Die Ravensburg Towerstars haben im vorletzten Testspiel der Vorbereitungsphase einen unterhaltsamen Freitagabend geliefert. Zwar unterlagen sie den Schwenninger Wild Wings mit 3:6, konnten aber bis zur 52. Minute an einer Überraschung kratzen. Entscheidend war vor allem die Effizienz der Gäste vom Neckarsprung.
Wie erwartet war die Ravensburger CHG Arena mit 2.419 Zuschauern ansprechend gefüllt und die Fans beider Lager sorgten für ordentlich Stimmung. So mancher erinnerte sich an das letzte Aufeinandertreffen in Ravensburg, als die Wild Wings am 9. April 2013 in der Halbfinalserie der 2. Bundesliga zu Gast waren. Vor allem auf Ravensburger Seite wurde die Atmosphäre noch lauter, als die Oberschwaben ihren spielerisch starken Einstieg ins Spiel mit der 1:0-Führung unterstrichen. Nach einem starken Pass von Odeen Tufto an der eigenen blauen Linie zog Nick Latta auf und davon und überwand Wild-Wings-Keeper Joacim Eriksson mit einem halbhohen Schuss zum 1:0.
Die frühe Führung verlieh dem Team von Coach Johan Pennerborn freilich Selbstvertrauen. Die Defensive stand solide und nach vorne lief die Scheibe weiterhin flüssig in Richtung gegnerisches Drittel. Zwar schienen die Gäste aus dem deutschen Eishockey-Oberhaus den Gegentreffer mehr und mehr abgeschüttelt zu haben, unverdient war der Treffer zum 2:0 in der 11. Minute aber keineswegs. Simon Schütz brachte die Scheibe aus halblinker Position zum Tor und der Puck schlug hinter dem chancenlosen Eriksson ein. Diese Führung verteidigten die Towerstars auch konsequent bis zur ersten Pause.
Im zweiten Abschnitt zeigte sich allerdings schnell, dass sich Schwenningen einiges vorgenommen hatte. Cheftrainer Steve Walker ließ das Tempo anziehen und die Ravensburger Defensive wurde nun immer öfter in der eigenen Zone festgesetzt. Wild-Wings-Topstürmer Reed Lebster verkürzte nach rund fünf Minuten auf 1:2 und Austin Ortega glich vier Minuten später dann auch aus. Schon der erste Gegentreffer brachte die Towerstars aus dem Rhythmus und jetzt hatten die Wild Wings klar das Kommando übernommen. Weitere drei Minuten später musste Mark Rassell bei einem gegnerischen Alleingang die Notbremse ziehen. Den fälligen Penalty setzte erneut Reed Lebster flach ins rechte Eck – 2:3, das Spiel war gedreht.
Knapp zwei Minuten später kam es zu einer Szene, die vielleicht als Schlüsselmoment für den weiteren Verlauf gesehen werden kann. Die Gäste-Abwehr wurde überlaufen und Odeen Tufto wurde beim Abschluss gefoult und erhielt ebenfalls einen Strafschuss. Dem Towerstars-Stürmer fehlte aber die zündende Idee beim Abschluss und Eriksson hatte keine Mühe zu parieren. Immerhin gestalteten die Oberschwaben das Spiel weiter mit und hatten bei Gegenstößen mehrfach die Chance zum Ausgleich. Statt eines möglichen 3:3 ging es aber mit der knappen Gäste-Führung in die zweite Pause.
Im Schlussdrittel wurden die Towerstars sprichwörtlich auf dem falschen Fuß erwischt. Nach nur 54 Sekunden untermauerte Reed Lebster seinen glänzenden Abend mit dem Hattrick zum 2:4. Auch in den Folgeminuten fanden sich die Oberschwaben meist in der Defensive wieder. Ein paar intensivere Emotionen in der 48. Minute sorgten aber wieder für Spannung. In numerischer Unterzahl fuhren die Towerstars einen Konter, den Matthew Struthers im Nachschuss zum 3:4-Anschlusstreffer vollendete. Danach waren die Oberschwaben sogar dem Ausgleich nahe, die dazu vorhandenen Chancen wurden aber leider nicht genutzt. So kam es acht Minuten vor dem Ende dann zur Vorentscheidung. Boaz Bassen drückte für Schwenningen zum 3:5 ein und Thomas Schemitsch schraubte den Spielstand in Überzahl wenig später auf 3:6 nach oben. Dabei blieb es dann auch. Fazit: Mit einer effizienteren Chancenverwertung wäre mehr drin gewesen. Dennoch bekamen die Towerstars nach dem Spiel viel Beifall von den Rängen.
Am Sonntag schließt das Team von Head Coach Johan Pennerborn die Vorbereitung mit dem Testspiel in Dresden ab. Spielbeginn ist um 17 Uhr und die Partie wird live auf Sporteurope.TV übertragen.


