Alle baden-württembergischen Berufsbildungswerke an einem Tisch: Auf Initiative des Berufsbildungswerks Adolf Aich der Stiftung in Ravensburg (BBW) kamen Fach- und Führungskräfte aus dem ganzen Land Ende September zum Zukunftstag nach Ravensburg. Ihr Ziel: voneinander lernen und gemeinsam Antworten auf zentrale Zukunftsfragen der beruflichen Rehabilitation entwickeln.
Dass alle Berufsbildungswerke der Einladung folgten, ist ein starkes Signal. Denn obwohl die Einrichtungen teilweise auch im Wettbewerb um Teilnehmende stehen, verbindet sie ein gemeinsamer gesellschaftlicher Auftrag: jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf Chancen auf Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen. Dabei arbeiten die Berufsbildungswerke eng mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen. „Der Zukunftstag schafft eine tolle, vertrauliche Atmosphäre, in der man mit Ideen nach vorne geht und eine Plattform hat, auf der man sie auch teilt und nicht für sich behält“, sagt Christian Braun, Geschäftsführer des Liebenau Berufsbildungswerks.
Gemeinsam für bessere Chancen junger Menschen
In drei Zukunftswerkstätten arbeiteten die Tagungsteilnehmenden an den Themen Stabilisierung und Verbleib, Pädagogik, Ausbildung und Berufe sowie Digitalisierung, KI und Barrierefreiheit. Praxisimpulse aus den beteiligten Berufsbildungswerken brachten ähnliche Herausforderungen zutage: Digitalisierung und KI beeinflussen Berufsbilder und Ausbildung, vielerorts stehen Investitionen und Sanierungen an. Gleichzeitig wird es für Berufsbildungswerke teilweise schwieriger, ausreichend betriebliche Praktikumsplätze zu finden. Umso wichtiger wird es, Wissen nicht nur innerhalb der einzelnen Einrichtungen zu nutzen, sondern Erfahrungen und Lösungsansätze zu teilen. Eine Besonderheit des Zukunftstags war die Zusammensetzung der Gruppen. Neben den Leitungen waren Fach- und Führungskräfte aus der Praxis beteiligt. Einige Themen wurden direkt an Lern- und Arbeitsorten im BBW Ravensburg diskutiert. “Tolles Format, das die BaWü-BBW´s an wechselnden Standorten wiederholen sollten”, lautete ein Fazit bei der Abschlussumfrage.
Die Zukunftswerkstatt Stabilisierung und Verbleib will ihren Austausch im September 2027 fortsetzen. Für das BBW Ravensburg bestätigt der Zukunftstag damit einen wichtigen Gedanken des eigenen Zukunftsprozesses unter dem Motto “BBW 2030”: unterschiedliche Kompetenzen zusammenbringen, Wissen teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln, damit junge Menschen die Unterstützung erhalten, die sie für ihren Weg in Ausbildung und Beruf brauchen.

