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Ravensburg

Solarpark Klöcken: Ravensburg bekommt ein Leuchtturmprojekt der Energiewende

Der künftige Solarpark Klöcken bei Oberzell aus der Vogelperspektive. Bild: Solarpark Klöcken

Während vielerorts noch darüber diskutiert wird, wie die Energiewende gelingen kann, entsteht in Oberzell bei Ravensburg bereits eine konkrete Antwort: Mit dem Solarpark Klöcken entwickelt die Weideenergie Ravensburg gemeinsam mit regionalen Partnern ein Projekt, das Landwirtschaft, erneuerbare Energieerzeugung und moderne Speichertechnologie intelligent miteinander verbindet. Das Besondere: Die Fläche bleibt weiterhin landwirtschaftlich nutzbar.

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Unter den Solarmodulen wird auch künftig Weidewirtschaft betrieben. Gleichzeitig entsteht dort klimafreundlicher Solarstrom, der nicht nur erzeugt, sondern durch einen leistungsfähigen Batteriespeicher auch dann ins Netz eingespeist werden kann, wenn er tatsächlich benötigt wird. „Wir als Landwirte denken nicht in Quartalsberichten, sondern in Generationen“, sagt Mitinitiator Gerhard Schelkle. „Unser Ziel war es von Anfang an, Landwirtschaft, regenerative Energieerzeugung und moderne Stromspeicherung sinnvoll miteinander zu verbinden – ökologisch und wirtschaftlich.“

Doppelte Nutzung statt Flächenverbrauch
Die Idee hinter dem Projekt ist einfach: Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt erhalten, während gleichzeitig erneuerbare Energie erzeugt wird. Dieses sogenannte Agri-Photovoltaik-Konzept gilt als eine der vielversprechendsten Lösungen, um den steigenden Energiebedarf mit dem Schutz wertvoller Agrarflächen in Einklang zu bringen. „Als gelernte Landwirte war für uns klar, dass die Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden muss“, erklärt Josef Arnegger von der Weideenergie Ravensburg. „Wir wollten keine Flächenversiegelung, sondern eine intelligente Doppelnutzung.“

Strom dann liefern, wenn er benötigt wird
Der Solarpark Klöcken geht jedoch noch einen entscheidenden Schritt weiter. Neben der Photovoltaikanlage wird ein Batteriespeicher installiert, der überschüssigen Strom aufnimmt und zeitversetzt wieder ins Netz einspeist. Damit reagiert das Projekt auf eine der größten Herausforderungen der Energiewende: Solarstrom wird häufig genau dann produziert, wenn bereits viel Energie im Netz vorhanden ist. Gleichzeitig nehmen die Stunden mit negativen Strompreisen zu. Durch die Speicherung kann der Strom gezielt dann vermarktet werden, wenn Nachfrage und Erlöse höher sind. „Der Batteriespeicher macht aus einer klassischen Solaranlage ein intelligentes Energiesystem“, sagt Arnegger. „Wir speichern den Strom ein, wenn er produziert wird, und speisen ihn dann ein, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Das verbessert nicht nur die Netzstabilität, sondern erhöht auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts erheblich.“

Regionales Projekt mit regionaler Wertschöpfung
Besonderen Wert legen die Initiatoren auf die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region. Von der Projektentwicklung über die technische Umsetzung bis zur Finanzierung soll die Wertschöpfung möglichst vor Ort bleiben. „Für uns war von Anfang an klar, dass wir regionale Partner brauchen“, betont Schelkle. „Die Energiewende muss auch wirtschaftlich in der Region ankommen. Deshalb setzen wir auf Unternehmen und Finanzpartner, die hier verwurzelt sind.“

Mit der technischen Umsetzung wurde unter anderem das auf Photovoltaik- und Speicherlösungen spezialisierte Unternehmen B+S Stromkonzepte beauftragt. Geschäftsführer Christian Brugger sieht in der Kombination aus Agri-PV und Batteriespeicher einen richtungsweisenden Ansatz für die Zukunft: „Die Verbindung von Photovoltaik und Großspeicher ist aus unserer Sicht eines der spannendsten Modelle der Energiewende. Genau solche Projekte werden künftig eine zentrale Rolle spielen.“

Modell für die Energieversorgung von morgen
Für die Initiatoren ist der Solarpark Klöcken weit mehr als eine einzelne Energieanlage. Das Projekt steht für eine neue Generation regionaler Energiekonzepte, die ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und Versorgungssicherheit miteinander verbinden. „Dieses Projekt macht uns ein Stück unabhängiger von fossilen Energieimporten, schafft regionale Wertschöpfung und bietet Investoren gleichzeitig eine attraktive Beteiligungsmöglichkeit“, sagt Schelkle. „Vor allem aber leisten wir einen Beitrag für die Zukunft unserer Kinder und Enkel.“

Mit dem Solarpark Klöcken entsteht damit in Ravensburg ein Projekt, das weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit verdienen dürfte: ein Beispiel dafür, wie Landwirtschaft und Energiewende nicht gegeneinander, sondern miteinander funktionieren können. Wer die Energiewende in der Region aktiv mitgestalten möchte, findet auf der Projektwebsite weitere Informationen zur geplanten Bürgerbeteiligung.