Unsichere politische Rahmenbedingungen, internationale Krisen und eine verhaltene Konjunktur haben das Geschäftsjahr 2025 geprägt. Die Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS) und ihre Netztochter TWS Netz GmbH haben sich in diesem Umfeld stabil behauptet: Der TWS-Konzern erwirtschaftete 11,5 Millionen Euro Gewinn und damit rund 1,3 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Das Unternehmen investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 40,7 Millionen Euro, über 7,7 Millionen Euro mehr als 2024. In ihren eigenen Anlagen und Beteiligungen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erzeugte die TWS 72,4 Millionen Kilowattstunden Ökostrom. Das Unternehmen gewann erneut Stromkundinnen und Stromkunden hinzu, hielt die verkaufte Strommenge mit 249 Millionen Kilowattstunden auf hohem Niveau und baute die eigene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weiter aus, ebenso wie das Wärmenetz. 2025 erbrachte die TWS Dienstleistungen für Kommunen und Beteiligungen wiederum in größerem Umfang als im Jahr zuvor. Den Gewinn schüttet die TWS größtenteils an die Gesellschafter und die Genussrechtsinhaber aus. Der übrige Gewinn verbleibt im Unternehmen und stärkt die bereits solide Eigenkapitalbasis.
Diese und weitere Zahlen hat das Unternehmen jetzt bekannt gegeben. Damit zeigt die Bilanz: Regionale Verankerung, vorausschauende Energiebeschaffung und der Fokus auf erneuerbare Erzeugung stärken die Widerstandskraft des Unternehmens. „Gerade in einem unsicheren Umfeld zeigt sich, wie wichtig eine breite und vorausschauende Aufstellung ist. Dass sich erneut mehr Menschen und Unternehmen für die TWS entschieden haben, verstehen wir als Vertrauen in eine Versorgung, die regional verankert, fair und verlässlich ist“, sagt Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer der TWS.
Breite Aufstellung stützt Ergebnis
Zum stabilen Jahresverlauf trugen die verschiedenen Geschäftsfelder des Konzerns bei. Neben dem Vertrieb von Strom, Gas, Wasser und Wärme gehören dazu Netzbetrieb, Energielösungen, Mobilitätsangebote sowie Dienstleistungen für Kommunen und Beteiligungen. Auch energiewirtschaftliche Beteiligungen und Beteiligungen an Zukunftstechnologien der Energiewende stärkten die Position der TWS und ihrer Netztochter.
Die TWS setzt weiterhin auf eine vorausschauende Beschaffungsstrategie auf Grundlage eines Portfoliomanagementsystems. Das Unternehmen kauft Strom und Gas in Teilmengen über längere Zeiträume ein. Dadurch wirken sich kurzfristige Preisspitzen an den Weltmärkten weniger auf die Kundinnen und Kunden aus. Sie profitieren von einer Einkaufsstrategie, die langfristig auf Stabilität und Verlässlichkeit ausgerichtet ist.
Stromkundenzahl steigt erneut
Die TWS gewann 2025 erneut Stromkundinnen und Stromkunden hinzu; die Kundenzahl stieg um rund 13 Prozent. Gleichzeitig blieb die verkaufte Strommenge auf hohem Niveau stabil. Seit dem Einstieg in den Stromvertrieb im Jahr 2008 liefert das Unternehmen ausschließlich Ökostrom. Inzwischen verfügt der TWS-Strom über das TÜV-zertifizierte Ökostrom-D-Label von KlimaInvest. Die Nachweise zeigen, dass der Strom vollständig aus Anlagen in Deutschland stammt, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen.
Im Gasgeschäft setzte sich der Rückgang moderat fort: Die verkaufte Gasmenge sank um rund 4 Prozent. Gründe hierfür waren der wieder zunehmende Wettbewerb, Produktionsrückgänge infolge der wirtschaftlichen Stagnation sowie Investitionen in energieeffiziente Heizsysteme. In der Wasserversorgung stieg die Absatzmenge um 6,4 Prozent. Dabei verzeichnete die TWS insbesondere bei Großkunden größere Abnahmemengen, während die an Haushalte und Gewerbe verkaufte Menge leicht zurückging.
Erneuerbare Erzeugung stärkt Geschäftsmodell
Die TWS setzte den Ausbau der Stromgewinnung aus erneuerbaren Quellen fort. In den vergangenen fast zwei Jahrzehnten investierte das Unternehmen insgesamt über 74 Millionen Euro in diesen strategischen Schwerpunkt. Im Geschäftsjahr 2025 belief sich das Investitionsvolumen in dieser Sparte auf 6,4 Millionen Euro; 2024 waren es 1,2 Millionen Euro. Die in eigenen Anlagen und Beteiligungen erzeugte Strommenge fiel mit 72,4 Millionen Kilowattstunden rund 4 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Sie reichte bilanziell aber weiterhin aus, um alle Tarifkundinnen und Tarifkunden mit Ökostrom zu versorgen. Grund für den Rückgang war das bundesweit schlechteste Windjahr seit zwanzig Jahren. Dagegen steigerten die Photovoltaikanlagen ihre Produktion um 25 Prozent.
Mittlerweile betreibt die TWS 18 eigene Windkraftanlagen, zwei Freiflächen-Photovoltaikanlagen sowie zahlreiche Dach-Photovoltaikanlagen. Hinzu kommen zwei Blockheizkraftwerke, eine Wasserkraftanlage sowie Beteiligungen an Windkraftprojekten an Land und auf See. Alle Anlagen des von der Windkraft Bodensee-Oberschwaben, an der die TWS beteiligt ist, errichteten Windparks Röschenwald sind seit März 2026 am Netz. Der von der TWS gebaute Windpark Krombach II ist seit Februar 2026 in Betrieb. Weitere Windparkprojekte in Lonsee, Brenntenberg und Wald befinden sich in Planung. „Eigene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stärkt unsere Unabhängigkeit von Weltmarktpreisen und internationalen Krisen Schritt für Schritt und erhöht die Widerstandskraft unseres Energiesystems nachhaltig“, sagt Helmut Hertle, Geschäftsführer der TWS Netz.
Stärkung der Infrastruktur bleibt im Fokus
Die TWS Netz wendete im abgeschlossenen Geschäftsjahr rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr für die Infrastruktur auf, die die Energie- und Wärmewende vor Ort tragen. Dazu zählten Strom- und Wasserleitungen ebenso wie intelligente Systeme für Steuerung und Netzstabilität. Insgesamt investierte die TWS Netz rund 9 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes sowie der dazugehörigen Anlagen. Diese Investitionen schaffen die Grundlage dafür, dass die Energiewende vor Ort funktioniert: Die zunehmende Zahl an Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen sowie die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien erhöhen den Steuerungsbedarf im Stromnetz deutlich. Gleichzeitig sichern die Investitionen dauerhaft die hohe Versorgungsqualität im Netzgebiet. Diese zeigt sich regelmäßig in der durchschnittlichen Ausfalldauer: Sie lag 2025 bei lediglich 7,14 Minuten und damit deutlich unter dem langjährigen baden-württembergischen und bundesweiten Durchschnitt.
In das Wassernetz investierte die TWS Netz 2025 rund 1,8 Millionen Euro. Damit stärkte das Unternehmen die Trinkwasserinfrastruktur angesichts steigender Anforderungen durch den Klimawandel, etwa Verbrauchsspitzen in heißen und trockenen Sommern, sowie durch strengere gesetzliche Vorgaben.
2025 erweiterte die TWS das Wärmenetz um 5,2 Kilometer auf insgesamt 42,2 Kilometer. Die Zahl der versorgten Wohn- und Geschäftseinheiten stieg um 67 auf 1.205. Die verkaufte Wärmemenge erhöhte sich um 21,2 Prozent. Die Investitionen in die Wärmeversorgung blieben mit rund 6 Millionen Euro auf hohem Niveau. Das Unternehmen baut die Wärmenetze bedarfsorientiert weiter aus und trieb 2025 insbesondere die Nachverdichtung voran.
Kommunale Dienstleistungen legen zu
Die Nachfrage nach Dienstleistungen der TWS entwickelte sich positiv. Die Erlöse stiegen um 17 Prozent und lagen damit deutlich über dem Vorjahresniveau. Wachstum verzeichnete das Unternehmen insbesondere bei Dienstleistungen für verbundene Unternehmen und Wasserbetriebsführungen. Die TWS festigte zudem ihre Rolle als Partnerin von Kommunen und Beteiligungen. Über die zentrale Beschaffungsstelle bündelt das Unternehmen den Einkauf von Strom und Gas unter anderem für die Städte Ravensburg und Weingarten, den Landkreis Ravensburg und nahezu alle Kommunen im Landkreis. Hinzu kommen Wasserbetriebsführungen für sechs Kommunen sowie weitere technische Dienstleistungen. Auch im Geschäft mit Energielösungen setzte sich das Wachstum fort.
Ladeinfrastruktur gewinnt an Bedeutung
Die TWS entwickelte im vergangenen Geschäftsjahr auch ihre Mobilitätsangebote weiter. Im Jahr 2025 registrierte das Unternehmen rund 30.000 Ladevorgänge an den Ladesäulen. Insgesamt wurden dabei 572.000 Kilowattstunden Strom geladen. In der Ravensburger Marktstraße ergänzte die TWS das bestehende Ladeangebot um eine Schnellladesäule. Damit reagierte das Unternehmen auf den Bedarf nach kurzen Ladezeiten im Alltag und schaffte ein Angebot dort, wo die Nachfrage besonders hoch ist. Das Mobilitätsgeschäft unterstreicht die breite Aufstellung der TWS über die klassische Energieversorgung hinaus.
TWS bereitet Generationenwechsel vor
Die TWS investierte 2025 weiter in Ausbildung und Qualifizierung und gestaltet den anstehenden Generationenwechsel weiter. Damit sichert die TWS Expertise in einer Phase, in der Fachpersonal knapp bleibt. Mit einem Durchschnittsalter von 42,3 Jahren sieht sich das Unternehmen für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Auch an der Spitze des Unternehmens kündigt sich ein Wechsel an: Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm wird zum 1. August 2026 in den Ruhestand gehen. Seine Nachfolge ist bereits geregelt: Ab 1. Juli 2026 übernimmt Tobias Koller die Geschäftsführung.
Gut aufgestellt mit zukunftsfähigen Lösungen
Mit Blick auf die kommenden Jahre möchte die TWS privaten Eigentümerinnen und Eigentümern den Umstieg auf klimafreundliche Energie im eigenen Zuhause erleichtern. Dafür bündelt das Unternehmen Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität aus einer Hand. „Wir haben mit dem twsÖkoenergiehaus ein Angebot, von dem wir überzeugt sind, dass es für unsere Kundinnen und Kunden die richtige Wahl ist – unabhängig davon, was in Berlin entschieden wird. Wir sind gut aufgestellt und bieten Lösungen, die zukunftssicher sind“, sagt Dr. Andreas Thiel-Böhm.
Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer wägen Investitionen derzeit sorgfältig ab, etwa den Umstieg auf eine Wärmepumpe, Gebäudemodernisierung oder die Anschaffung privater Photovoltaik. Gerade deshalb setzt die TWS auf Lösungen, die Orientierung geben und langfristig tragen: erneuerbare Erzeugung, leistungsfähige Stromnetze und den Ausbau der Wärmeversorgung.


