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Ravensburg unter ersten Smart Cities in Deutschland 

Bitkom e.V. veröffentlichte zum ersten Mal einen „Smart-City-Atlas“. Er-gebnis: Bundesweit sind 50 Kommunen Smart-City-Vorreiter – das heißt, sie treiben bereits die intelligente Vernetzung von Lebens- und Wirt-schaftsbereichen voran und setzen sie in ganz konkreten Projekten auch praktisch um. Acht Städte liegen alleine in Baden-Württemberg – zusammen mit Nordrhein-Westfalen (15 Städte) liegen wir beim Thema Smart City vorne. Zu den ersten Smart Cities zählt auch die Stadt Ravensburg.

„Großartig, welches Engagement unsere Kommunen bei der Digitalisierung an den Tag legen. Mit Förderprogrammen wie den Digitalen Zukunftskommunen und der Qualifizierungsoffensive Digitalakademie@bw unterstützen wir sie als Land gezielt auf diesem Weg. Und der Smart-City-Atlas macht deutlich: Bereits nach knapp zwei Jahren zeigen unsere breit angelegten Maßnahmen Wirkung. Damit die baden-württembergischen Kommunen zukünftig weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen und immer mehr Städte zu Smart Cities werden, dürfen und werden wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen“, erklärte Digitalisierungsminister Thomas Strobl am 31. März 2019 in Stuttgart.

Erstellt wurde der Smart-City-Atlas durch den Digitalverband Bitkom in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut IESE* sowie weiteren Partnern. Die Verfasser der Studie sehen Wettbewerbe und regionale Förderprogramme wie die baden-württembergischen Digitalen Zukunftskommunen ebenfalls als wichtige Treiber von Smart-City-Initiativen an. Der Atlas umfasst Kommunen, die eine integrierte Digitalstrategie entwickelt, eine ressortübergreifende Organisationseinheit geschaffen oder ein lokales Partnernetzwerk für die Digitalisierung etabliert haben. Diese Kriterien erfüllt auch die Stadt Ravensburg und zählt damit zu den ersten Smart Cities in Deutschland.

Die Stadt Ravensburg wurde im Mai 2018 als Digitale Zukunftskommunen des Landes ausgewählt und seither bei der Entwicklung ihrer Digitalisie-rungsstrategie „digital@rv“ unterstützt. In die Strategie sollen sich nicht nur Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, sondern auch der Wirtschaft, Wissenschaft und der Ravensburger Bürgerschaft einbringen. Als zentrales Beteiligungswerkzeug dient eine Online-Dialogplattform, darüber hinaus wurden Workshops veranstaltet. Im Zuge der Qualifizierungsoffensive Digitalakademie@bw lassen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu „Digitallotsen“ ausbilden. Sie sollen Innovationsmaßnahmen innerhalb ihrer Verwaltung vorantreiben und Impulsgeber für digitale Projekte sein.

Neben Ravensburg weist der Smart-City-Atlas Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Ludwigsburg, Stuttgart und Ulm als Vorreiter des digitalen Wandels in den deutschen Kommunen aus. Die Studie beschränkt sich allerdings auf die Großstädte sowie ausgewählte Mittelstädte. „Die Digitalisierung muss jedoch in der Fläche gelingen und nicht nur in den Großstädten. Sie soll das Leben der Menschen vor Ort spürbar verbessern. Unser Ansatz ist es daher, auch die kleineren Städte und Gemeinden des Landes zu fördern und miteinander zu vernetzen. Insgesamt investieren wir als Land rund 20 Millionen in die Digitalisierung der Kommunen. Nur im engen Schulterschluss mit ihnen kann der digitale Wandel in den Verwaltungen gelingen“, betonte Minister Thomas Strobl. „Rund 41 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Städten und Gemeinden unter 20.000 Einwohnern.

Natürlich muss die Digitalisierung auch dort ankommen. In einer Fortsetzung der Studie sollten deshalb die Digitalisierungsaktivitäten in Gemeinden dieser Größenklasse untersucht werden. Baden-Württemberg ist mit seinen insgesamt mehr als 200 kommunalen Digitalisierungsprojekten dafür ein hervorragendes Forschungs-feld. Unter dem Dach seiner Zukunftsinitiative „Städte, Gemeinden, Land-kreise 4.0 – Future Communities“ begleitet der Gemeindetag zahlreiche dieser innovativen Projekte. Unsere Erfahrungen bringen wir gerne in eine Fortsetzung der Studie ein“, unterstrich Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, das Plädoyer des Ministers für mehr Flächenwirkung. (*Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE)

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