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Regionales

Sitta kritisiert Umweltminister Untersteller

Archivbild: F.Enderle

Der Umweltminister Baden-Württembergs, Franz Untersteller (Grüne), unterschrieb am 20.05.2020 eine gemeinsame Erklärung der elf grünen Landwirtschafts- und Umweltminister der Bundesländer zur „Grünen Architektur der Gemeinsamen Agrarpolitik“. Darin gefordert wird die Kappung der Direktzahlungen an die Landwirte. Darüber hinaus sollen die Arbeitskosten ländlicher Betriebe vollständig vom Steuerzahler übernommen werden. Dies bedeutet in der Praxis eine bevorzugte Förderung der agrarindustriellen Großbetriebe. „Damit stünde für die Bauern aus Baden-Württemberg ein hoher zweistelliger Millionenbetrag weniger zur Verfügung. Für mich ist seine Haltung nicht nachvollziehbar“, erklärt Christoph Sitta, CDU-interner Kandidat für die Nominierung zur Landtagswahl.

Christoph Sitta, CDU

Im Bereich der Landwirtschaft setzt sich Sitta für eine größere Förderung kleinerer und mittlerer Betriebe ein. Auch weil mit Norbert Lins (CDU) ein Experte aus der Region dem Landwirtschaftsausschuss im Europäischen Parlament vorsitzt, sieht er dafür gute Chancen. Der durchschnittliche Betrieb in Baden-Württemberg verfügt über eine Anbaufläche von 36 Hektar, in Sachsen sind es 139, in Tschechien 134.

„Herr Untersteller ignoriert mit seiner Unterschrift die Struktur unserer vielen familiengeführten Höfe in Baden-Württemberg. Wessen Interessen vertritt er?“

Christoph Sitta, CDU

„Unsere Bauern brauchen dringend verlässliche Rahmenbedingungen, um ihre Betriebe nachhaltig weiterentwickeln zu können“, sagt Sitta. „Die Landwirte sind bereit, sich weiteren gesellschaftlichen Forderungen zu stellen, allerdings muss die Umsetzung praktikabel sein und entsprechend zusätzlich honoriert werden.“

Die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg sind zuletzt im Durchschnitt um 8,5 Prozent gesunken. Unsere Obstbaubetriebe sind mit einem Minus von rund 43 Prozent massiv eingebrochen. Umso fragwürdiger sind daher die von Untersteller mitgetragenen Forderungen. „Landwirte brauchen zwingend ein ausreichendes Einkommen, um ihre Leistungen für die Gesellschaft erbringen zu können“, sagt Sitta und betont: „Sie gewährleisten unsere regionale Lebensmittelversorgung. Sie alle haben unseren Dank und Wertschätzung verdient.“