Die Stadt Ravensburg wird bei der Pflege von Grünanlagen zum Teil neue Wege gehen. Ziel ist die Stärkung der biologischen Vielfalt und der Umweltschutz. Dabei soll gleichzeitig das neue Vorgehen Unterhaltskosten einsparen.
Der Standard im Unterhalt der Grünflächen in Ravensburg ist bislang auf einem relativ hohen Niveau. Das ist sehr kostenintensiv. Aufgrund inflationsbedingt steigender Preise und neu hinzugekommener Flächen und Leistungen, wird es für die Stadt Jahr für Jahr teurer. Im Unterhalt selbst sowie beim Personal müsste die Stadt in den nächsten Jahren immer mehr aufstocken. Das ist finanziell nicht möglich. In diesem Zusammenhang möchte die Stadt ihren Pflegeaufwand so anpassen, dass Grünflächen optisch weiter ansprechend bleiben, aber die Pflege vereinfacht wird. Der Gemeinderat hat dies vom Grundsatz her beschlossen. Die Stadt wird nun nach und nach die Maßnahmen umsetzen.
Das bedeutet beispielsweise, dass die zeitlichen Abstände von Reinigungs- und Pflegemaßnahmen vergrößert werden. Dies wird möglich, indem Pflanzarten künftig so gewählt werden, dass sie entweder weniger schnell wachsen oder sich das Wachstum optisch harmonisch in die Umgebung einfügt. Das betrifft Grünanlagen und Parks allgemein, aber auch Spiel- und Bolzplätze. Des Weiteren möchte die Stadt prüfen, auf welche Spiel- und Bolzplätze eventuell ganz verzichtet werden kann, und zwar dort, wo Plätze nicht mehr viel genutzt werden. Das würde Unterhalt einsparen. Zudem wird die Stadt die Wechselflorbeete auf dem Coswiger Platz, vor dem Konzerthaus und auf dem Mittelöschplatz in der Weststadt in Staudenbeete mit mehrjährigen Pflanzen umwandeln. So gibt es immer noch einen attraktiven Bewuchs, der aber deutlich weniger Pflegeaufwand über die kommenden Jahre verursacht und die biologische Vielfalt fördert. An anderen Stellen möchte die Stadt vorhandene Staudenbeete reduzieren und eine Wiesensaat vornehmen. Auch das spart Unterhaltskosten und dennoch bleiben grüne und ökologisch wertvolle Flächen erhalten. Auf bekiesten Wegen und Plätzen wird die Unkrautbekämpfung mit Heißwasser künftig nicht mehr erfolgen. Auch wird die Stadt auf die über 40 Kübelpflanzen im Stadtgebiet künftig verzichten, sofern sie keine verkehrslenkende Funktion haben.
Private Kübelpflanzen, beispielsweise in der Außengastronomie sind davon nicht betroffen. Durch immer trockenere Sommer müssen sie täglich gegossen werden. Das bindet viel Personal beim Betriebshof, das die Stadt nicht hat. Zudem entstehen bislang Kosten für den Transport im Frühjahr und im Herbst und für die Einlagerung und Pflege, über den Winter hinweg. Hohe Kosten, die künftig entfallen. Auch sollen die Hundekotbeutel künftig nicht mehr kostenlos an den Ausgabestationen zur Verfügung gestellt werden. Die Bestückung ist personell aufwendig. Zudem möchte die Stadt hier zum Umweltschutz beitragen und bewusst darauf verzichten, Plastiktüten auszugeben.
Bürgermeister Dirk Bastin: „In einer wärmer werdenden Stadt gewinnen Grünflächen in Zukunft noch stärker an Bedeutung. Wir brauchen mehr dauerhaftes Grün und müssen gleichzeitig den Pflegeaufwand reduzieren. Durch eine gute Pflanzenauswahl, klugen Personaleinsatz unseres Betriebshofes und durch mehr Maschineneinsatz, werden wir dieses Ziel erreichen.“


