Am 19. Mai lud die Stadt Ravensburg zur Perspektivwerkstatt im Projekt „Zukunftsquartier Grüne Weststadt“ ein. Rund 90 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, um sich über die Entwicklung des Quartiers zu informieren und eigene Ideen einzubringen. „Ich freue mich sehr über das rege Interesse der Bürgerinnen und Bürger“, so begrüßte Christian Herrling, Amtsleiter des Stadtplanungsamts, die anwesenden Bürgerinnen und Bürger. „Die breite Beteiligung ist für uns ein wichtiger Baustein, um die Grüne Weststadt gemeinsam zukunftsfähig zu entwickeln.“
Die Perspektivwerkstatt startete zunächst mit einem Stadtspaziergang. Bereits am Auftaktpunkt, dem Brunnen vor der Dreifaltigkeitskirche, wurde intensiv über die Rolle und Dimension eines möglichen „Mittelöschplatzes“ diskutiert. Dabei ging es sowohl um die Einbindung des Kirchenumfelds als auch um die Nutzung und Gestaltung der Mittelöschstraße, die aktuell stark vom ruhenden Verkehr geprägt ist.
Weitere Stationen befassten sich mit sogenannten „Möglichkeitsräumen“. So wurden im Bereich Angerstraße/Henri-Dunant-Straße unterschiedliche Entwicklungs-perspektiven diskutiert – von Aufenthalts- und Spielflächen bis hin zu möglichen baulichen Nutzungen im Sinne der Innenentwicklung.
Thematisiert wurde auch die durch Autoverkehr stark belastete Meersburger Straße. Diskutiert wurden sowohl verkehrliche als auch bauliche Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation. Die Parklandschaft Rahlen wurde als wichtiger Aufenthaltsort hervorgehoben.
Im Anschluss wurden die Themen an fünf Dialogtischen weiter vertieft. Dabei wurden die räumlichen Qualitäten, Herausforderungen und Entwicklungspotenziale der Schlüsselstellen Meersburger Straße, Mittelöschstraße, Angerstraße/Henri-Dunant-Straße und Landschaftspark Rahlen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Teilnehmenden betrachtet.
Auch erste Ideen für kurzfristige Pop-Up-Maßnahmen wurden diskutiert. Zur Umsetzung stehen 30.000 Euro zur Verfügung. Geplant sind unter anderem ein temporärer Sommerort am Mittelöschplatz, neue Treffpunkte für Jugendliche, ein Tag der Begegnung und die Umsetzung eines Quartiersgartens durch den Verein Weststadt.Leben.
In die Konzepterstellung „Zukunftsquartier Grüne Weststadt“ sind drei Fachbüros eingebunden: asp-Architekten aus Stuttgart für die Stadtplanung, Freiraumwerkstadt aus Überlingen für die Landschaftsplanung sowie das Verkehrsingenieurbüro IGV in Zusammenarbeit mit CIMA für die Verkehrsanalysen. Ergänzend begleitet ein Arbeitskreis mit ausgewählten Akteuren aus Soziales, Wirtschaft, Politik, Bürgerschaft und Stadtverwaltung den Prozess. Der bisherige Schwerpunkt des Beteiligungsprozesses lag darauf, Potenziale aufzuzeigen sowie Ideen und Anregungen aus der Bürgerschaft zu sammeln. Alle eingebrachten Beiträge werden dabei gleichwertig aufgenommen und dokumentiert. Auf dieser Grundlage werden derzeit durch die beteiligten Fachbüros unterschiedliche Entwicklungsszenarien erarbeitet. Diese sollen im weiteren Verlauf einer unabhängigen fachlichen Bewertung unterzogen werden. Ziel ist es, eine fundierte Entscheidungsbasis zu schaffen, die verschiedene Perspektiven berücksichtigt.
Bis Ende 2026 soll ein Zukunftskonzept für die Grüne Weststadt vorliegen. Der Gemeinderat soll im Frühjahr 2027 darüber entscheiden.


