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Towerstars patzen gegen Landshut

Viele Chancen, magere Ausbeute: Die Towerstars unterliegen Landshut nach Penaltyschießen. Bild: Kim Enderle

Die Ravensburg Towerstars haben ihre Hausaufgabe im Fernduell mit Heilbronn und Crimmitschau nur zu einem kleinen Teil erledigen können. Im Heimspiel am Samstagabend gegen den EV Landshut setzte es eine 4:5 Niederlage nach Penaltyschießen.

Die Towerstars hatten einen vielversprechenden Start ins Spiel. Nach exakt einer Minute schloss Mathieu Pompei eine schnelle Kombination und starkem Rückhandpass von Robbie Czarnik eiskalt zur 1:0 Führung ab. Die Gäste aus Niederbayern, die verletzungsbedingt nur auf 13 Feldspieler zurückgreifen konnten und für die der Playoff-Zug bereits am Donnerstag abgefahren war, schienen vom frühen Rückstand allerdings unbeeindruckt.

Sie machten den Towerstars die offensiven Bemühungen in der Folgezeit schwer und starteten immer wieder gefährliche Gegenstöße – letztlich auch mit Folgen in der 7. Spielminute. Knapp eine Minute nachdem Marcus Power Towerstars Keeper Olafr Schmidt geprüft hatte, vernaschte der aktuelle Liga-Topscorer Zach O´Brien die Ravensburger Defensive samt Torhüter und schob zum 1:1 Ausgleich ein.

In den Szenen danach wirkten die Oberschwaben wie so oft nach dem ersten Gegentreffer verunsichert und nervös, Kilian Keller sollte diese Phase aber mit dem 2:1 Führungstreffer beenden. John Henrion zog in der 10. Minute auf halb rechts davon und aufgrund des etwas zu spitzen Winkels versuchte er es mit einem Bauerntrick. Dimitri Pätzold roch zwar den Braten und machte die kurze Ecke zu, gegen den Nachschuss war er allerdings machtlos. Die Towerstars lagen mit 2:1 in Front und verteidigten diese Führung auch bis zur ersten Pause. Landshut hatte allerdings in der Schlussphase des Startdrittels hochkarätige Möglichkeiten auf den Ausgleich.

Im zweiten Spieldrittel mussten die Towerstars nach knapp zwei Minuten eine Strafzeit gegen Kai Hospelt schlucken, diese nutzten die Gäste aus Niederbayern eiskalt aus. Maximilian Forster hatte in der Halbdistanz alle Zeit der Welt um Maß zu nehmen und die Scheibe schlug im linken Kreuzeck ein. 10 Sekunden zuvor hatte bei einem Schuss von Zach O´Brien noch die Latte gerettet. Es bot sich danach ein Spielgeschehen, in dem die Towerstars sicherlich mehr Spielanteile und auch mehr Schüsse auf das gegnerische Tor hatten. Landshut stand allerdings kompakt in der eigenen Zone, daran rieben sich die Gastgeber immer wieder nahezu verzweifelt auf. Der Alleingang von John Henrion in der 38. Minute war da noch eine der hochkarätigsten Möglichkeiten. Hinzu kam, dass Landshut die Ravensburger Angriffe oftmals schon an der blauen Linie unterband und dann blitzschnell für Konter umschaltete.

Es war klar, dass die Towerstars im Schlussabschnitt noch engagierter zu Werke gehen mussten, allerdings blieb der EV Landshut weiterhin ganz schwer zu knacken. Zumindest bis zur 49. Minute, dann schlug Robbie Czarnik zu. Einen cleveren Rückpass von Kollege Mathieu Pompei verwertete der „clever fit Top Scorer“ freistehend im Slot zur 3:2 Führung. Die Frage, ob damit die Landshuter Gegenwehr etwaige Kratzer bekam, beantwortete Zach O´Brien knapp zwei Zeigerumdrehungen später mit dem 3:3 Ausgleich. Mit Daniel Stiefenhofer saß in der 51. Minute erneut ein Ravensburger Spieler auf der Strafbank und wieder fand der Puck durch einen platzierten Handgelenkschuss den Weg ins lange Eck.

Und es kam noch dicker für die Gastgeber. Eine halbe Minute nach dem Wiederanspiel setzte es die nächste Strafzeit, diesmal für Mathieu Pompei. Wieder nutzten die Dreihelmenstädter diese Powerplay Chance aus, gegen Zach O´Brien schien sprichwörtlich kein Kraut gewachsen und der frühere Ravensburger Stürmer hämmerte den Puck zum dritten Mal erfolgreich in die Maschen. Landshut lag erstmals in Führung und den Towerstars schienen jetzt alle Felle davonzuschwimmen.

Doch das Team von Coach Marc Vorderbrüggen kompensierte noch einmal alle Moral und wurde belohnt. Knapp zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit besorgte James Bettauer den erlösenden 4:4 Ausgleich. Dieser beflügelte die Hausherren weiter, Kapitän Vincenz Mayer hatte allerdings das Pech am Schläger und traf 37 Sekunden vor der Schlusssirene nur den rechten Pfosten.

Es ging in die Verlängerung, in der die Towerstars zwar den Ton angaben, sich allerdings nicht konsequent genug im Abschluss zeigten. Die fünf Minuten blieben daher ohne Treffer und somit musste das Penaltyschießen entscheiden. Hier kam es dann im zweiten Tie-Break und dem insgesamt zehnten Anlauf zur Entscheidung. James Bettauer konnte die durch Zach O´Brien vorgelegte Führung des EV Landshut nicht mehr ausgleichen und der Zusatzpunkt ging an die Gäste.

Im heißen Kampf um das Viertelfinalticket war ein Punkt natürlich eine äußerst magere Ausbeute, zumal bei den gleichzeitigen Niederlagen von Heilbronn und Crimmitschau die große Chance verpasst wurde, den Puffer auf Platz 9 auf drei Punkte auszubauen.

Am Montag schließen die Towerstars das umfangreiche Osterprogramm mit dem Derby in Kaufbeuren ab. Spielbeginn ist um 17 Uhr, auch diese Partie wird selbstverständlich live auf SpradeTV zu sehen sein.