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Weingarten

Erster Doktorand an der RWU

Nishanth Nandakumar, der am Tag der Promotion an der RWU der Hochschulöffentlichkeit sein Forschungsvorhaben vorstellt: „Data Generative Approaches for Industrial AI Applications“. Bild: Alec Weber

Promovieren und einen Doktortitel erlangen – das ist seit Kurzem auch an den Hochschulen für angewandte Wissenschaft (HAW) in Baden-Württemberg möglich. 2022 wurde dazu der Promotionsverband der HAW BW gegründet. 24 Hochschulen sind daran beteiligt – die RWU ist eine davon.

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 Promovieren im Verband
„Die Erlangung des Promotionsrechts ist ein großer Erfolg für die Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Land und zugleich ein wichtiger Meilenstein für deren Weiterentwicklung und Profilierung. Mit der Option, auch im HAW-Verband zu promovieren, erweitern wir unser Bildungsangebot und fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs“, sagt Henning Rudewig, Kanzler der RWU und Vorstandsmitglied des Promotionsverbands.

Zuvor war das Promotionsrecht den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen (PH) vorbehalten: Man brauchte als Doktorandin oder Doktorand also mindestens eine Partneruni oder PH, an der auch die Erstbetreuung angesiedelt war. „Da die HAW dezentral im ganzen Land verteilt sind, verbessern wir mit dem Promotionsverband den Zugang zur Promotion generell und leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit“, ergänzt Professor Dr. Michael Pfeffer, Prorektor für Forschung, Internationales und Transfer an der RWU.

 Faszination KI
Zwei Jahre nach der Gründung startet nun der erste Doktorand seine Promotion an der RWU: Nishanth Nandakumar ist Teil einer Forschungsgruppe, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Computer Vision beschäftigt. In seinem Forschungsvorhaben befasst er sich konkret mit der Anwendung von KI im industriellen Bereich, seine Arbeit trägt den Titel: „Data Generative Approaches for Industrial AI Applications“.

Die Erstbetreuung an der RWU übernimmt Professor Dr. Jörg Eberhardt, der Teil des Promotionsverbands ist. Er lehrt und forscht in den Bereichen maschinelles Sehen, Optik und 3D-Technologien und leitet den Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen. „Gemeinsam haben wir schon ein erstes wissenschaftliches Paper veröffentlicht, das einen Überblick über die verfügbaren Methoden zur Erhebung von künstlichen Daten in der Industrie liefert“, sagt Nishanth Nandakumar.

 Von Indien nach Weingarten zum Doktortitel
2019 kam Nishanth Nandakumar für sein Masterstudium in Mechatronics nach Weingarten. Zuvor absolvierte er seinen Bachelor im Fach Mechanical Engineering in Indien. Bereits während seines Masters war er von KI so fasziniert, dass er ausnahmslos alle angebotenen Module zu diesem Thema besuchte. Parallel zum Studium arbeitete er als Hilfskraft im RoboLab der RWU.

 

Seit seinem Masterabschluss ist Nishanth Nandakumar wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RWU: Er ist Teil des Forschungsprojekts „KI-basierter digitaler Zwilling“, das von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert wird. „Dort gehen wir der Frage nach, wie sich digitale Zwillinge mithilfe von KI selbstständig an ein jeweiliges Produktionssystem anpassen und auf dem neuesten Stand halten können“, erklärt der Doktorand. Gemeinsam mit Jörg Eberhardt entstand dabei die passende Idee für eine Promotion, die inhaltlich mit dem Forschungsprojekt verknüpft ist.

 

Ende 2026 möchte Nishanth Nandakumar seine Promotion abschließen. Und danach? „Mir gefällt die Forschung und ich lerne gerne Neues. Daher wäre eine Postdocstelle zum Beispiel interessant für mich“, sagt Nishanth Nandakumar.

Text:  Lisann Gauß

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