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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Vertreterinnen und Vertreter des ZfP legten gemeinsam mit dem Ravensburger Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp (2.v.r.) am Denkmal der Grauen Busse einen Kranz nieder. Foto: Made Höld.

Mit einer Kranzniederlegung am Denkmal der Grauen Busse in Weissenau haben das ZfP Südwürttemberg und die Stadt Ravensburg gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Noch bis zum 13. März ist außerdem eine Ausstellung zum „Umgang mit demokratiefeindlicher und menschenverachtender Sprache“ im ZfP zu sehen.

Jährlich erinnern Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Ravensburg und des ZfP Südwürttemberg am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialmus, darunter die in Grafeneck und Hadamar getöteten Patientinnen und Patienten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Weissenau. 691 Mal ertönte auch diesmal die Glocke der Klosterkirche Weissenau. Symbolisch wurde so an die 691 getöteten psychisch Kranken erinnert. In stillem Gedenken verharrten die Anwesenden am Denkmal der Grauen Busse.

„Besonders möchten wir heute an die Stigmatisierung und Ausgrenzung psychisch kranker Menschen erinnern“, betonte Dr. Thomas Müller, Leiter der Abteilung Bildung und Wissen im ZfP, und schlug die Brücke zur Gegenwart. Auch heute werde über psychisch Kranke als stigmatisierte Gruppe gesprochen, für notsuchende Menschen werden entindividualisierende Begriffe wie Flüchtlinge und Asylsuchende verwendet. „Eine bedrohliche Entwicklung“, so die mahnenden Worte Müllers, auch in Hinblick auf die Folgen von Stigmatisierung. Er verdeutlichte: „Wir als ZfP Südwürttemberg möchten dieser Entwicklung entgegentreten“ und verabschiedete die Anwesenden mit der Bitte im Gespräch zu bleiben.

Zum Abschluss der Veranstaltung legten Dr. Thomas Müller, Dr. Daniel Rapp, Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg sowie Karin Wochner, Regionaldirektorin des ZfP am Standort Weissenau, einen Kranz am Denkmal der Grauen Busse nieder.

INFO
Die Wanderausstellung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen …“, rückt die Wirkmacht von Sprache in den Mittelpunkt und stellt unter anderem demokratiefeindliche und menschenverachtende Begriffe von damals und heute vor. Die Ausstellung ist bis zum 13. März im Zentralgebäude des ZfP in Weissenau zu sehen.