Die Stadt Ravensburg nimmt in den nächsten Jahren viele Millionen Euro in die Hand und investiert in die Qualität ihrer Schulen. Damit schafft die Stadt die notwendigen Räume und macht die Schulen fit für die Anforderungen an eine zeitgemäße und bedarfsgerechte Bildung und Betreuung. Zum Teil stehen tiefgreifende Veränderungen an verschiedenen Schulstandorten in Ravensburg an. Dies hat der Gemeinderat am 13. Juli auf den Weg gebracht.
Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp: „Dass die Schülerzahlen in Ravensburg steigen, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Wir werden als Schulträger die erforderlichen Räume in guter Qualität zur Verfügung stellen.“
Allen voran wird die Stadt den Anspruch nach dem vom Bundestag beschlossenen Ganztagesförderungsgesetz (GaFöG) umsetzen. Das GaFöG schafft einen Rechtanspruch auf ganztägige Betreuung und Förderung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/2027. Die Stadt muss hier zusätzliches Personal einstellen und die räumlichen Voraussetzungen für die Ganztagesbetreuung schaffen. Es werden zusätzliche Betreuungsräume und Mensakapazitäten benötigt. Zudem kommt 2026 ein außerordentlich geburtenstarker Jahrgang in die Grundschulen. Die Schülerzahlen steigen demnach.
An den weiterführenden Schulen werden die Schülerzahlen ebenfalls deutlich ansteigen. Zudem wird in Baden-Württemberg aufgrund der Entscheidung des Landtages das neunjährige Gymnasium (G9) wieder eingeführt. An den drei städtischen Gymnasien bedeutet das im Endausbau zahlreiche weitere Klassen, die Platz benötigen. Für die Realschule Ravensburg zeichnet sich demografisch bedingt ebenfalls ein Anstieg der Schülerzahlen ab. Die Gemeinschaftsschule und das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum an der Grundschule St. Christina (SBBZ) bleiben voraussichtlich stabil. Die Grundschule St. Christina wird zweizügig aufwachsen.
Einer der ganz wesentlichen Investitionsschwerpunkte in Ravensburg ist und bleibt in den kommenden Jahren die Bildung. Die Stadtverwaltung hat in den letzten Monaten intensiv an einer umfassenden Schulentwicklungsplanung gearbeitet. Unter Federführung des Amtes für Bildung, Soziales und Sport ist in Zusammenarbeit mit dem Amt für Architektur und Gebäudemanagement ein zukunftsweisendes Konzept entstanden. Dabei wurden alle Aspekte im Detail untersucht. Herausgekommen ist ein Vorschlag, der für die Schülerinnen und Schüler nachhaltig ist und Ravensburg für die Zukunft eine moderne und qualitativ hochwertige Bildungslandschaft sichert. Insbesondere die Schulen in der Kernstadt sind im Fokus. In den Ortschaften sind die Grundschulstandorte schon seit längerem im Blick. Dort wurden bzw. werden ebenfalls notwendige Räume für den Ganztagesanspruch geschaffen.
Um alle Raumbedarfe zu erfüllen, kommt es bis ins Jahr 2035 zu Umzügen verschiedener Schulen, zu Sanierungen und zu Neubauten. In einem ersten Schritt wird in der Nordstadt für die Grundschule Kuppelnau ein Neubau entstehen. Sie soll im Jahr 2029 an den Start gehen. Durch den Auszug der Grundschule werden Räume im heutigen Bestandsgebäude Kuppelnau frei. Nach einer Ertüchtigung dieser Räume, kann der Teil der Gemeinschaftsschule am Standort Neuwiesen in das Kuppelnaugebäude einziehen. Dann ist sie etwa im Jahr 2031 mit dem Standort an der Kuppelnauschule räumlich vereint. Am Standort Neuwiesen wiederrum wird dann eine Fläche für die Grundschule frei, die dann innerhalb des Geländes voraussichtlich im Jahr 2032 umziehen wird. 2033 dann soll das SBBZ an den Standort Neuwiesen umziehen. Sobald das SBBZ aus St. Christina ausgezogen ist, werden die Räume für die wachsende Grundschule bis 2035 saniert. Mit dieser Schulrochade werden die Platzbedarfe erfüllt.
Dies geht allerdings nur mit Interimsunterbringungen: Am Standort St. Christina wird es in den Jahren 2027 bis 2035 ein Interim geben. An der Grundschule Neuwiesen wird der Hort bis zum Auszug der Gemeinschaftsschule ein Interim bekommen. An den Gymnasien wird es einen Ergänzungsneubau für die zusätzlich benötigten Klassen geben. Für die Realschule könnte der Erwerb der benachbarten Landwirtschaftsschule eine Option sein. Die Stadtverwaltung führt dazu derzeit Gespräche. Diese Fläche wäre für die Realschule eine interessante Entwicklungsoption.
Die Streckung dieses großen Projekts über einen solch langen Zeitraum, macht die Finanzierung möglich und lässt den Schulen ausreichend Zeit für die organisatorische Planung.


