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Warum Impfungen wichtig sind

Bild: OSK

Kinderarzt Dr. med. Sebastian Hütker erklärte in der Vorlesung der Kinderuni Ravensburg-Weingarten, warum es wichtig ist, sich impfen zu lassen, was beim Impfen im Körper passiert und auch, welche Folgen es haben kann, wenn Menschen sich nicht impfen lassen.

Dr. med. Sebastian Hütker ist Oberarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche im St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg. Sein Thema bei der Kinderuni Ravensburg-Weingarten: „Impfen – wieso, weshalb, warum?“ – ein sehr aktuelles Thema in Anbetracht der ab dem 1. März 2020 anstehenden Impfpflicht für Masern in Kitas, Schulen, Flüchtlingsunterkünften und im Gesundheitswesen. Hütker ging an das Thema spielerisch und mit vielen Vergleichen und Bildern heran: „Franzi“ taufte ein Junge den Bazillus, der Hütkers Folien zierte und die jungen Studierenden die gesamte Vorlesung begleitete – zumindest auf der Leinwand.

Erfunden wurde die Impfung im 18. Jahrhundert von Edward Jenner, erzählte Hütker, er habe die Pocken von Rindern in die menschliche Haut geritzt, sodass eine Immunität gegen die Krankheit entstanden sei. „Man kann auch was gegen Viren tun, wenn man sich die Hände wäscht“, bemerkt einer der kleinen Studenten. Das stimme, so Hütker, das Händewaschen sei das A und O, um Ansteckungen vorzubeugen. Impfungen dagegen sorgen für langfristige Immunität: „Die weißen Blutkörperchen sind die Polizei im Blut und wenn da so ein ‚Franzi‘ reinkommt, entdeckt die Polizei ihn und bildet Antikörper dagegen,“ veranschaulichte Hütker die Funktion des Immunsystems. Bei einer Impfung lerne der Körper den Erreger erst einmal kennen, vergesse ihn dann aber nicht mehr. Mit Tot- oder Lebend-Impfstoffen werden also entweder Teile des Erregers oder abgeschwächte Erreger von der „Polizei“ des Körpers aufgespürt und wenn Jahre später dieser Erreger wieder ins System komme, produzierten die weißen Blutkörperchen die passenden Antikörper, „bis alle ‚Franzis‘ festgenommen wurden“, so Hütker. Der Impfkalender zeige den Ärzten genau an, welche Impfung wann erfolgen sollte. Festgehalten werde dies im Impfheft.

„Herdenimmunität“ nenne man das – wenn alle geimpft sind, dann breite sich eine Krankheit nicht mehr aus und es seien auch die geschützt, die sich etwa aufgrund einer anderen Erkrankung nicht impfen lassen können. Zuletzt zeigte Hütker die Folgen von Krankheiten, gegen die man heute eigentlich impfen kann – Kinderlähmung, Wundstarrkrampf und Masern seien nicht nur akut gefährlich, sondern haben teilweise langfristige schädliche Folgen. Mit einer Erinnerung verabschiedete Hütker sich von den Jung-Studierenden: „Wenn ihr jetzt heimkommt, dann fragt gleich mal die Eltern nach eurem und ihrem Impfheft.“

An der Kinder-Uni Ravensburg-Weingarten, einem Projekt der Städte und ihrer Hochschulen, können 100 Kinder zwischen 9 und 12 Jahren mitmachen. Das Studienjahr der Kinder-Uni beginnt jeweils im Oktober. Die Vorlesungen finden in Hörsälen der Hochschulen in Weingarten und Ravensburg statt und dauern ungefähr 45 Minuten. Eine vorige Anmeldung zum Studienjahr ist notwendig. Näheres auf www.kinderuni-ravensburg-weingarten.de.