Berufsorientierung ist in Zeiten rasanter technischer Entwicklungen – insbesondere durch Künstliche Intelligenz – alles andere als einfach. Um Schülerinnen und Schüler auf dem Weg der Berufsorientierung und Studienwahl gezielt zu unterstützen, hat die PH Weingarten einen Kooperationsvertrag mit dem Welfen-Gymnasium Ravensburg unterzeichnet.
„Mit dieser Vereinbarung würdigen wir nicht nur die bereits sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, sondern wir setzen auch ein deutliches Zeichen für die Zukunft“, sagte PH-Rektorin Professorin Dr. Karin Schweizer in ihrer Begrüßung. Ziel der Vereinbarung sei es, den Schülerinnen und Schülern konkrete Angebote, verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie spannende Einblicke in das Studium zu vermitteln, sagte sie und verwies auf gemeinsame Veranstaltungen wie den jährlichen Boys’Day, Schnupperstudienangebote, Projekttage, Workshops und viele weitere Formate, die PH und Welfen-Gymnasium gemeinsam entwickeln möchten.
„Sie sollen möglichst realistische und vielfältige Eindrücke von Studium und Beruf erhalten, um gut informierte Entscheidungen für Ihren eigenen Weg treffen zu können“, versprach die Rektorin den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die an der Vertragsunterzeichnung teilnahmen. Die Kooperation intensiviere darüber hinaus Kontakte zwischen Lehrenden sowie Hochschulangestellten der PH Weingarten und den Lehrkräften des Welfen-Gymnasiums und fördere den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Hochschule und Schule, so Rektorin Schweizer.
„Die Bildungspartnerschaft mit der Pädagogischen Hochschule Weingarten ist ein Gewinn für das Welfen‑Gymnasium“, sagte Schulleiter Tilmann Siebert. Sie verbinde schulisches Lernen mit Hochschulpraxis und aktueller Bildungsforschung. „Die Kooperation stärkt die Berufs- und Studienorientierung unserer Schülerinnen und Schüler, eröffnet authentische Einblicke in Studienfelder und unterstützt die Jugendlichen dabei, eigene Stärken zu entdecken und nächste Schritte selbstbewusst zu planen“, so Siebert weiter. So wachse eine Lernkultur, die Verantwortung, Demokratiekompetenz und nachhaltiges Handeln fördere.
Gute Chancen sieht Siebert vor allem in dem jährlichen Boys’Day für Jungen der siebten Klassen, in Schnuppervorlesungen, Kooperationen in schulischen Projekten wie „Lernen mit Rückenwind“ oder „Weichenstellung“ oder auch in gemeinsamen Seminarkursen. Die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven zur Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Demokratieförderung, unter anderem im schulischen Projekt „Zukunftstag“, habe gleichfalls einen hohen Stellenwert. „Diese Bildungspartnerschaft macht den Übergang von der Schule in Studium und Beruf greifbar, bereichert unseren Unterricht und stärkt die Persönlichkeitsbildung – zum Nutzen unserer gesamten Schulgemeinschaft“, so Schulleiter Siebert.
Neue Berufsfelder rund um KI
Immer wieder entstünden neue Berufsfelder rund um das Thema KI, gab Rektorin Schweizer zu bedenken. Dringend gebraucht würden Menschen, die technisches Wissen mit pädagogischen, sozialen oder organisatorischen Fähigkeiten verbinden, die digitale Lernumgebungen gestalten oder verantwortungsvoll mit Daten und Algorithmen umgehen. In diesen Bereichen biete die Pädagogische Hochschule Weingarten interessante Ansatzpunkte. In den Lehramtsstudiengängen, dem Studium der Kindheitspädagogik beziehungsweise Elementarbildung, in Studiengängen wie Logopädie, Bewegung und Ernährung sowie vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auch in einem Masterstudium Psychologie stehe der Mensch im Mittelpunkt – seine Entwicklung, sein Lernen, seine Sprache, seine Gesundheit, seine Teilhabe an Bildung und Gesellschaft. Wer sich stärker für Medien, Digitalisierung und KI interessiere, finde mit dem Studiengang Medien- und Bildungsmanagement spannende Möglichkeiten.
Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler des Welfen-Gymnasiums, die an der Vertragsunterzeichnung teilnahmen, hatten die Chance, die PH und deren Studienmöglichkeiten bei einem Schnuppertag zu erkunden. „Nutzen Sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen, mit Studierenden und Lehrenden ins Gespräch zu kommen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich Studieren anfühlt“, appellierte Rektorin Schweizer an die Jugendlichen.


