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Freilichttheater Eglofs: “Teure Freiheit” 

EGLOFS
Eglofs im Mittelalter. Leibeigene sind die Bauern zwar nicht. Trotzdem stehen sie unter der Fuchtel ihres Lehensherrn Graf Hartmann von Grüningen, der sie mit Abgaben und Pflicht zum Kriegsdienst drangsaliert. Heiratswillige fürchten, dass der Graf bei den jungen Bräuten vor der Hochzeit vom berüchtigten „Recht der ersten Nacht“ Gebrauch machen könnte. In dieser Zeit wächst in Sizilien ein Kind heran, das den Eglofsern Jahre später als Kaiser Friedrich II zur Freiheit verhelfen soll. Er will die Grafschaft erwerben – allerdings nur, wenn die Bauern 1000 Mark Silber zum Kaufpreis beisteuern. Ein stattlicher Betrag…..

In farbigen, lebendigen Bildern zieht das Stück aus der Schreiberwerkstatt von Karl  Stiefenhofer, Charly Rauch und German Bader – mit historischer Beratung durch Karl Milz – die Zuschauer in 50 Jahre spannender Ereignisse hinein, beleuchtet Hintergründe, Historisches und humorvoll Erfundenes. Pralles Leben im Dorf, voll Liebe, Lust und Leid, Verstrickungen in die große Politik – bis hin zu unerwartet hohem  Besuch in der Schmitte im Tal.

Premiere von „Das Recht der ersten Nacht“ ist am 29. Juni 2019, weitere Aufführungen Mi. 03.07.2019, Fr. 05.07.2019, Mi. 10.07.2019, Fr. 12.07.2019, Sa. 13.07.2019, So. 14.07.2019, Spielbeginn 20:30 Uhr im „Stillen Winkel“.

An die 100 Leute machen den Stillen Winkel zur Freilichtbühne
„Das Recht der ersten Nacht“ heißt das Stück, das dieses Jahr im Eglofser Freilichttheater aufgeführt wird. Die Darsteller proben eifrig unter Regie von German Bader. Hinter den Kulissen schaffen seit vielen Wochen nicht weniger fleißig Kulissenbauer, Schneiderinnen, Requisiteurinnen und viele andere.

Das Team der Kulissenbauer ist dieses Jahr mit mehr als zehn Leuten auf Mannschaftsstärke angewachsen. Seit Wochen treffen sie sich samstags, um den Stillen Winkel in ein lauschiges Theaterplätzchen zu verwandeln. Sie trotzten heftigen Regengüssen und ungewöhnlicher Kälte. Der Trupp montierte Zuschauerbänke, erneuerte den Bühnenboden, stellte eine Seitenbühne auf. Die größte Herausforderung war diesmal der Bau einer Drehbühne. Auf der einen Seite zeigt sie die Burg des maliziösen Grafen Hartmann von Grüningen, der die Eglofser mit Abgaben traktiert und sie mit seinem vermeintlichen Recht der ersten Nacht in Angst versetzt. Auf der anderen Seite der Drehbühne ist die Werkstatt der Schmied-Familie im Tal zu sehen.

Die Schneiderinnen mussten sich für ihre Arbeit ins Hochmittelalter versetzen. Was trugen die Menschen damals? Was setzten sie aufs Haupt? Obwohl der Fundus des Eglofser Freilichttheaters inzwischen einen stattlichen Umfang erreicht hat, konnten    Irmgard Stiefenhofer, Marie-Luise Schele und Ulrike Throner nicht aus dem Vollen schöpfen. Die allermeisten der bisherigen Stücke spielten in anderen Zeiten. Nach Entwürfen und Zuschnitten aus dem Atelier Anne Bischofberger schneiderten sie die meisten der Kostüme neu. Sie nähten  kuttenartige Gewänder für die einfachen Leute. Sie besorgten Helme und Kettenhemden für die Soldaten, statteten Narr und Kaiser aus. Ihr Atelier haben die Damen im Badhaus neben dem Stillen Winkel eingerichtet. Dort arbeiten sie seit Januar „jede freie Minute“, wie sie berichten. Sie sind seit Jahren aufeinander eingespielt.

Inzwischen hat sich auch das Schminkteam mit seinen Aufgaben vertraut gemacht. Unter Anleitung von Anke Hammer pudern die Frauen bei den Aufführungen feine Damen, schminken das einfache Volk oder schwärzen die Gesichter der umherziehenden Soldaten. Das Stück umfasst einen Zeitraum von annährend 50 Jahren. Es spielt von der Geburt des späteren Stauferkaisers Friedrich bis zu dessen Bemühungen, die Grafschaft Eglofs dem Lehensherrn  Hartmann von Grüningen abzukaufen – wenn denn die Eglofser bereit sind, 1000 Mark Silber zum Kaufpreis beizusteuern.

Für die Requisiten sorgen Rita Offinger und Luitgard Lausch-Wieschalla. Sie mussten Bader-Werkzeug, Vogelpräparate, Hühnerkäfige, Huizen, Felle, altes Leder und feine Tuche auftreiben. Da war Findigkeit gefragt und das Wissen, wo was herzukriegen ist. Für die Requisiteurinnen erwies sich die Aufgabe, die Marktszene auszustatten als aufwendigste.

Während der Aufführungen sind die Techniker um Karl Milz gefragt, die von ihrem Pult aus den Sound und die Beleuchtung steuern. Das Kartenteam unter Gertrud Boll nimmt die Bestellungen derjenigen entgegen, die nicht online buchen wollen. Viele Helfer sorgen an den Aufführungsabenden für reibungslose Abläufe beim Einlass. Drei Bewirtungsteams werden sich dann abwechselnd um das leibliche Wohl der Zuschauer kümmern. Insgesamt an die 100 Leute tragen ihren Teil dazu bei, dass der Besuch der Aufführungen für die Gäste zum unvergesslichen Erlebnis wird.

Weitere Informationen sowie Onlinereservierung auf www.theater-eglofs.de oder per Email an: karten@theater-eglofs.de Seit 11. Juni nimmt das Kartenbüro auch telefonische Bestellungen entgegen: Di. – Fr. 16 – 19 Uhr, Tel. 0 75 66 / 90 77 23

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