Das Standesamt Ravensburg legt seine Jahresstatistik 2025 vor: Mehr Geburten, leicht mehr Todesfälle und anhaltend beliebte Trauorte prägen das Jahr. Entgegen dem bundesweiten Trend stieg die Zahl der beurkundeten Geburten im Vergleich zum Vorjahr von 1.515 (2024) auf 1.642 Kinder (2025) – das zweitstärkste Ergebnis der vergangenen 20 Jahre nach 2021.
Die meisten Babys wurden in der Geburtenstation der Oberschwabenklinik geboren, auch Geburten im Geburtshaus „Hebammerei“ und Hausgeburten wurden gemeldet. Für 2026 erwartet das Standesamt noch höhere Fallzahlen, da sich die Schließung der Geburtenstation in Tettnang auswirken wird.
Bei den Mädchen führten Amelie (13), Emilia (12), Emma (12), Ida (12) und Nora (11). Bei den Jungen waren Leon und Luca (je 16), Noah (15), Jakob (14) und Elias (13) am häufigsten. 935 Kinder erhielten einen Vornamen, 666 zwei Vornamen; nur zwei Kinder bekamen mehr als drei Vornamen.
Die Zahl der Sterbefälle stieg auf 1.245 Personen (667 Männer, 576 Frauen). Das sind 20 Tote mehr als 2024 (1.225); 2023 lag die Zahl bei 1.275.
Insgesamt gaben sich 348 Paare in Ravensburg das Ja-Wort (2024: 344). 326 Trauungen fanden in der Kernstadt, 22 in den Ortschaften statt. 125 Paare kamen von außerhalb (2024: 140; 2023: 115). 48 Ravensburger Paare heirateten dagegen außerhalb der Stadt (2024: 40).
Beliebtester Trauort blieb die Veitsburg/Bagnato-Schlösschen mit 123 Trauungen, 88 Paare wählten den kleinen Sitzungssaal im Rathaus. Neu hinzugekommen ist der Mehlsack: Auf der Plattform wurden sechs Ehen geschlossen. Für Standesbeamte ist Wochenenddienst selbstverständlich, rund zwei Drittel der Trauungen fanden außerhalb der Öffnungszeiten am Samstag oder Freitagnachmittag statt. Der beliebteste Hochzeitsmonat 2025 war der Mai mit 55 Eheschließungen.
280 Paare einigten sich auf einen gemeinsamen Familiennamen (238 entschieden sich für den Namen des Mannes, 36 für den der Frau). Die neue Option, für beide Partner einen Doppelnamen als Familiennamen zu wählen, wurde sechs Mal genutzt, 25-mal führt nur einer der Ehepartner einen Doppelnamen, indem er seinen Namen dem neuen Ehenamen voranstellt oder anfügt. 68-mal haben beide Eheleute ihren bisherigen Namen behalten.
Das seit Mai 2025 geänderte Namensrecht führte zu 113 Namenserklärungen (2024: 83). Rückwirkend konnten Ehepaare einen Doppelnamen als Familiennamen bestimmen, auch für Scheidungs- und Stiefkinder gab es ab Mai 2025 neue Optionen im Namensrecht.
Unverändert hoch ist auch die Zahl der Kirchenaustritte: 540 Personen erklärten 2025 ihren Kirchenaustritt beim Standesamt. Gründe werden nicht erhoben; der Austritt muss persönlich erklärt werden. Die Stadt warnt vor dubiosen Internet‑Anbietern, die gegen Gebühr Austrittserklärungen vorbereiten. Der Zusatz, dass diese vorbereitete Erklärung persönlich beim Standesamt abgegeben werden muss und dabei weitere Gebühren anfallen, wird häufig überlesen.


