rv-news.de
Landkreis RV

In die Stadthalle Bad Waldsee ziehen 43 Asylbewerber ein

Informationen aus dem Landratsamt. Archivbild: F.Enderle
- Anzeige -


Aufgrund der nach wie vor stark ansteigenden Zahl von Schutzsuchenden wird die Stadthalle Bad Waldsee ab dem 5. Dezember 2022 zur Unterbringung von Asylbewerbern/innen genutzt. Zunächst werden 43 Menschen einziehen. Insgesamt kann die Stadthalle 120 Personen eine Unterkunft bieten. Der Landkreis hat die Stadthalle in den letzten Wochen entsprechend vorbereitet.

Ursprünglich sind der Landkreis und die Stadt Bad Waldsee gemeinsam davon ausgegangen, dass die Stadthalle als Behelfsunterkunft für ukrainische Geflüchtete benötigt wird. Zwischenzeitlich erreichen aber immer mehr Asylbewerber/innen den Landkreis Ravensburg. Auf die dringliche Bitte des Landkreises und in Anbetracht der insgesamt sehr angespannten Unterbringungssituation hat die Stadt Bad Waldsee der Unterbringung von Menschen aus Drittländern wie beispielsweise Syrien, Afghanistan und der Türkei in der Stadthalle zugestimmt. „Der Landkreis sowie die Städte und Gemeinden sehen sich mit einer immensen Belastungssituation konfrontiert. Ich bin sehr dankbar für die große Solidarität der Stadt Bad Waldsee in dieser für uns alle extrem schwierigen Situation“, so Landrat Harald Sievers.

Ende September ging die Landkreisverwaltung noch von einer wöchentlichen Zuweisung von durchschnittlich 150 Schutzsuchenden aus der Ukraine aus. Mit den Städten und Gemeinden wurde daher eine gemeinsame Vorgehensweise zur Unterbringung dieser Menschen in Behelfs- und Notfallunterkünften erarbeitet. Im ersten Schritt wurden Behelfsunterkünfte in den großen Kreisstädten aufgebaut.

An der bestehenden Kapazitätsplanung für Asylbewerber/innen, welche im Herbst 2021 auf den Weg gebracht und vom Kreistag bestätigt wurde, wurde zu diesem Zeitpunkt aufgrund der geringen Zugangszahlen von ca. 40 Asylbewerbern/innen pro Monat festgehalten. Nun ist jedoch zum Jahresende die Zahl der Asylbewerber/innen ungewöhnlich stark angestiegen. Der Landkreis verzeichnet bei dieser Personengruppe im Vergleich zum vergangenen Jahr einen doppelt so hohen Zugang. Im Oktober und November 2022 lagen die Zuweisungen bei über 100 Personen. Bereits im Monat November waren die Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber/innen im Landkreis daher komplett ausgeschöpft.

Grundsätzlich entscheidet das Land darüber, wie viele Personen welcher Nationalität und welchen Alters in den Landkreis kommen. „Die Lage bleibt weiterhin sehr dynamisch und ist stark vom weiteren Verlauf des Krieges in der Ukraine und sonstiger Flüchtlingsbewegungen abhängig“, so der Erste Landesbeamte Dr. Andreas Honikel-Günther. Aktuell geht die Landkreisverwaltung von einer Zuweisung von 150 Asylbewerbern und 120 ukrainischen Geflüchteten pro Monat aus.