ Damit werde der öffentliche Nahverkehr auch für Gelegenheitsnutzer noch flexibler und besser kalkulierbar. Zudem liegt das Preisniveau bereits ab der ersten Fahrt sehr niedrig. Denn wer mit der eCard fährt, erhält den Digitaltarif, der gegenüber dem Barverkauf um 30 Prozent günstiger ist.
Künftig sparen auch Fahrgäste, die das Check-in-/Check-out-System CiCoBW innerhalb des bodo-Gebiets nutzen, 30 Prozent statt bisher zehn Prozent. Dieses vom Land Baden-Württemberg und den Verkehrsverbünden gemeinsam betriebene System ist in verschiedene Apps integriert und folgt einem einfachen Prinzip: Beim Einsteigen meldet man sich mit dem Smartphone an, beim Aussteigen wieder ab. Im Nachgang wird automatisch der günstigstmögliche Tagespreis berechnet. Auch bei CiCoBW gilt künftig ein Preisdeckel: Mehr als 72 Euro pro Monat fallen nicht an.
INFOS
- Die ab dem 1. August gültigen vollständigen Tarifbestimmungen finden sich ab dem Tag des Inkrafttretens auf www.bodo.de.
- Individuelle Preisauskünfte liefert außerdem die elektronische Fahrplanauskunft auf www.bodo.de nach Eingabe von Start, Ziel, Datum und Uhrzeit.


