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Tempo 30 – CDU sieht vor Gemeinderat-Entscheidung viele offene Fragen

Archivbild: F.Enderle

Eine Mehrheit des Gemeinderats der Stadt Ravensburg wird am kommenden Montag voraussichtlich die Auslegung eines aktualisierten Lärmaktionsplans beschließen. Zentraler Baustein ist dabei die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auf den Hauptverkehrsachsen in Ravensburg.

Die CDU Ravensburg sieht bei den Auswirkungen dieser Maßnahme zahlreiche offenen Fragen. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Christoph Sitta verweist auf eine Studie der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Das Ergebnis der Studie fällt eindeutig aus: 30 km/h führt zu Verschlechterungen der Emissions- und Kraftstoffverbrauchssituation. „Nachdem es uns in Ravensburg jahrelang darum ging, Emissionen zu senken, verwundert es mich sehr, wie schnell davon abgerückt wird, um etwa 2-3 Dezibel Lärmreduktion zu erreichen“, so Sitta und appelliert daher, diese Abwägung sehr sorgfältig und transparent zu treffen. Daher plädiert er für begleitende Messungen der Lärm- und Schadstoffemissionen, um die Maßnahmen evaluieren und ggf. nachsteuern zu können.

CDU-Stadtrat Rudolf Hämmerle fordert mehr Informationen zu den Auswirkungen auf den ÖPNV. „Die Schulbusse fahren etwa aus den südlichen Stadtteilen bis zum Bildungszentrum St.Konrad mehrere Kilometer auf den dann geschwindigkeitsreduzierten Straßen. Welche Auswirkungen wird dies auf die Fahrpläne und den Schulbeginn haben?“, möchte Hämmerle wissen.

Keinerlei Verständnis hat Sitta für die Aussage der Fraktionschefin der Grünen, man solle die B30 nutzen, wenn man sich nicht durch die Stadt quälen wolle. „Diese Aussage ist ein Hohn für Handwerker, viele Pendler und den Fernverkehr auf der Ost-West-Achse, denen ohne Molldiete-Tunnel keine Alternative zur Verfügung steht“, so Sitta.

Unter diesem Aspekt warnt Bernhard Rückgauer, CDU-Fraktionschef im Eschacher Ortschaftsrat, vor noch mehr Ausweichverkehr für Kemmerlang und Oberhofen. „Wir können nicht Tempo 30 beschließen und damit den Verkehr auf Straßen lenken, die für solche Verkehrsströme nicht vorgesehen sind.“

„Als CDU Ravensburg ist es uns wichtig, nachhaltige Lösungen zu finden“, so der Stadtverbandsvorsitzende Christoph Sitta, „daher erwarten wir von der Verwaltung Antworten auf die Fragen. Sonst besteht die Gefahr, dass wir durch die Einführung von Tempo 30 Probleme ausschließlich verlagern bzw. neue produzieren.“

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