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Weingarten

Forschen heißt fragen: Sprache und MINT-Bildung

Über 100 pädagogische Fach- und Lehrkräfte sowie weitere Interessierte aus ganz Baden-Württemberg nahmen am Fachtag der AWW zu dem Thema „Forschen heißt fragen: Sprache und MINT“ teil. Fotos: AWW

Wie lassen sich Sprachbildung und MINT-Bildung im pädagogischen Alltag sinnvoll miteinander verknüpfen? Dieser Frage widmete sich der Fachtag mit fachlichen Impulsen, interaktiven Workshops und vielfältigen Austauschmöglichkeiten. „110 Anmeldungen zeigen, dass für das Thema großes Interesse besteht“, freute sich AWW-Geschäftsführerin Dr. Monica Bravo Granström. Sie dankte den Förderpartnern, der Josef Wund Stiftung und der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg, sowie allen Unterstützern und Kooperationspartnern, die das regionale PH Weingarten Netzwerk der Stiftung Kinder forschen ermöglichen.

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Weingartens Bürgermeister Alexander Geiger betonte den hohen Stellenwert von Bildung und Wissenschaft für die Stadt. „Wir können als Stadt nicht die Fragen beantworten, aber die Räume für Bildung schaffen“, sagte er und wünschte den Teilnehmenden „viele gute Fragen und vielleicht auch die eine oder andere Antwort“. Dr. Heiko Schmid, Berater der Josef Wund Stiftung, lobte die vielseitigen Aktivitäten und die „tolle Arbeit“ der Stiftung Kinder forschen sowie der lokale Netzwerkpartner, AWW. Seit Herbst 2022 engagiere sich die Stiftung daher gemeinsam mit der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg als Förderpartner der MINT-Bildungsinitiative.

Impulsvortrag: Gute Lernbegleitung beginnt mit Fragen
Wie eng wissenschaftliches Denken und Sprachentwicklung miteinander verbunden sind, verdeutlichten die Logopädin Veronika Meiwald vom Deutschen Bundesverband für Logopädie und der Naturwissenschaftler Dr. Stephan Gühmann von der „Stiftung Kinder forschen“ in einem lebendigen, interaktiven Vortrag. Anhand anschaulicher Experimente, darunter „tanzende Rosinen“ in Mineralwasser, zeigten sie, wie gemeinsames Forschen sowohl die Sprachentwicklung als auch das entdeckende Lernen fördert.

„Eine Frage ist nur dann echt, wenn man die Antwort nicht kennt“, lautete eine ihrer zentralen Botschaften. Gute Lernbegleitung brauche Beziehung, aktives Zuhören, gezieltes Nachfragen und Raum für eigene Entdeckungen. Entscheidend sei dabei, zunächst den Inhalt einer kindlichen Äußerung wertzuschätzen, nicht ihre sprachliche Form. Weitere Anregungen bietet der Online-Kurs „Wer forscht, der fragt – wer fragt, der forscht“ der Stiftung Kinder forschen.

Sieben interaktive Workshops mit Praxisbezug
In sieben Workshops verteilt über zwei Blöcke am Vor- und Nachmittag vertieften die Teilnehmenden unterschiedliche Aspekte der Verbindung von Sprache und MINT. Die Themen reichten von sprachsensibler Begleitung naturwissenschaftlicher Experimente über geeignete Fragetechniken und den Einsatz digitaler Medien bis hin zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung von Absolventinnen und Absolventen sprachpädagogischer Qualifizierungen. Beispielsweise zeigte Iris Wortmann von der Elementarbildung der PH Weingarten wie Bilderbücher zum Forschen und Sprechen anregen können. „Kinder beobachten, vergleichen, stellen Fragen, sortieren, zählen, entdecken und erkennen Muster“, erläuterte sie. Anhand zahlreicher Bilderbücher erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Möglichkeiten, MINT-Themen im Kita-Alltag aufzugreifen und Kinder dabei sprachlich zu begleiten.

Abschlussvortrag: Kinder für MINT-Themen begeistern
Zum Abschluss erläuterte Prof. Dr. Nataliya Soultanian, Leiterin des Forums Frühkindliche Bildung Baden-Württemberg, in ihrem online zugeschalteten Fachvortrag die Verankerung von Sprachbildung und MINT im weiterentwickelten Orientierungsplan.

MINT-Themen finden sich insbesondere in den Bereichen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie „Wahrnehmen und Denken“ wieder. Kinder sollen durch eigenes Entdecken, Experimentieren und Mitgestalten naturwissenschaftliche Zusammenhänge verstehen und zugleich ihre sprachlichen Kompetenzen erweitern. Offene Fragen, vielfältige Materialien und alltagsnahe Lernerfahrungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Verbindung von MINT und Sprache biete große Chancen, Kinder frühzeitig für naturwissenschaftliche Themen zu begeistern und ihre Entwicklung ganzheitlich zu fördern.

Positive Resonanz und gelungener Abschluss
Der Fachtag stieß auf durchweg positive Resonanz. Die Teilnehmenden schätzten insbesondere die praxisnahen Anregungen, den fachlichen Austausch und die vielfältigen Impulse für ihre pädagogische Arbeit.

Für einen besonderen Abschluss sorgte eine überraschende Verlosung: Drei von Ravensburger gespendete Produkte wurden unter den Teilnehmenden verlost. Die Gewinnerinnen freuten sich sehr über die Geschenke.