Das Modellprojekt „Berufliches Übergangsmanagement“ hat neue Ansätze entwickelt, um berufliche Perspektiven stärker in die psychiatrische Versorgung einzubeziehen und gibt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Versorgung im ZfP Südwürttemberg.
Der Übergang von der klinischen Behandlung zurück in den Lebensbereich Arbeit stellt viele Menschen mit psychischen Erkrankungen vor besondere Herausforderungen. Genau hier setzte das Berufliche Übergangsmanagement (BÜM) an, das Ende 2021 als Modellprojekt der Aktion Mensch gestartet ist. Getragen wird das Projekt durch die Arkade-Pauline 13 gemeinnützige GmbH in Kooperation mit dem ZfP Südwürttemberg. Nach knapp fünf Jahren endet die Projektlaufzeit zum 31. August 2026.
„Im Mittelpunkt stand eine personenzentrierte Unterstützung, die Menschen mit psychischen Erkrankungen frühzeitig erreicht und gemeinsam mit ihnen passende berufliche Perspektiven entwickelt“, beschreibt Selina Löw, Koordinatorin des Projekts, die Zielsetzung. Bereits während des stationären oder teilstationären Aufenthalts unterstütze BÜM dabei, berufliche Ziele zu klären, notwendige Schritte einzuleiten und passende Hilfsangebote zu finden. Dazu gehören unter anderem Beratung zu sozialrechtlichen Fragestellungen, Unterstützung bei Anträgen und Formularen sowie die Orientierung und Begleitung im komplexen Hilfesystem und die Kontaktaufnahme zu relevanten Institutionen und Leistungsträgern.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist darüber hinaus die enge Zusammenarbeit mit den vielfältigen Akteur:innen im regionalen Versorgungssystem. Durch den kontinuierlichen Austausch mit Kliniken, Kostenträgern, Integrations- und Inklusionsfachdiensten sowie weiteren Netzwerkpartnern können Übergänge besser gestaltet und Unterstützungsangebote stärker miteinander verbunden werden.
„Die Projektentwicklung zeigt den hohen Bedarf an einer verbindenden Schnittstelle zwischen psychischer Gesundheit und beruflicher Teilhabe: Seit dem Projektstart im November 2021 wurden insgesamt 343 Menschen begleitet“, so Löw. Die gesteckten Projektziele konnten in allen Projektjahren erreicht und das Angebot in der Region etabliert werden.
Besonders erfreulich ist jedoch noch etwas anderes: Auch über die Projektlaufzeit hinaus bleiben die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse erhalten. Die Ergebnisse des BÜM fließen künftig in die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen des ZfP Südwürttemberg am Standort Weissenau ein. Im Fokus steht dabei insbesondere der Lebensbereich Arbeit. Perspektivisch ist zudem eine zeitnahe Fortführung des Modellprojekts am Standort Weissenau geplant, um die erfolgreichen Ansätze langfristig weiterzuführen und Menschen mit psychischen Erkrankungen auch in Zukunft auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf bestmöglich zu unterstützen. Aus einem Modellprojekt sind damit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Versorgung entstanden.


