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Neues E-Mobility Labor an der RWU

Der Landesminister für Soziales und Integration, Manfred Lucha (vorne links), übergibt als Vertreter des Landes Baden-Württemberg symbolisch das neue E-Mobility-Labor vom Bauherrn an den Nutzer, die Hochschule Ravensburg Weingarten, vertreten durch Professor Dr. Benedikt Reick (vorne rechts), einer der Leiter des Instituts für Elektromobilität an der RWU. Hermann Zettler (hinten rechts), Amtsleiter und leitender Baudirektor am Ravensburger Landesamt. Foto: Felix Kästle

Die Anzahl der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge auf den Straßen steigt, vom Bike über PKWs und Lieferwagen bis hin zum E-Bus. Passend zu dieser Entwicklung übergab Manne Lucha im Namen des Landes Baden-Württemberg am 1. Juli das neue E-Mobility-Labor an die Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU). „Ich bin beeindruckt von der Mischung aus modernster Architektur und Funktionalität. In diesem Gebäude wird die Zukunft der Mobilität mitgestaltet“, sagte der baden-württembergische Minister für Soziales und Integration, der selbst Absolvent der RWU ist.

Ziel des eingeschossigen Neubaus war es, den Lehrinhalt am Gebäude ablesbar zu machen. So erinnert das neue E-Mobility-Labor mit der auf Stelzen ruhenden, schwebenden Konstruktion an eine Forschungsstation. Die geplanten Photovoltaikanlagen an der Fassade und auf dem Dach ergänzen das Thema der erneuerbaren Energien. „Was in dem Gebäude geschehen wird, korrespondiert mit der Architektur“, sagt Hermann Zettler, Amtsleiter und leitender Baudirektor am Ravensburger Landesamt für Vermögen und Bau, das für die Immobilien und Hochbaumaßnahmen des Landes in den Landkreisen Ravensburg, Bodensee und Sigmaringen verantwortlich ist.

Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau greifen ineinander

Mit dem neuen Labor ist kein konventionelles Gebäude entstanden. Vielmehr handelt es sich um einen „elementierten Bau“, der aus vorgefertigten Elementen modular aufgebaut wurde. „Im Laufe der Zeit werden sich die Forschungsinhalte verändern, und wir können ganz flexibel darauf reagieren und nachrüsten. Das hat Pilotcharakter“, so Hermann Zettler.

Bereits seit 2013 bietet die RWU den Studiengang Elektromobilität und regenerative Energien an. Die 271 Quadratmeter neuer Nutzfläche bieten nun zusätzliche Möglichkeit, Elektrofahrzeuge für den Massenmarkt zu untersuchen und zu verändern. Ansatzpunkte hierbei sind beispielsweise die einzelnen Komponenten innerhalb des Fahrzeugs wie auch die Kommunikation des Fahrzeugs nach außen wie etwa mit Ladestationen.

Das Institut für Elektromobilität verbindet dazu die Kompetenzen aus verschiedenen Fakultäten und Studiengängen. „Das neue E-Mobility Labor ist für uns auch deshalb so besonders, da es fakultätsübergreifendes Arbeiten befeuert: Die Elektrotechnik, die Informatik und der Maschinenbau greifen in den Projekten hier ineinander“, sagt Professor Dr. Benedikt Reick, einer der Gründer des Instituts für Elektromobilität an der RWU.

Der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Thomas Spägele, sieht Hochschulen generell als die „Treiber für innovative Ideen und Fragen der Gesellschaft“. Da ist es folgerichtig, wenn sich die Hochschule in Weingarten in Zeiten von Klimawandel und Verkehrsinfarkten einer zukunftsfähigen Mobilität annimmt. Mit Blick auf das Formula Student Team Weingarten könnte zu der elektrischen Mobilität noch eine weitere Komponente hinzukommen: Das junge Racing-Team geht seit zwei Jahren auch mit einem autonom fahrenden Rennwagen an den Start. Bereits beim Spatenstich zum E-Mobility-Labor hatte der Rektor Thomas Spägele gesagt: „Dieses Labor ist auch ein Symbol für junge Menschen, dass das, was sie machen, zukunftsweisend ist.“

Finanziert wurde der Neubau anteilig vom Amt für Vermögen und Bau und der Hochschule, aber auch in Kooperation mit der Industrie. So dankte Thomas Spägele der ZF Friedrichshafen AG für die Unterstützung in diesem Projekt. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Geplant wurde das E-Mobility Labor von Brixner Architekten aus Stuttgart. Ebenfalls aus der Landeshauptstadt zur Schlüsselübergabe angereist, sagte Manne Lucha abschließend: „In Oberschwaben hat einfach immer schon der Bär gesteppt.“