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Towerstars sind gegen Kassel nicht effektiv genug

Olafr Schmidt (35 Ravensburg Towerstars)

Die Ravensburg Towerstars konnten am Freitagabend ihre Durststrecke auf eigenem Eis nicht unterbrechen. Das Team von Coach Rich Chernomaz unterlag den Kassel Huskies mit 3:5. 

Gegen den souveränen DEL2 Spitzenreiter aus Nordhessen hatten die Towerstars einen perfekten Start. Nur 63 Sekunden waren gespielt, da brach Youngster Joshua Samanski durch die komplette Huskies Defensive inklusive Torhüter Gerald Kuhn und drückte zur 1:0 Führung ein. Dass dies den Gästen nicht wirklich schmeckte, zeigte eine Strafzeit nur eine halbe Minute später. Die resultierende Überzahl konnten die Oberschwaben trotz gutem Powerplay aber nicht nutzen. Das schien weitere drei Minuten später auch nicht wirklich relevant, denn Robbie Czarnik nutzte aus halblinker Position die freie Schussgelegenheit eiskalt zum 2:0.

Alles schien also nach Plan zu laufen. Doch Kassel zeigte nur 65 Sekunden später, dass man den eher mauen Start ins Spiel abgehakt hatte. Philippe Cornet verkürzte mit einem platzierten Handgelenkschuss auf 2:1. Es folgte ein offener Schlagabtausch auf hohem Tempo und mit sehenswerten Kombinationen. Die hochkarätigen Möglichkeiten hielten sich in der Waage. Glück hatten die Towerstars in der 11. Minute, als Cornet nur den Außenpfosten traf. Bis zur Pause blieb es bei der knappen, aufgrund des minimalen Übergewichts der gefährlichen Torszenen auch nicht ganz unverdienten 2:1 Führung der Oberschwaben.

Im zweiten Abschnitt ging es zunächst weiter hin und her, nach rund fünf Minuten platzte aber der 2:2 Ausgleich der Gäste dazwischen. Hier zeigte sich die ganze Abgebrühtheit der Huskies bei der Erarbeitung ihre Chancen. Sowohl hinter dem Tor, als auch nach dem überraschenden Rückhandpass an den linken Pfosten waren die Towerstars zu zögerlich und kamen den entscheidenden Schritt zu spät. Eric Valentin traf zum 2:2 Ausgleich, Olafr Schmidt im Ravensburger Tor brachte die offene Seite nicht mehr rechtzeitig zu. Jetzt war Kassel im Spiel, die Towerstars taten sich auch deutlich schwerer beim Spielaufbau und der Puckkontrolle im gegnerischen Drittel.

Eine gute Möglichkeit, sich wieder in Position zu bringen, hatten die Oberschwaben in der 33. Minute. Joel Keussen musste wegen Bandenchecks auf die Strafbank, leider blieb auch diesmal das Überzahlspiel ohne Ertrag. In der Schlussphase des zweiten Spieldrittels wurde der Druck der Gäste immer größer, das 2:3 durch Troy Rutkowski hatte sich förmlich abgezeichnet. Den Treffer schauten sich die Unparteiischen aber nochmals ganz genau an. Der scharfe Pass an den Torraum wurde nämlich durch die Schlittschuhkufe des Huskies Topstürmers ins Ravensburger Tor abgelenkt. Die Hauptschiedsrichter werteten die Szene in der 37. Minute allerdings nicht als Kickbewegung, der Treffer zählte. Ärgerlich war freilich, dass die Hausherren in der Schlussphase des zweiten Drittels ein erneutes Powerplay nicht zum postwendenden Ausgleich nutzen konnten.

Es war klar, dass die Cracks von Coach Rich Chernomaz im Schlussabschnitt noch aktiver zu Werke gehen mussten, nach nur zweieinhalb Minuten gab es allerdings den nächsten Dämpfer. Die Towerstars wirkten zu passiv in der eigenen Zone, einen Diagonalpass nahm Lois Spitzner am linken Bullykreis an und dessen Schuss wurde vor dem Tor noch leicht von Brett Cameron zum 2:4 abgefälscht.

Jetzt war bei den Towerstars vollends der Wurm im Spiel, es folgten auch Strafzeiten gegen Mike Card und Max Kolb, welche die Gäste zu nutzen wussten. Lukas Laub erhöhte in der 49. Minute im Powerplay auf 2:5. Ein Hoffnungsschimmer aus Ravensburger Sicht folgte 66 Sekunden später. John Henrion schloss mit einem starken Schuss einen Konter zum 3:5 ab. Joshua Samanski hätte die Partie mit etwas mehr Scheibenglück fünf Minuten vor Ende noch einmal richtig spannend machen können, doch wie zuvor einige seiner Kollegen scheiterte auch er an Kassels Schlussmann Gerald Kuhn.

Die Huskies nahmen die Punkte mit, den Towerstars blieb wieder einmal nur die Erkenntnis, dass mit mehr Effektivität im Abschluss durchaus mehr drin gewesen wäre.

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