Es ist nie zu spät: Wer jetzt noch eine Berufsausbildung sucht, hat gute Chancen. Insgesamt bieten die Betriebe im Landkreis Ravensburg noch 706 Ausbildungsplätze. Darunter allein 54 im Baugewerbe. 5 freie Ausbildungsplätze hat der Garten- und Landschaftsbau zu bieten. Außerdem haben 16 Jugendliche noch die Chance, eine Ausbildung als Maler oder Lackierer anzufangen. Und wer einen der höchsten Jobs im Landkreis Ravensburg machen möchte: Dachdeckerbetriebe suchen noch 6 Azubis. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Die IG BAU Südwürttemberg beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur.
Das Spektrum der freien Ausbildungsplätze sei breit. „Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Denn mit einer Ausbildung in der Tasche sind die Jobs, die man ein Berufsleben lang macht, in der Regel sicherer und vor allem auch deutlich besser bezahlt“, sagt Christian Ribatzky. Der Vorsitzende der IG BAU Südwürttemberg rät allen ohne Berufsausbildung, sich „doch noch den ‚Ausbildungs-Kick‘ zu geben“.
Immerhin haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Baden-Württemberg rund 333.000 junge Erwachsene im Alter von 20 bis 34 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung und keinen Ausbildungsplatz. Und 58 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren im Landkreis Ravensburg haben nach Angaben der Arbeitsagentur keinen Berufsabschluss. Gerade ihnen rät die IG BAU Südwürttemberg, sich noch einmal auf dem Ausbildungsmarkt umzusehen. „Jetzt im August und September starten die Ausbildungen. Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, so Christian Ribatzky.
Die IG BAU Südwürttemberg rät Interessierten, eine Berufsberatung zu nutzen. Eine gute Adresse, um sich zu orientieren, sei dabei die Jugendberufsagentur (JBA): www.servicestelle-jba.de. Außerdem seien auch bei der Arbeitsagentur gute Tipps zu bekommen – vor Ort oder digital: www.arbeitsagentur.de/bildung. Das direkte Beratungsgespräch lohne sich immer, so die Gewerkschaft.
„Außerdem gilt: Mutig auf die Betriebe zugehen. Wer direkt nachfragt, holt oft auch etwas für sich heraus – ein Praktikum, vielleicht aber auch einen Ausbildungsplatz. Wichtig ist, dabei Firmen auszusuchen, die fair ausbilden und bezahlen. Unternehmen also, bei denen es auch einen Tarifvertrag gibt“, rät Ribatzky. Wer einen Ausbildungsplatz suche, für den zähle vor allem der Beruf. Aber auch die Ausbildungsqualität und die Perspektiven, die der Betrieb nach der Ausbildung biete, seien wichtig.


