rv-news.de
Ravensburg Top-Thema

Die 52. O-S-S läuft

Mit einem Bürgerempfang haben Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp und Thomas Strobel, Landesminister für Inneres, digitale Infrastruktur und Migration die 52. Auflage der regionalen Verbraucher- und Landwirtschaftsmesse „Oberschwabenschau“ eröffnet.

Wie schon in den Vorjahren war die Halle 2 „Ravensburg erleben“ nur wenige Minuten nach der Öffnung um 10.15 Uhr brechend voll. Nach der musikalischen Eröffnung der „Jack Russel´s Halsbänd“ und der obligatorischen Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste widmete sich Oberbürgermeister Daniel Rapp zunächst dem aktuellen Thema „Klimawandel“ und „Klimapaket“. Für das Stadtoberhaupt gingen die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zwar in die richtige und wichtige Richtung, in einigen Bereichen aber nicht weit genug, beispielsweise beim ÖPNV. Man könne sich, so der OB, leicht ausrechnen, dass bei der Verteilung von 1 Milliarde Euro Förderung für den ÖPNV in einer Region wie Ravensburg absolut nichts ankommen würde.

Daniel Rapp brachte in seinem Grußwort konkrete Überlegungen ins Spiel, wie der Verzicht auf den PKW in der Praxis attraktiv gemacht werden könne. Beispielsweise im Flappachbad, wo derzeit das Parken kostenlos ist. „Wie wäre es denn, wenn das Parken kostet und dafür der Eintritt für das Bad frei wäre?“, sagte Rapp und erntete dafür viel Beifall. Neben dem Ausbau der Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge widmete sich das Stadtoberhaupt auch der Umgestaltung des Gespinstmarkts. Insbesondere beim Handel sorgen die Planungen in Richtung „verkehrsfrei“ derzeit für geteilte Meinungen. Rapp sieht es in harten Zeiten der Konkurrenz aus dem Internet aus ausgesprochen wichtig an, den Handel zu stärken. Mehr Vorteile als Parkplätze direkt vor der Ladentüre würden laut Rapp eine attraktive Innenstadt mit viel Aufenthaltsqualität bringen. „Wir müssen schon hinterfragen, ob wir bei einem offenen Bachbett, neu gepflanzten Bäumen und attraktiver Außengastronomie wegen vier verbleibenden Parkplätzen den gesamten Verkehr da durchwursteln lassen“, betonte Daniel Rapp und bekam auch hierfür viel zustimmenden Beifall von den Besuchern des Bürgerempfangs.

Politische, prominente Ehrengäste halten sich bei der Eröffnung der Oberschwabenschau traditionell mit Versprechungen für regionale Projekte und Themen zurück, das war auch bei Minister Thomas Strobel nicht anders. Der stellvertretende Ministerpräsident und Landesminister für Inneres, digitale Infrastruktur und Migration konzentrierte sich stattdessen auf die Vorzüge und attraktiven Angebote der Oberschwabenschau und spielte gleich zweimal mit den Vorstellungen, dass Oberschwaben zwar nicht direkt das Paradies sei, aber ganz dicht daneben liege. Da dürfte sich so mancher Zuhörer gefragt haben, ob das ein kleiner Wink mit dem Fördergelder-Zaunpfahl war und die hiesige Region beim in Zukunft noch weniger bedacht wird.

Wichtig war es dem Minister, die Landwirtschaft in Baden-Württemberg zu stärken und spannte den Bogen zum Volksbegehren Artenschutz, das auch auf der Oberschwabenschau und insbesondere auf der Sonderschau „Der Grüne Pfad“ allgegenwärtiges Thema ist. „Wenn die Forderungen des Volksbegehrens umgesetzt würden, wäre das auch das Ende des kommerziellen Obst- und Weinbaus“, kritisierte er die als zu einseitig betrachteten Forderungen der Initiatoren des Volksbegehrens. „Wenn jetzt sogar schon der Imkerverband dagegen ist, dann sind die Zweifel berechtigt. Wir brauchen beides: Die Bienen und die Landwirte“, sagte Strobel.

Bild: Kim Enderle

Auch wenn am Eröffnungssamstag das spätsommerliche Wetter einige Besucher und vor allem interessierte Landwirte gekostet haben dürfte, herrschte in den Messehallen doch reges Treiben. Beliebt waren sofort nach Eröffnung vor allem die Messestände von Produkten und Neuheiten rund um den Haushalt.

Die Oberschwabenschau hat noch bis zum Sonntag, 20. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Infos zum Rahmenprogramm gibt es auch im Internet unter www.oberschwabenschau.de.