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Regionale Konjunktur: Aufschwung trotz schwerem Ballast

Bild: Kim Enderle

Die Konjunktur in der Region Bodensee-Oberschwaben hat seit dem Frühjahr weiter an Fahrt gewonnen und befindet sich wieder im Aufschwung. „Nach dem Lockdown beginnt nun endlich auch in den bis dahin völlig ausgebremsten Branchen wie Einzelhandel oder Gastronomie der Aufholprozess. Und die Industrie kann ihren erfolgreichen Kurs fortsetzen“, freut sich Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK), angesichts der aktuellen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst.

Insgesamt hat sich die Stimmung in der Region stark aufgehellt: Über die Hälfte der Unternehmen beurteilt ihre aktuelle Geschäftslage als gut, deutlich mehr als noch bei der Vorumfrage. Mehr als ein Drittel ist zufrieden. Nur noch jedes zehnte Unternehmen sieht sich in einer schlechten Geschäftslage, wesentlich weniger als zuvor. Die vergangenen Monate verliefen sehr erfolgreich für die regionalen Unternehmen, die Umsätze haben über alle Branchen hinweg angezogen. Die Industrie bleibt Zugpferd für die positive Entwicklung. Auch Einzelhandel und Gastronomie verzeichnen deutliche Zuwächse, allerdings ist man hier noch weit weg vom Niveau vor Corona. „Diese von der Krise stark gebeutelten Branchen haben noch einen mühsamen und langen Weg vor sich“, so der IHK-Präsident.

Der Auftragseingang kann zwar nicht zulegen, hat aber inzwischen schon wieder auf einem vergleichsweise hohen Niveau stabilisiert. Die Unternehmen zeigen sich deutlich optimistischer als in der Vorumfrage, was die weitere Entwicklung ihrer Geschäfte angeht: 37 Prozent erwarten eine bessere Geschäftsentwicklung, die Hälfte geht davon aus, dass die Geschäfte gleichbleibend weiterlaufen, nur noch 12 Prozent befürchten eine Verschlechterung.

Somit kommt Schwung in die Investitionspläne der Unternehmen. Ein Drittel der Unternehmen plant steigende Investitionen, 43 Prozent behalten das Investitionsniveau bei. Hauptinvestitionsmotive sind neben dem Ersatzbedarf Investitionen in Digitalisierung und Energieeffizienz, aber auch wieder deutlich mehr zur Kapazitätserweiterung. „Hier muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzten“, sagt IHK-Präsident Buck und ergänzt: „Ohne eine leistungsfähige digitale Infrastruktur und schnelle Verwaltungs- und Genehmigungsprozesse werden wir Unternehmer unsere großen Zukunftsaufgaben hierzulande ebenso wie im weltweiten Wettbewerb nicht bewältigen können.“

Die Beschäftigungspläne stabilisieren sich, unverändert jedes fünfte Unternehmen sucht Personalverstärkung. Allerdings haben die Betriebe zunehmend Schwierigkeiten, Personal zu finden. Mittlerweile ist für zwei Drittel der Unternehmen der Fachkräftemangel das Risiko Nummer 1 für ihre Geschäftsentwicklung. Jedes zweite Unternehmen beklagt die Rohstoffpreise als Risiko, danach folgen Arbeitskosten und Energiepreise. „Der Aufschwung ist kein Selbstläufer. Lieferengpässe und Fachkräftemangel bremsen die Erholung deutlich und belasten die Unternehmen aufgrund massiv steigernder Beschaffungspreise. Das wird so schnell auch nicht besser werden, es geht jetzt um die internationale Wettbewerbsfähigkeit in den nächsten Jahren. Entlastungen bei Strompreisen und Unternehmenssteuern können dafür sorgen, dass Unternehmen wieder mehr in ihre betriebliche Entwicklung und den Klimaschutz investieren können“, so Buck.

 

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