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Landkreis RV

Kinder beteiligen – Zukunft gestalten

Das Thema Kinder- und Jugendbeteiligung ist aktueller denn je. Nicht zuletzt das große Engagement junger Menschen im Rahmen der Fridays for Future-Bewegung macht das Thema in den Medien und in der breiten Gesellschaft präsent. Es zeigt sich immer deutlicher, dass Kinder und junge Menschen bei vielen Beteiligungsprozessen wichtige Impulse geben können und ihr Recht auf Beteiligung auch wahrnehmen möchten.

Das große Interesse an dem Thema Kinder- und Jugendbeteiligung belegten die vielen Teilnehmenden – auch weit über den Landkreis Ravensburg hinaus –, die sich Ende Juli zu der digitalen Fachtagung „Kinder beteiligen- Zukunft gestalten“ zugeschaltet hatten, um untereinander und mit den Referenten zu beraten, wie Kinderbeteiligung erfolgreich gelingen kann. Organisiert wurde die Online-Veranstaltung vom Kreisjugendring Ravensburg, dem Landratsamt Ravensburg und der Kinderstiftung Ravensburg / Projekt Kinderpartizipation Württemberg. Den Organisatoren war es wichtig, Möglichkeiten der Vernetzung und des Austauschs zu schaffen und die Vielfalt in diesem Themenbereich abzubilden. Wichtige Impulse hierfür bot nicht nur das Programm an sich, sondern auch der digitale „Markt der Möglichkeiten“ in der Mittagspause, in dessen Rahmen sich verschiedene Initiativen und Partner – darunter auch die Kinderstiftung Ravensburg, das Landratsamt Ravensburg, der Kreisjugendring Ravensburg und viele andere – vorstellten und vielfältige Informationen vermittelten.

Fachreferentin war Carmen Feuchtner vom Bregenzer Verein „Welt der Kinder“. Sie begleitet seit 20 Jahren die Entwicklung und Implementierung von Kinder- und Jugendpartizipationsprogrammen und wird im April 2022 den biennalen Kongress „Kindheit, Jugend und Gesellschaft“ in Bregenz kuratieren. Carmen Feuchtner sprach über „Selber! Vom Lieblingswort der Kinder und seiner Bedeutung für das Gemeinwesen“ und gab wichtige Impulse zu diesem komplexen Thema. Es sei höchste Zeit, gemeinsam Kräfte zu sammeln für mehr Fairness gegenüber der jungen Generation, so die Referentin. Kinder und Jugendliche erhielten viel zu wenig Raum für Mitsprache, geschweige denn Mitgestaltung. „Kinderpartizipation zu begleiten, setzt voraus, dass wir als Erwachsene einen Konvoi bilden und uns gut zu den Lebenswelten der Kinder informieren“, appellierte Carmen Feuchtner an die Teilnehmenden.

Verschiedene Praxisbeispiele am Nachmittag gaben wertvolle Einblicke in vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder ab dem Kindergartenalter. Das Kinderhaus Bullerbü in Weingarten beispielsweise arbeitet nach dem Konzept „Kinderstube der Demokratie“ und verfügt über eine Kita-Verfassung, in der die Rechte der Kinder niedergeschrieben sind. In der Wilhelm-Hauff-Schule in Stuttgart gibt es Kindervertreterinnen und -vertreter als Sprachrohr für die Belange der Kinder, bei der Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen entscheiden Kinder und Jugendliche in einem Kinderbeirat über Projektfördermittel. Dass die Umsetzung von Kinderbeteiligung auch in kleineren Gemeinden möglich ist, zeigte das Beispiel „Kinderbeteiligung im ländlichen Raum“ des Kreisjugendrings Ravensburg – ein Konzept zur Beteiligung von Schülerinnen und Schülern der vierten Grundschulklassen. Die Möglichkeit, nach dem Fachvortrag und den Praxisbeispielen in festen Zeitfenstern noch Fragen zu stellen, wurde von den Fachtagungs-Teilnehmenden rege genutzt.

Das Ziel des Netzwerkes ist es, auch weiterhin zum Thema Kinderpartizipation mit Fachkräften im Austausch zu bleiben und das Thema zu fördern.

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